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Das Dresdner Dixieland-Festival ist zurück im Kulturpalast

Jazz Das Dresdner Dixieland-Festival ist zurück im Kulturpalast

Das Dresdner Dixieland-Festival gab mit seinem ausverkauften Konzert „Dresden swingt“ sein Debüt im umgebauten und wiedereröffneten Dresdner Kulturpalast. Es war gleichzeitig auch die „Jazz-Taufe“ des großen Saals.

Finale für „Dresden swingt“ mit Pascal von Wroblewsky, Umbrella Jazzman, Elb Meadow Ramblers, Blue Wonder Jazzband, Dresden Bigband und dem Wilandes-Chor, Leitung Michael Winkler
 

Quelle: Hendrik Meyer

Dresden. Wenn sich die alten Herren des Dixieland mit der jungen Jazz-Generation auf einer Bühne treffen, wird zusätzlich zur Musik sehr oft auch das Experiment bemüht. Das aber ist so normal, wie es längst eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen den Bands aus dem westlichen Deutschland und denen aus dem Osten Deutschlands gibt. Nicht nur aus diesem Grunde avancierte das ausverkaufte Konzert „Dresden swingt“ zu einem ganz besonderen Abend, sondern vor allem, weil das Dresdner Dixieland-Festival endlich wieder an seine Heimstätte zurückgekehrt ist, den Kulturpalast. Dessen Ambiente hat eine Radikalkur erhalten, zu deren wichtigsten Ergebnissen zählt, dass sich die Akustik im Saal deutlich verbessert hat. Dafür gibt es viel Lob von den Besuchern, aber immer auch von den Künstlern selbst.

Das Dresdner Dixieland-Festival gab mit dem ausverkauften Konzert »Dresden Swingt« sein Debüt im neu eröffneten Dresdner Kulturpalast. Damit betraten die Veranstalter auch ein Stück heimisches Neuland.

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Nun wissen die Dresdner ja bestens Bescheid, wenn es um ihre Kulturtempel geht. So waren neben der Euphorie über den neuen und besseren Saal auch einige kritische Stimmen zu hören. Die sich beispielsweise an den Sitz- und Sichtverhältnissen abarbeiteten. Doch all diese kleinen „Wehwehchen“ blieben zum Glück nur Nebenschauplätze. Denn die Hauptsache war, ist und bleibt die Musik, und diese konnte man am Samstagabend bei der „Rückkehr“ des Dixielands in den Kulturpalast reichlich genießen. Und das trotz mancher Veränderungen. So hat bspw. Urgestein und Mitbegründer des Festivals Karl-Heinz Drechsel seinen Moderatorenplatz auf der Bühne an seinen Sohn Ulf abgegeben. Er selbst aber saß – natürlich als Ehrengast – im Saal. Ulf Drechsel punktete nicht nur mit einem opulenten Fachwissen über das Metier Dixieland und dessen musikalische Botschafter. Er hatte seinem Vater über die Jahre hinweg stets aufmerksam über die Schulter geschaut und wusste daher auch sehr genau, wie man sich sein Publikum erarbeiten kann.

 Der „Dippermouth Blues“ (von Joe King Oliver) eröffnete den musikalischen Reigen; ihm folgten u.a. der „Sidewalk Blues“ , der „Panama Rag“ (mit dem Waschbrett als Instrument) und eine Reihe anderer gestandener Ohrwürmer des Dixieland. Die Bühne war dann alsbald bereit für die nächsten Dixieland-Gäste: die „Umbrella Jazzmen“. Die siebenköpfige Band gründete sich 1962 in Westberlin, hatte 1978 ihren ersten Gig in Ostberlin und gelangte so auch auf die Bühne des Dresdner Dixieland-Festivals. Ein äußeres Markenzeichen der Band sind die breiten roten Hosenträger und die roten Basecups. Die Band spielte u.a den mitreißenden „Umbrella Song“; den „Chromatic Stomp“ und auch ein sehr sympathisches Stück mit dem Titel „Oh Daddy“.

Mit den „Elb Meadow Ramblers“ enterte die zweitälteste Dixielandband (nach der „Blue Wonder Jazz Band“) die Bühne. Zu deren Repertoire gehören bspw. das gefühlvolle Stück vom „Swanee River“; die „Honey Suckle Rose“ und das kategorische „But Not For Me“. Mit den „Elb Meadow Ramblers“ betrat zugleich Pascal von Wroblewsky die Bühne und mischte sich stimmgewaltig ins Geschehen ein. Die „Dresden Bigband“ – eine Formation gestandener Musiker – wird von dem aus Meißen stammenden Posaunisten Micha Winkler geleitet. Der besondere Clou der Band ist die Mitwirkung zahlreicher Schüler vom Landesgymnasium für Musik, aber auch anderer talentierter Amateurmusiker. Insgesamt spielen mehr als zwanzig junge Musiker und Musikerinnen in Winklers Band.

Ein ganz anderes Highlight stand am Ende des umfangreichen und mehr als drei Stunden dauernden Programms: ein Auftritt des aus Wilsdruff stammenden „Wilandes-Chors“ (benannt nach dem Begründers der Stadt Wilsdruff; dem Ritter Wiland). Helmar Federowski ist zugleich Gründer und Leiter dieses Chores. So bekam das Dixieland-Festival des Jahrgangs 2017 am Ende noch eine echte klassische Note. Denn neben den mitreißenden Songs aus dem Musical „Sister Act“ erklangen – von der Dresden Bigband, dem Wilandes-Chor und Pascal von Wroblewsky vorgetragen – zwei Stücke aus dem amerikanischen Film „Sister Act“ („I will follow him“ und „Oh Happy Day“) . Sowie der Dixieland-Klassiker „Down by the Riverside“ und die adaptierte Beethovensche „Ode an die Freude“ .

Auf die Art avancierte „Dresden swingt“ des Dixieland-Festivals zu einem gut funktionierenden Verbindungselement zwischen Klassik, Jazz und Pop. Das Konzert fand nicht ohne Grund an diesem Sonnabend statt; an diesem Tag startete der Kartenvorverkauf für das 48. Internationale Dixieland Festival vom 13. bis 20 Mai 2018. Tickets sind an allen Vorverkaufsstellen der Stadt und bundesweit sowie online erhältlich.

Von Wolfgang Zimmermann

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