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Der Dresdner Architekt Horst Witter wird 80 Jahre alt

Ein beachtliches Lebenswerk Der Dresdner Architekt Horst Witter wird 80 Jahre alt

Der Dresdner Architekt Horst Witter wird am 21. August 2017 80 Jahre alt. Unzählige Menschen kennen viele seiner beeindruckenden Bauwerke und empfingen Freude beim Betrachten. Der Architekt Prof. Manfred Zumpe würdigt Horst Witters Lebenswerk.

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Horst Witter

Quelle: privat

Dresden.

Ich denke an das Schloss Eckberg mit seinem schönen Kavaliershaus im weiträumigen Park, an das Bergrestaurant und Berghotel Bastei im Nationalpark Sächsische Schweiz, an das Gebäude der Commerzbank mit dem „Haus des Buches“ am Dresdner Ring, an den Wiederaufbau des Westflügels vom Dresdner Residenzschloss mit dem Historischen Grünen Gewölbe, dem Neuen Grünen Gewölbe und dem Kupferstich-Kabinett. Ich denke aber auch an einige seiner Wohnhäuser, insbesondere an sein eigenes Domizil in Oberloschwitz, das zu den besten Beispielen der Kategorie „Wohnen am Hang“ gehört.

Das Gesamtlebenswerk von Horst Witter ist erstaunlich. Es umfasst mehr als 40 ausgeführte Bauten und über 30 geplante, aber nicht realisierte Bauten. Er beteiligte sich an fast 30 Städtebau- und Architekturwettbewerben, bei denen er mehr als ein Dutzend erste Preise erringen konnte.

Horst Witter

Horst Witter: Gebäude der Commerzbank mit dem „Haus des Buches“ am Dresdner Ring

Quelle: Horst Witter

Wenn man sich vor Augen hält, dass Horst Witter sich immer nur mit einem kleinen Kreis fleißiger und begabter Mitarbeiter umgab, weil er immer bestrebt war, vom ersten Entwurfsgedanken bis zum letzten Detail alles selbst zu entwickeln und zu verwirklichen – und das mit dem Anspruch höchster Perfektion –, dann kann man seine Lebensleistung nicht hoch genug bewundern.

Bei einigen Bauvorhaben musste er komplizierte städtebauliche Bedingungen oder schwierige topografische Gegebenheiten bewältigen – und das ist ihm immer in vorbildlicher Weise gelungen. Wie er z.B. die schwierigen topografischen und auch funktionellen Bedingungen beim Bau des Bergrestaurants Bastei oder die städtebaulichen Herausforderungen beim Bau der Commerzbank und „Haus des Buches“ am Dresdner Ring mit der Einführung zur Prager Straße gelöst hat, verdient höchstes Lob. Bei einigen Bauten verlässt er zumeist aus Gründen besonderer Blickbeziehungen das Prinzip der Orthogonalität und bereichert damit die Ästhetik seiner Grundrissgestaltung.

Horst Witter beendete sein Studium der Architektur an der TU Dresden im Jahr 1963 mit Bestnoten und der Auszeichnung mit der Lohrmann Medaille. Gleich danach holte ihn Prof. Schaarschmidt in sein Institut, wo er mit interessanten Entwurfsaufgaben seine berufliche Entwicklung begann. Eine Zwischenstation in Berlin unterbrach seine Tätigkeit in Dresden. Professor Henselmann , der damalige Chefarchitekt der Hauptstadt, übertrug ihm die schwierige Aufgabe, die Außenhaut der Kugel des Berliner Fernsehturms zu konstruieren und zu gestalten. Danach kehrte Witter zurück nach Dresden und bearbeitete die Perspektivplanung für die TU Karl-Marx-Stadt, was zu seinem ersten Bauwerk führte, einem großen Institutsgebäude, dessen Fassade Aufsehen erregte. Mit diesem Bauwerk gelang dem erst Anfang Dreißigjährigen der Durchbruch in seiner beruflichen Karriere.

Im Jahr 1971 erhielt das Bauunternehmen meines Vaters vom Büro des Ministerrates den Auftrag, als Generalunternehmer das Schloss Eckberg zu rekonstruieren, umzubauen und zu erweitern, zunächst als Gästehaus der Regierung, später als internationales Jugendtouristikhotel. Für diese interessante Aufgabe konnte ich Horst Witter begeistern. Er beendete seine Tätigkeit an der TU in Dresden, ich beendete meine Tätigkeit in Berlin und baute mit ihm gemeinsam ab 1972 ein Architekturbüro auf, das zu einer sehr schönen und erfolgreichen Zusammenarbeit über einen langen Zeitraum von 18 Jahren führte. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1989 trennten sich unsere Wege, und wir gründeten private Architekturbüros.

Der nun 80-Jährige blickt zurück auf eine 55 Jahre lange erfolgreiche berufliche Tätigkeit. Nun könnte er endlich seinen Ruhestand genießen, aber immer noch reizt es ihn, alleinschaffend kleinere, aber sehr schöne Bauten zu planen, zuletzt ein Wohnhaus in Oberloschwitz, das erst im vorigen Jahr fertiggestellt wurde. Neben seiner Architektur pflegt Horst Witter ein schönes Hobby: Er entwirft geometrisch sehr interessante drei-dimensionale Gebilde, die er in Stahl umsetzen lässt. Sie zu bewundern, ist jedes Mal ein ästhetischer Genuss.

Ich bin dem Jubilar für die lange Zeit unserer Zusammenarbeit und die vielen Begegnungen danach, die sich in eine wunderbare Freundschaft verwandelten, sehr dankbar. Sie haben mein Leben bereichert. Ich wünsche ihm im Namen vieler Kollegen und allen seinen Freunden noch viele glückliche Jahre in seinem schönen Heim zusammen mit seiner großartigen und treuen Frau Christa, ohne die er vieles in seinem Leben nicht hätte verwirklichen können.

*Professor Manfred Zumpe, fast zwei Jahrzehnte Vorsitzender des Bundes der Architekten Dresden, Mitglied im George-Bähr-Forum für Baukultur und Ingenieurbaukunst sowie Ehrenmitglied der Architektenkammer Sachsen

Von Manfred Zumpe*

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