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Da klimpert die Kalauerkasse - Annamateur im "Büro für Ordnung und Chaos Vol. 1"

Da klimpert die Kalauerkasse - Annamateur im "Büro für Ordnung und Chaos Vol. 1"

Am Anfang herrscht noch Ordnung. Das erste "Büro für Ordnung und Chaos" begrüßt seine Gäste mit einer ausführlichen Anwesenheitskontrolle. Die Gastgeberin ("Scholz, Anna Maria?" "Anwesend!") und ihr Ganzganzalleinunterhalter ("Rademann, Max.

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Quotenspanier David Campesino filmt, Annameteur schmeißt die ausverkaufte Show. Ganz rechts die gut gefüllte Kalauerkasse.

Quelle: Dietrich Flechtner

..?", "..." "Unentschuldigt") finden heraus, dass alle vollzählig sind. Auf "Nowitzky, Yvonne" antwortet gar ein ganzer Chor. Der Dresdner Gnadenchor, wie sich später herausstellen soll.

Mit auf der Bühne sitzt außerdem "unser Auge", der Filmemacher David Campesino ("der ist nicht von hier, der ist Spanier"). Per Papierflieger soll ein Protokollführer bestimmt werden, es trifft - das Chaos beginnt - versehentlich den Göttergatten der Dompteuse ("mach das ordentlich, sonst gibt's nachher keinen Sex"), der das Protokoll klammheimlich als Wanderprotokoll weiterreicht.

Annamateur beschreibt das Konzept der Show ("die einen brauchen Chaos - Künstler und so, die anderen brauchen eher Ordnung - das sind so die Einkaufszettelleser, wir wollen beiden etwas anbieten") und ihre intensive Vorbereitung ("ich habe einen Monat gelegen"). Den ausverkauften Scheunesaal hat sie von Anfang an auf ihrer Seite. Und dank der "Kalauerkasse", die im Laufe der Show reichlich gefüttert wird, kann eigentlich auch kein noch so schlechter Wortwitz mehr wirklich schief gehen.

Dass die Urdresdner Antidiva nicht nur unglaublich facettenreich singen kann, wie sie zum Glück zwischendurch immer wieder beweist, sondern zugleich auch mühelos zwischen tagesaktueller Politsatire und sächsisch-bissigem Alltagsspott springt, verschlägt ihren Begleitherren mitunter die Sprache. Der aus Schwarzenberg im Erzgebirge stammende Poetry Slammer Max Rademann revanchiert sich mit einem Einspieler zur "Erzgebirgisierung des Abendlands".

In jeder Show soll es einen musikalischen Gast geben. Zum Auftakt darf sich der ungarische Multiinstrumentalist Dániel Zoltán Vedres politisch unkorrekt bewitzeln lassen, loopt sich zum Dank unter Einsatz diverser Blas- und Schlagutensilien selbst ("Gelooptes Land") und dirigiert am Ende das Leipziger Bimbotownorchestra zur Live-Vertonung des Animationskurzfilms "Video 3000".

Nachdem die Gastgeberin im Orakelmateur das Schicksal Dresdens vorausgesagt und interpretiert hat, darf dann auch endlich das Publikum ran. Ein junger Mann muss sich beim "Plemplem Slam" gegen Annamateur und den Quotenspanier messen und schneidet gar nicht schlecht ab. Ein hippes Mädchen wird von ihren Begleitern als Quiekstimmenbesitzerin verraten und darf mit der gesamten Bühnenbesatzung als Live-Beatbox herhalten.

Nach der Pause stellt Annamateur fest, dass sie die erste Halbzeit gnadenlos überzogen hat, und das halb improvisierte, halb durchgeplante Programm nimmt noch weiter Fahrt auf. Es wird deutlich musiklastiger. Nach zwei Volksweisen des Dresdner Gnadenchors gibt die Gastgeberin mit "Dresden den Dresdnern", "German Angst" und "Schrunzenflug" ein paar politsatirische Schmankerl zum Besten, die ihresgleichen suchen, und beweist schließlich ihr gesangliches Improvisationstalent mit einer "chansonesken" Auslegung eines von Max Rademann im Lauf der Sendung verfassten Slamgedichts.

Auch wenn sich die erste Ausgabe des "Büro für Ordnung und Chaos" an manchen Stellen noch etwas zu sehr ins Unendliche improvisiert, sind die fast drei Stunden (inklusive Pause) doch so kurzweilig vergangen, dass ein begeistertes Publikum zurückbleibt und viele schon die zweite Ausgabe am 24. Februar ins Auge fassen.

Annamateurs "Büro für Ordnung und Chaos", jeden letzten Dienstag im Monat, 20 Uhr, Scheune

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.01.2015

Susanne Magister

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