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Bundesweite Vernetzung: Dresdner Kunststudenten gründen Pluralprojekt 2013

Bundesweite Vernetzung: Dresdner Kunststudenten gründen Pluralprojekt 2013

Was haben eine Kunststudentin, ein Rocksänger, eine Mikrobiologin, ein Bildhauer, ein Philosoph und ein Astrophysiker gemeinsam? Sie alle eint das Interesse an Kunst, noch mehr aber das Interesse an einer konstruktiven Vernetzung.

Nicht per Facebook, Tumblr oder Twitter, sondern ganz real, in einem interdisziplinären Kunstprojekt. Über 90 Künstler, Wissenschaftler und Experten aus ganz Deutschland treffen sich vom 7. September bis zum 5. Oktober im Atelierhof Kreuzberg in Berlin, um ihre fragmentierten Spezialisierungen zu lockern und an einem grenzüberschreitenden Produktionsprozess teilzuhaben.

"Wir wollen den Austausch zwischen bildender und darstellender Kunst, Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften radikal vorantreiben", sagt Diana Wehmeier, Studentin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Sie hat mit Denny Brückner, Anne Grützner, Patricia Detmering sowie Benjamin Hummitzsch - Studenten der Klasse von Ralf Kerbach und Peter Bömmels - das Pluralprojekt 2013 ins Leben gerufen. "Dieser Monat wird ein einziges Experiment. Wir kennen einander nicht, aber wir vertrauen uns. Wir haben dringend nach genau solch einer Kommunikationsplattform gesucht", sagt die 28-Jährige und begründet dies weiter: "Trotz eines allgemeinen Trends zu intermedialem und interdisziplinärem Arbeiten bleiben innovative Positionen oft seltsam isoliert. Wir wollen genau das mit diesem Werkstattmonat ändern. Mit aufwendig vorbereiteten Diskussionsrunden, mit konkreten Arbeitsaufgaben, mit gezielten Fragestellungen."

Zum Beispiel mit dieser: Was geschieht, wenn fremde Thematiken aufeinander treffen? Was haben sich eine Tänzerin und ein Fotograf einander zu sagen, was eine Mikrobiologin und ein Bildhauer, was ein Jurist und ein Designer? Können sie Themen wie Wirklichkeit, Unmittelbarkeit, Natur und Transhumanismus wirklich inhaltlich bedienen oder reden sie aneinander vorbei?

Auch wenn in diesem Monat neue Texte, Bilder und Kompositionen entstehen sollen, ist das für die Organisatoren nicht das vorrangige Ziel. Ihnen geht es ausschließlich um den Prozess, um das, was im Miteinandertun und Nachdenken passiert, und um das, was in möglichen, bis dato nicht gedachten Abläufen freigesetzt wird. "Das ist für uns sehr mit Aufregung verbunden. Der Atelierhof ist jeden Tag geöffnet", erklärt Diana Wehmeier. "Das heißt für uns, dass das Publikum an diesem Prozess Einfluss nehmen kann. Das aber birgt Risiken in sich, wir sind eben nicht allein unter uns, sondern unter uns allen."

Genau das aber mache auch den Reiz für dieses Unterfangen aus, Überraschungen seien eben nicht ausgeschlossen, erklärt sie weiter. Pluralprojekt 2013 wird gefördert und unterstützt unter anderem von der Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst und der Dresdner Talentschmiede e.V. sowie über das Crowdfunding-Portal Startnext. Informationen dazu finden sich unter pluralprojekt.wordpress.com/ sowie unter startnext.de/pluralprojekt. Atelierhof Kreuzberg, Schleiermacherstr. 31-37/10961 Berlin, tägl. ab 14 Uhr, außer Montag.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.09.2013

Adina Rieckmann

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