Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Das Kinder-Museum ist auch nach dem Umbau eine Welt der Sinne, aber schöner und inklusiv
Nachrichten Kultur Regional Das Kinder-Museum ist auch nach dem Umbau eine Welt der Sinne, aber schöner und inklusiv
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 22.03.2018
Nach mehrmonatigem Komplettumbau ist am 22.März in Dresden das Kinder-Museum des Deutschen Hygiene-Museums wiedereröffnet worden. Hier ein Foto im Spiegelkabinett. Quelle: dpa
Dresden

Große Augen – das gab es am gestern Vormittag nicht nur bei den Drittklässlern der 117. Dresdner Grundschule, die gleichermaßen stolz und gespannt das Kinder-Museum im Deutschen Hygiene-Museum einweihten, sondern auch direkt in der Ausstellung. In den fünf neugestalteten Bereichen Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Fühlen präsentieren sich aber weit mehr Hingucker, als nur überdimensional große Exemplare von Augen, Ohren, Nasen oder Zungen. Denn nach dem Motto „Altes wird neu“ zeigt das seit Oktober 2017 umgebaute und nun wiedereröffnete Kinder-Museum zwar wie schon in den vergangenen zwölf Jahren wieder die „Welt der Sinne“, doch nun in einem zeitgemäßen, bunten und offenen Rahmen – eine helle und ausgewogene Neuausrichtung mit den Schwerpunkten Inklusion und Kommunikation.

„Das alte Kinder-Museum war ein bisschen wie das Lieblingsspielzeug bei Kindern – extrem gefragt, aber leider auch etwas abgenutzt und abgegriffen“, so Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) bei der Eröffnungsfeier. Das Museum sei zwar nun grundlegend umgestaltet worden, bleibe aber nach wie vor der für Kinder notwendige „Welterforschungsort“. Die Zahlen belegen, welch wichtige Rolle die Kinderausstellung im Hygiene-Museum in den vergangenen Jahren in Dresden und der Region spielte: Über eine Million Besucher kamen seit 2005 in den rund 500 Quadratmeter großen Erlebnisbereich.

Diesen hat das Haus nun seit vergangenem Herbst für eine „ordentliche sechsstellige Summe“ neu hergerichtet, wie es die Museumsleitung formuliert. Gefördert wurde der Umbau unter anderem von Bund, Land und von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Gut angelegtes Geld, denn entstanden ist eine anspruchsvolle und farbenfrohe Neuausrichtung der fünf Areale mit über 50 neuen Experimenten, die spielerisch Wissen zu optischen Illusionen, verschiedenen menschlichen oder tierischen Sinnen oder etwa der Geschwindigkeit des Schalls vermitteln.

Zwar geht die Ausstellung samt Touch-Displays, audiovisuellen Arrangements und digitalen Experimenten voll mit der Zeit, doch auf Schnickschnack ist vom Team um Kuratorin Carola Rupprecht komplett verzichtet worden. Sowieso laden die „analogen“ Experimente rund um überdimensionale, aufklappbare Sinnesorgane, Riechproben von Moos bis Wachsmalstift oder der stockdustere Tasttunnel zu munterem Entdecken und Erleben ein, die digitalen Elemente haben eher begleitenden Charakter – und für eine bestimmte Menschengruppe einen sehr wichtigen.

Denn das neue Kinder-Museum setzt voll auf Inklusion. Das heißt im Speziellen komplette Barrierefreiheit, sogar im Spiegelkabinett, das ebenfalls rundum erneuert wurde. Außerdem warten an den einzelnen Stationen, per Videomonitor oder Hörerbuchse in die Wand eingesetzt, Filme von Gebärdendolmetschern und Audioguides für Blinde. Dazu gibt es eine Beschilderung in drei Sprachen: Deutsch, Englisch, Tschechisch. „So liegt die Aufmerksamkeit einzig und allein bei den individuellen sensorischen und kognitiven Fähigkeiten der Besucher“, erklärte die stellvertretende Museumsleiterin Gisela Staupe. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) hält diese Entwicklung für notwendig und zeitgemäß. „Museen sind im Wandel und müssen sich neu erfinden. Die Zeit der staubtrockenen Ausstellungen ist vorbei, deshalb muss auch das Publikum aktiv mit eingebunden werden.“

So auch hier: Die Schüler der 117. Grundschule beteiligten sich aktiv an der Entstehung der neuen Elemente. Während der Arbeiten wurde eifrig probiert, kommentiert und analysiert, so dass das heutige Layout der Erlebniswelt sowie die Experimente auch ein Stück weit der Arbeit der Schüler zu verdanken sind. Und um doch für etwas „staubtrockene“ Atmosphäre in dieser bunten interaktiven Kinderwelt – die übrigens auch den ein oder anderen Aha-Effekt für Erwachsene bereit hält – zu sorgen, bereichern Exponate aus der Sammlung des Hygiene-Museums die einzelnen Bereiche. So gibt es neben einer originellen Lorgnette zum Beispiel eine historische Ohrtrompete oder einen Homunkulus zu bestaunen.

Dresdens Kulturbürgermeisterin hofft nun, dass das „Lieblingsspielzeug“ in seiner nächsten Lebensphase möglichst viele kleine und große Besucher anlocken möge und in Zeiten der Digitalisierung ein Ort der Empathie und Sinnlichkeit bleibt.

Das neu gestaltete Kinder-Museum ist ab heute zu den regulären Öffnungszeiten im Hygienemuseum geöffnet (Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr). Führungen können unter Tel. 0351 / 4846 402 vereinbart werden. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt (Ticket gültig für zwei Tage und alle Ausstellungen), Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt.

Von Sebastian

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das 2005 gegründete Kindermuseum am Deutschen Hygiene-Museum Dresden präsentiert sich nach kompletter Neugestaltung moderner, frischer und barrierefrei. Die neue „Welt der Sinne“ wird am Donnerstag mit einem Empfang eröffnet. Entstanden ist ein spannender Parcours, der Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen umfassend erfahrbar macht.

22.03.2018

Zusammen mit dem Orchester der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig eroberten die Prinzen nach dem Dortmunder Konzerthaus und der Elbphilharmonie in Hamburg nun den Dresdner Kulturpalast mit einem mitreißenden Heimspiel im ausverkauften Saal.

21.03.2018

Sänger Sigurd Wongraven (Satyr) und Schlagzeuger Kjetil Haraldstad (Frost) sind stets dabei, Neues, Langsames, sehr oft Rock ‚n’ Rolliges in die doch recht rohen Black Metal-Strukturen zu integrieren. Die Setlist der aktuellen Tournee zum neuen Album „Deep Calleth Upon Deep“ enthält aber selbstverständlich auch Klassiker.

21.03.2018