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Bestürzung über den Tod Martin Roths

Nachrufe und Würdigung Bestürzung über den Tod Martin Roths

Der Tod des langjährigen Dresdner Museumschefs Martin Roth hat in Kultur und Politik für viel Bestürzung gesorgt. Postum gewürdigt wurde er unter anderen von seien ehemaligen Kollegen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Hygiene-Museums. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte Roths Witwe. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte Roth einen der besten und einflussreichsten Museumsleiter der Welt.

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Martin Roth

Quelle: Dpa

Dresden.

Roth war nach schwerer Krankheit am Sonntag in Berlin gestorben. Er wurde 62 Jahre alt. 1991 hatte er den Direktorenposten am Dresdner Hygiene-Museum übernommen. Danach kümmerte er sich um die Vorbereitung der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. 2001 kehrte er nach Dresden zurück, wo er SKD-Generaldirektor wurde. Zehn Jahre später wechselte er nach London an die Spitze des Victoria and Albert Museum, das er nach dem Brexit-Votum 2016 wieder verließ.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte Roth einen der besten und einflussreichsten Museumsleiter der Welt. „In seiner erfolgreichen Karriere hat Martin Roth neue Maßstäbe für die Museumsarbeit gesetzt“, erklärte Gabriel gestern. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bezeichnete Roth als „eine der markantesten und auch streitbarsten Persönlichkeiten“ der deutschen und internationalen Museumswelt.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, wertete seinen Tod als „niederschmetternde Nachricht“. „Die Kultur in Europa verliert einen wichtigen Akteur“, wurde der Direktor der Kulturstiftung Sachsen, Ralph Lindner, in einer Mitteilung zitiert. Roth war von 1996 bis 2003 Präsident der Stiftung.

Roth habe wie kaum ein anderer die Dresdner Kunst- und Kulturlandschaft gestaltet und geprägt, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). „Sein wacher und kritischer Geist und seine klugen Ideen machten ihn international zu einem der erfolgreichsten Museumsdirektoren, Kulturmanagern und Kunst-Netzwerkern unserer Zeit.“

„Ich bin tief erschüttert über den Tod Martin Roths. Es ging viel zu schnell und er ging viel zu früh“, hatte sich Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) bereits am Sonntagabend geäußert. Für Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) verdankt die Stadt Roth die Neuerfindung ihrer Museumslandschaft. „Seine Stimme wird Dresden fehlen.“

In London zollte Nicholas Coleridge, Vorsitzender des Stiftungsrates des Victoria and Albert Museum, seinen Respekt. An Martin Roth werde man sich als einen Mann von ungeheurer Energie erinnern, hieß es in einem Statement Coleridges, das auf der Homepage des Museums veröffentlicht wurde. Roth sei „ein Direktor mit globaler Reputation in der Museumswelt und darüber hinaus“.

Die SKD und das Hygiene-Museum bekundeten sowohl auf ihren Websites als auch auf Facebook ihre Trauer. Die SKD verschickten zudem eine Mitteilung, in der Roth als „brillanter Manager, Teamplayer und Kommunikator“ gewürdigt wurde. Er habe eine Ära geprägt, die zu den bedeutenden und richtungsweisenden in der Geschichte des Hauses zähle. „Der Tod von Martin Roth hat uns tief bestürzt“, ließ sich SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann zitieren. „Mit ihm verlieren wir alle einen liebenswerten Kollegen, der mit seinem Mut Grenzen überschritten und weit in die Zukunft gedacht hat. Er war mir immer Vorbild in seinem Idealismus, mithilfe der Kunst gesellschaftliche Prozesse voranzutreiben. Wenn er als Agent Provocateur auftrat, dann immer in diesem Sinne.“

Auch die Mitarbeiter des Hygiene-Museums äußerten sich anerkennend über ihren ehemaligen Chef. Roth habe bei seinem Amtsantritt 1991 „mit sicherem Gespür für Menschen und Atmosphären ein interdisziplinäres Team von Spezialisten und Träumern zusammengestellt, das in dieser gesamtgesellschaftlichen Umbruchphase aus dem Dresdner Traditionshaus so etwas wie die Factory der Deutschen Museumslandschaft werden ließ“, hieß es in einem Nachruf.

Von Torsten Klaus

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