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Der Dresdner Autor Fritz Kuhn ist im Alter von 95 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben

Der Dresdner Autor Fritz Kuhn ist im Alter von 95 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben

Vor knapp einem Jahr haben die DNN Hannelore und Fritz Kuhn ein eindrucksvolles Porträt im Rahmen der Serie "Lebensläufe" gewidmet. Beide waren damals schon hochbetagt.

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Fritz Kuhn

Quelle: privat

Jetzt ist Fritz Kuhn am 14. August in Dresden gestorben. Er wurde 95 Jahre alt.

In Dresden auch kam Fritz Kuhn zur Welt: am 3. Januar 1918 als zweiter Sohn eines Juristen und einer Schriftstellerin. Nach dem Abitur musste er den "Reichsarbeitsdienst" und den Wehrdienst leisten. Sein Wunsch zu studieren zerschlug sich - auch nach dem zweiten Weltkrieg. Erst im Frühjahr 1948 kam er aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in seine Heimatstadt zurück, wo er erst als Monteur arbeitete und sich dann zum Augenoptiker ausbilden ließ.

Bis zu seiner Rente 1983 war Fritz Kuhn als selbstständiger Augenoptikermeister tätig und schrieb im zweiten Beruf neben Lyrik und Erzählungen vor allem Theaterstücke. Mehrere erfolgreiche Dramen, z.B. "Venezianisches Glas", "Kredit bei Nibelungen" oder "Leicht bewölkt vorwiegend heiter" entstanden in den fünfziger und frühen sechziger Jahren und wurden in vielen Städten im In- und Ausland aufgeführt.

Die nach dem berüchtigten 11. Plenum des ZK der SED (im Dezember 1965) entstandenen Stücke - "Der Gast des Zöllners", "Meines Bruders Hüter" oder "Arche ahoi!"- wurden nur noch von kirchlichen Ensembles wie der Leipziger Spielgemeinde, den Boten in Berlin, als Leseaufführung oder auf westdeutschen Bühnen inszeniert. Insgesamt schrieb er 28 Theaterstücke. Außerdem sind Erzählungen und Gedichte oder Essays in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht worden.

Kuhns erster Erzählungsband "Die Verworfenen" erschien 1951 im Rufer-Verlag Gütersloh unter dem Pseudonym Christian Kern; darin hat er Erlebnisse aus Krieg und Gefangenschaft verarbeitet. Seinen zweiten Band "Der schreiende Fisch" mit 13 Geschichten aus mehreren Jahrzehnten verlegte 55 Jahre später der Dresdner Christoph Hille Verlag. "Die menschliche Größe der spannenden Texte besteht im Aushalten von Leid und Ungerechtigkeit und im Versuch der Verratenen und Beleidigten, durch eigene schmerzhafte Erkenntnisse das Böse zu überwinden", in der Einsicht, "dass Schuld nicht durch neue Schuld getilgt werden kann", schrieb Jürgen Israel über Fritz Kuhns letzte Publikation.

Fritz Kuhn gehörte dem Schriftstellerverband der DDR und nach der Friedlichen Revolution, während der er sich im Demokratischen Aufbruch engagierte, dem Verband deutscher Schriftsteller und dem Förderkreis der Dresdner Autoren an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.08.2013

DNN

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