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Das 4. Dresdner Neujahrssingen in der Scheune widmete sich den besten Movie-Songs

Das 4. Dresdner Neujahrssingen in der Scheune widmete sich den besten Movie-Songs

Der Zeitraum von 1939 bis 2012 wurde in einem breiten Musikreigen neu interpretiert: Hoppla, das klingt aber ernst bis pathetisch. Und entspräche zwar faktisch der Realität, träfe aber nicht den Charakter des 5. Dresdner Neujahrssingens in der doppelt ausverkauften Scheune.

Denn in erster Linie war es ein großer, musikalisch ansprechender Spaß. Und der sich gut für Neudresdner eignet, um sie für das spezielle Neustadtfeeling zu sensibilisieren.

Das Thema hieß diesmal einfach "Großes Kino - Songs from the Movies" und reichte von Judy Garlands Oscar-Song "Somewhere over the Rainbow" aus dem heißen Sommer 1939 bis hin zum jüngsten "Skyfall" von Adele. Die Dresdner Form des Hallenser "Weihnachtssingens" ist ein Wunschkonzert diverser Lokalinterpreten, um deren Auftritt und Titelauswahl bis hinein in den Abend ein Geheimnis gemacht wird, damit Überraschendes passiert.

Die Grundlage der dreistündigen Cover-Revue bietet als wirklich sicheres Fundament die siebenköpfige Begleitband namens "Dresdner Neujahrsorchester" unter Leitung von Tom Vogel, die sich 33 Songs, oft neu arrangiert, eigens aneignen. Viele alte Bekannte der vorherigen Jahrgänge, oft mit gelegentlichen Ausflügen auf Klein- und Mittelkunstbühnen durchaus neustadtbekannt, gaben ihrem Affen den ersten 2013er-Zucker. Wenn die Stimme versagte oder von vornherein nicht taugte, gelang die Show umso besser. So zog sich Poetry-Slammer Thomas Jurisch alias Frank Schöbel zu "Heißer Sommer" bis auf den gestreiften Badeanzug aus und gab körperlich alles. Moderator Hendryk Proske schützte alle und jeden - auch bei Erkältung. Drei Bands hatten eigenwillige Auftritte, zwei davon gelungen: Ernst S. wartete mit der nahezu in originaler Eleganz und Sprache dargebrachten Nummer aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (allerdings mit Kokos als Nussform) auf, während die Nierentische die völlig aus dem Ruder laufende Titantic-Schmonzette "My Heart Will Go On" von Celone Dion anboten, die in wilder Rockmanier unterging. Olaf Schubert war - wie zwei weitere Kollegen von Dekadance - der wie stets unangekündigte Stargast, diesmal als weißer Bee Gee mit "Night Fever", neu war hingegen eine Fast-Strip-Einlage , die aber gut zum Film von Michael Rudolphs Joe-Cocker-Adaption "You Can Leave Your Hat On" passte - der hieß "9 ½ Wochen".

Nach "Born to be wild" (USA/2010), "London Calling" (England, 2011) und "Mad(e) in Germany" (Deutsch/2012) schwenkte man erstmals vom geografischen auf ein inhaltliches Motto um, die bislang recht homogene Gemeinde der Urneustädter erlebte eine Aufweichung, auch in der Alterspyramide, die vor allem in der zweiten Hälfte in ausgelassener Symbiose von Bühne und Publikum bis hin zum großen Finale gipfelte. So ist die Zukunft des Singens wohl gesegnet, wobei nur der frühe Bucher den Kartenwurm für die 5. Edition fangen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.01.2013

Elmar Mann

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