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Regional City kommen mit ihrem Album "Forever young" in den Alten Schlachthof
Nachrichten Kultur Regional City kommen mit ihrem Album "Forever young" in den Alten Schlachthof
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22:41 09.09.2015

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City waren nicht nur im Osten bekannt, sondern hatten auch das Privileg, ihre Musik im Westen zu veröffentlichen, reisten bereits 1978 zu Konzerten in die BRD und kamen zurück. Im Gepäck eine Bestätigung, City waren da schon eine gesamtdeutsche Band, deren Musik in beiden Teilen des Landes verstanden wurde. Hartnäckig hält sich auch die schöne Geschichte, dass Keith Richards "Am Fenster" gehört haben soll und das Stück überaus gut fand. City hat zwar nie Kontakt zu ihm gehabt, aber sie dementieren diese Meldung bis heute nicht, sondern genießen das Lob.

Mit dieser Aura lebte es sich etwas leichter, die Nachfrage nach ihren Langspielern war groß und die Band stellte etwas dar - nicht zuletzt eben wegen der Kontakte in den Westen, die jeden DDR-Bürger von der grauen Masse abhob, da stellten Musiker keine Ausnahme dar. Musikalisch arbeitete die Band weiter an ihrem Alleinstellungsmerkmal, experimentierte mit vielen elektronischen Raffinessen und legte 1987 mit "Casablanca" ein Album vor, das bis heute nachwirkt. "Wand an Wand" ist eines jener Liebeslieder, die in erster Linie eine eigene Botschaft haben, "wollen wir uns kennenlernen, müssen wir das Haus verlassen", resümiert Toni Krahl in dem Lied, ein Sinnbild für die Ausweglosigkeit, die sie spürten. In einem geteilten Land zu leben fiel auch ihnen schwer.

Eine Provokation, die in der DDR nicht folgenlos blieb. "Casablanca" verschwand für einige Zeit aus dem Handel, erst die Drohgebärde, mit diesem Verkaufsstopp an die Öffentlichkeit zu gehen, führte dazu, dass "Casablanca" wieder erschien. Vor diesem Hintergrund fiel es schwer, die Ehre zu genießen, unter dem Etikett Ostrock nach 1989 weiter auf die Bühne zu gehen. Geholfen hat da nur ein ganz besonderes Selbstverständnis, Musik als eine eigene Ausdrucksform zu verstehen, sich zu lösen von Rahmenbedingungen, die sich schwerlich verändern lassen. Ebenso verhält es sich ganz augenscheinlich mit dem Älterwerden. City sind jung geblieben, wollen mit der 40-jährigen Erfahrung nicht hausieren gehen, sich stattdessen lieber täglich neu erfinden, ihrer rockigen Musik verpflichtet, gebunden an das Erwartungsbild. Sie können es bedienen, ohne sich zu verbiegen, und genau diese Fähigkeit füllt ihnen noch immer die Säle zwischen Berlin und Chemnitz, zwischen Rostock und Dresden.

Im Gepäck haben sie auf der aktuellen Tour alles, was heute von ihnen erwartet wird und eine neue Platte, die trägt den passenden Titel "Für immer jung". Zwölf Songs, kein Best Of - dafür eine Ansage nach dem Motto: seht her, hört hin, wir sind noch lange nicht fertig, wir sind die Band aus Berlin, die für ihr Publikum spielt, seit 40 Jahren. "Für immer jung" ist ein erfolgreicher Brückenschlag zwischen dem, was war und dem, was noch kommen kann, keine Bilanz, sondern ein Ausblick, ein Wegweiser dorthin, wo die Band hin will. In die Herzen der Fans und die Erinnerung wach halten - ein bemerkenswerter Ansatz, der zumindest Aufmerksamkeit verdient. Das dabei zwangsläufig der Vergleich zu Bob Dylan auffällt, der "Forever young" bereits etablierte, mag Zufall sein, tut dem Anliegen aber keinen Abbruch.

City, Sonnabend, Alter Schlachthof, Beginn: 20 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.03.2012

Stephan Wiegand

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