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Regional „Der Amateur“ gewinnt
Nachrichten Kultur Regional „Der Amateur“ gewinnt
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13:49 14.11.2017
Quelle: Picasa
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Dresden


Das zeichnet Mihan, gebürtiger Dresdner, der inzwischen als freiberuflicher Regisseur in Berlin lebt, genau nach und lässt sein Ensemble herrlich absurd, aber warmherzig und auch in der Kurzfassung recht genau agieren. Dabei spielt Robert Richter die Rolle von Robert Richter. Sein Rollenavatar erlebt einen großen Abend, der (nur im Stück) dank etlicher von einer materialisierenden Höllenmaschine auf die Bühne geblasenen Komparsen vermasselt wird, die unbedingt Elvis singen, aber irgendwann nicht mehr prompt erschossen werden wollen.

Seit 2007 wird der Sächsische Amateurtheater-Preis für eine „herausragende oder beispielgebende Inszenierung jeden Genres eines sächsischen Amateurtheaters“ verliehen, seit 2008 aller zwei Jahre sachsenweit ausgeschrieben und ist nun mit 2000 Euro dotiert. Dazu gibt es für zwei Vizemeister je einen Förderpreis mit 250 Euro ohne Puppe, die diesmal an die Gastgeber von Spielbrett für ihren Dresdner „Heimatabend. Ein Tauchversuch“ sowie an den Stollberger „König Ödipus“ der Theatergruppe Thea(l)ternativ ging.

Die Südwest-Sachsen überzeugten mit einer witzigen Performance in Regie von Silke Bauer-Hollenbach, bei der sie sich in großer Besetzung an die Neuverdichtung mit Musik von Bodo Wartke wagten und neben musikalischen Tupfern mit Christian Schreier auf einen forschen Ödipus setzen kann, der sich in der Doppelrolle als sein eigener Vater alias König Laios selbst meucheln muss.

Warum diese Preisverleihung – abgesehen vom abschließenden Sekt und Häppchenbuffett – als eine Art geschlossene Vereinssitzung mit Workshopcharakter zelebriert wird, erschließt sich nicht so ganz. Auch dass man ausgerechnet einen späten Sonntagnachmittag wählt, an dem gleichzeitig in Dresden mindestens vier andere Festivals Aufmerksamkeit (und damit an der eigenen Relevanz) saugen, erscheint fragwürdig. Man bleibt – angesichts der Herzlichkeit der Spielbrettler als Gastgeber – natürlich darob gespalten, ob eine größere Bühne und deren Technik samt Marketing für solch einen Abend eher zu empfehlen wäre.

Passend zum Rahmen: pseudowitzige Laudationen der Juroren, teilweise abwesend per Video eingespielt, teilweise unvorbereitet wirkend. Und dabei auch noch zugebend, dass man die ganze Auswahl nur per Videoeindruck im heimischen Sessel bewertet hat.

In Zukunft sollte man eine Jury durchs Land jagen – um zumindest die Favoriten live zu sehen und auch das Umfeld bewerten zu können. Zum Beispiel in den dunklen Tharandter Wald bei bitterem Regen, wo Shakespeares „Sommernachtstraum“ von Spielbrett letztes Jahr Premiere feierte. Profis wären dort abgehauen – aber Spielbrett gewann unter Leitung von Ulrich Schwarz mit „Hagen, Deutschland“ den allerersten Sächsischen Amateurtheater-Preis vor genau zehn Jahren.

Auch bei der Präsentation zum Abschluss hätten Sachsens beste Theateramateure ob ihrer Leistung – vor allem in Sachen Party und Umfeld – vielleicht Profis verdient gehabt. Denn die drei Vorführungen wären mit echtem Publikum authentischer geraten und dabei in voller Länge. Doch das wäre dann wieder ein eigenes Festival in der davon geplagten Kulturstadt gewesen.

Eine Chance dafür bieten allerdings die Sieger von der TU-Bühne an den kommenden beiden Wochenenden, wo die gesamte Amateur-Trilogie noch einmal zu sehen ist. Am 18. und 19. November kommt per so genanntem „Doublefeature“ sowohl der erste als auch der dritte Teil hintereinander: „Der Schauspieler“ (je 19 Uhr) und „Der Zuschauer“ (je 20.30 Uhr). Letzterer – versehen mit dem Oder-Zusatz „Push the button“ – wurde seit der recht kurzen und offenbar verfrühten Premiere im April nun noch einmal von Mihan überarbeitet. Am 23. & 24. November (je 20.15 Uhr) folgt mit „Der Regisseur ODER dunkel, oszillierend und verheißungsvoll“ der zweite Teil. Die beiden letzteren sind erst für den Wettbewerb 2017 startberechtigt. Die Trilogie hat als solche für Juni 2018 eine Einladung in die Leipziger Kammerspiele.

http://landesbuero-sachsen.de/saechsischer-amateurtheaterpreis-537/

Von Andreas Herrmann

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