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Das Festival Sandstein und Musik schnürt zum Jubiläum ein extra dickes Programm

Tief verwurzelt ins 25. Jahr Das Festival Sandstein und Musik schnürt zum Jubiläum ein extra dickes Programm

Die Veranstalter des Festivals „Sandstein und Musik“ sind früh dran dieses Mal. Gut sechs Wochen eher als gewohnt präsentieren sie das Programm für den 25. Festivaljahrgang. Es geht schließlich um ein Jubiläum – und zu feiern gibt es wahrlich genug.

Ludwig Güttler: „Als wir vor 25 Jahren angefangen haben, wusste ich noch nicht, ob wir so lange durchhalten würden.

Quelle: Daniel Förster

Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Die Veranstalter des Festivals „Sandstein und Musik“ sind früh dran dieses Mal. Gut sechs Wochen eher als gewohnt präsentieren sie das Programm für den 25. Festivaljahrgang. Es geht schließlich um ein Jubiläum – und zu feiern gibt es wahrlich genug. „Als wir vor 25 Jahren angefangen haben, wusste ich noch nicht, ob wir so lange durchhalten würden. Und rückblickend frage ich mich auch, wie wir das manchmal alles gemacht haben“, sagt Prof. Ludwig Güttler, der künstlerische Leiter des Festivals, das seit 1993 jedes Jahr Musik in die vielen malerischen Kleinode der Kulturregion Sächsische Schweiz/Osterzgebirge vor den Toren Dresdens bringt.

Allen Unkenrufen – mancher Bürgermeister meinte in den Anfangsjahren, das wird doch sowieso nix mit Musik in Sandsteinumgebung – zum Trotz: Erreicht haben die Veranstalter in dem Vierteljahrhundert eine ganze Menge. Nach und nach habe man sich die Räume und Spielorte in der Sächsischen Schweiz erschlossen, sagt Ludwig Güttler. Mit Sandstein und Musik wolle er die Region bis heute auch musikalisch aufwerten, für die Schönheiten dieser Landschaft werben. „Sachsen hat ja viele Schätze, viele nehmen sie nur einfach nicht wahr“, meint er. Nicht überall jedoch werde sein Engagement so geschätzt, wie man sich das wünsche. So kann es Güttler zum Beispiel nicht nachvollziehen, dass Gaststätten in kleinen Orten an Konzertabenden mit mehr als 500 Besuchern von außerhalb manchmal einfach geschlossen bleiben. „Wir müssen seit 25 Jahren ständig daran arbeiten, das Interesse und die Neugier bei den Leuten zu erregen und zu stärken“, sagt Güttler.

Bei den Besuchern aber scheint sich diese Arbeit auszuzahlen. Denn wurden im ersten Jahrgang 1993 noch reichlich 4000 Karten verkauft, so sind es im aktuellen mit rund 9500 Karten schon mehr als doppelt so viele. „Das Jahr 2016 ist unser bislang bestes“, resümiert Klaus Brähmig, der Vorsitzende des Sandstein und Musik e.V. zufrieden. Das bevorstehende Jubiläumsjahr soll diesen Erfolg natürlich noch toppen. Das 25. Festival „Sandstein und Musik“ steht mit erstmals 31 Veranstaltungen vom 25. März bis 10. Dezember 2017 unter dem Leitmotiv „Zu den Wurzeln“, und wird dabei auch wieder neue Orte erkunden. Unter den 440 Mitwirkenden findet man 22 Ensembles, die hier bislang noch nie im Pogramm standen. So ist etwa in der Kirche Geising die Kammerharmonie der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter Ludwig Güttler (14.5.) zu Gast, das Gesangstrio „Die Tontauben“ präsentiert auf Schloss Wackerbarth (9.9.) Swing der 1930er bis 1950er Jahre, und der Dresdner Motettenchor ist unter der Leitung von Matthias Jung (2.12.) erstmals in Dippoldiswalde beim Festival mit von der Partie. Ein Wiedersehen gibt es mit Gunther Emmerlich und dem Dresden Swing Quartett (24.9.) in Bad Schandau sowie mit dem Bergsteigerchor Kurt Schlosser (6.8.), mit dem „Sandstein und Musik“ zum ersten Mal auf der Felsenbühne Rathen präsent sein wird. Ludwig Güttler ist selbst mit unterschiedlichen Ensembles in sieben Konzerten zu erleben und wird traditionell die Eröffnung sowie den Abschluss des Festivals gestalten. Als kleinen Höhepunkt gibt es zum Jubiläum zudem ein Festkonzert „25 Jahre“ mit dem Sächsischen Vocalensemble und den Virtuosi Saxonae unter Güttlers Leitung am 17. Juni in der Evangelischen Kirche Neustadt.

Mit einer Veranstaltung in der Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin am 18. Juni sowie mit dem schon traditionellen Konzert auf Schloss Rammenau (28.5.) weitet „Sandstein und Musik“ seinen Wirkungskreis nun sogar weit über den Kulturraum hinaus aus. Abgerundet wird das Programm durch Führungen, Festivalmenüs und Verkostungen, die die touristische Bedeutung des Projektes unterstreichen. Und auch die Nachwuchsförderung ist inzwischen zu einer festen Säule des Festivals geworden. Die 2002 gestartete Kooperation mit der „Musikschule Sächsische Schweiz“ soll mittlerweile sogar deutschlandweit Nachahmer finden. Bei fünf Konzerten dürfen die jungen Ensembles der Musikschule dabei kleine Vorspiele zum Abend gestalten. Auch konnten durch Spenden schon mehr als 30 Instrumente an die Schüler übergeben werden.

Großzügige Sponsoren braucht ein Fest wie „Sandstein und Musik“ natürlich auch selbst. Der Etat des Festivals beläuft sich 2017 auf rund 300.000 Euro. Knapp 20 Prozent davon fließen aus öffentlichen Förderquellen. Der Rest sind Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Sponsorenmittel, die auch von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region kommen.

Nach 25 Jahren kann man also eines sagen: Das Festival ist in der Region verwurzelt. Die hohe und zeitige Nachfrage für Tickets in den vergangenen Jahren spricht ebenfalls für den Erfolg beim Publikum. Da passt es eigentlich prima, dass die Veranstalter die Programmveröffentlichung und den Vorverkauf anlässlich des Jubiläums sozusagen als kleines Weihnachtsgeschenk vorziehen: Der offizielle Vorverkauf startet am 19. Dezember.

Von Nicole Czerwinka

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