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Das Gustav Mahler Jugendorchester startet seine Frühjahrskonzerte in Sachsen

Aus Bad Schandau zur Europa-Tour Das Gustav Mahler Jugendorchester startet seine Frühjahrskonzerte in Sachsen

Das Hotel Elbresidenz in Bad Schandau hat sich in diesem März zu einem Musentempel verwandelt. Rund 120 Musiker aus etwa zwölf Nationen wohnen und proben dieser Tage in dem Haus an der Elbe. Sie gehören zum Gustav Mahler Jugendorchester, das am 27. März seine erste diesjährige Europa-Tournee mit einem Konzert in der Dresdner Semperoper beginnt.

Das Gustav Mahler Jugendorchester gab in der Kirche von Bad Schandau ein „Geschenkkonzert“.

Bad Schandau. Geschenkkonzerte sind keine musikalische Gattung. Das Gustav Mahler Jugendorchester hat sich dennoch dafür eingesetzt, den Menschen in Bad Schandau etwas zurückzugeben. Ein klingendes Präsent. Denn seit gut einer Woche leben rund 120 Musiker aus etwa zwölf Nationen im Hotel Elbresidenz in Bad Schandau, um hier die Programme der nun schon bald anstehenden Frühjahrs-Tournee zu proben.

Ganz standesgemäß ist das für die jungen Orchestermitglieder, die ja gerade erst am Beginn ihrer Karriere stehen, natürlich nicht. Aber das Haus mit seinem äußerst kunstsinnigen Generalmanager Christian Lohmann zeigte größtes Entgegenkommen und öffnet den Canaletto-Saal für die Orchesterproben und weitere Räume für einzelne Instrumentalgruppen.

Für Lohmann beinahe eine Selbstverständlichkeit, schließlich engagiert sich die Fünf-Sterne-Residenz ja auch regelmäßig für die Internationalen Schostakowitsch-Tage Gohrisch und bietet deren Gästen Quartier. Bei einem seiner dortigen Besuche ist Alexander Meraviglia-Crivelli, Generalsekretär des 1986 von Claudio Abbado gegründeten Jugendorchesters, auf diesen Ort aufmerksam geworden.

„Ohne Tobias Niederschlag wäre das alles nicht so gekommen,“ waren sich Lohmann und Meraviglia-Crivelli einig, als sie am Dienstag das Publikum in der Kirche von Bad Schandau zu einem ersten Geschenkkonzert begrüßten. Tobias Niederschlag, bis vor kurzem langjähriger Konzertdramaturg der Sächsischen Staatskapelle, inzwischen Leiter des Konzertbüros beim Leipziger Gewandhausorchester, hatte vor beinahe zehn Jahren die Idee, am Kompositionsort des 8. Streichquartetts von Dmitri Schostakowitsch ein internationales Festival zu etablieren. Plötzlich war die Sächsische Schweiz mit sogenannter Hochkultur erfüllt, strömen Jahr für Jahr Gäste aus aller Welt in den Kurort Gohrisch.

Als ein damals nicht für möglich gehaltener Nebeneffekt hält sich nun dieses gesamteuropäische Jugendorchester in Bad Schandau auf, um von dort aus zur Konzerttour nach Dresden (27. März, Semperoper, 8. April, Kulturpalast), Luxembourg, Lissabon, Wroclaw und Wien sowie nach Italien und Spanien zu starten. Auch die Alte Oper Frankfurt am Main sowie die Hamburger Elbphilharmonie stehen auf dem Tourneeplan, der zwei thematisch durchdachte Programme beinhaltet: Werke aus der Periode 1914-1918 und aus der Zeit 1939-1945. Kompositionen also von Claude Debussy, Karol Szymanowski und Béla Bartók bis hin zu Sergej Prokofiew, Dmitri Schostakowitsch und Witold Lutoslawski. Dirigiert werden sie von Vladimir Jurowski und Lorenzo Viotti, als Solisten wirken die Geigerin Lisa Batiashvili sowie die Pianisten Tamara Stefanovich und Pierre-Laurent Aimard mit.

Das kostenfreie Dankeschön-Konzert in Bad Schandau umfasste Kammerwerke von Bartók, Debussy und Ivan Eröd. Es schloss mit Lutoslawskis orchestraler Trauermusik von 1958. Am 6. April gibt es ein zweites Geschenkkonzert des Gustav Mahler Jugendorchesters in Bad Schandau, dann mit einem vielfältigen Programm, das ebenso das Schaffen von Wolfgang Rihm und Gottfried von Einem wie Schostakowitschs 8. Streichquartett beinhaltet. Diese Referenz an den Genius Loci, so Alexander Meraviglia-Crevelli, musste unbedingt sein.

Bislang hat das Gustav Mahler Jugendorchester, dessen Mitglieder zumeist die Spitzenmusiker der nächsten Jahre darstellen, regelmäßig die Konzertsaison der Staatskapelle Dresden eröffnet. So oft wie in diesem Jahr waren sie noch nie in Sachsen. Sehr nett, dass sie sich dafür auch noch mit Geschenkkonzerten bedanken

www.gmjo.at

Von Michael Ernst

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