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Regional „Begegnung der Künste“ 2018 mit Rodins „Der Denker“ im Albertinum in Dresden
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19:01 25.01.2018
Auguste Rodin, Der Denker, 1881-83 (Vergrößerung 1903), Gips, Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden Quelle: Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Werner Lieberknecht
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Dresden

Mit „Der Denker“ von August Rodin (1840–1917) steht eines der bekanntesten Werke in der Geschichte der modernen Skulptur im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung „Begegnung der Künste 2018“ an diesem Sonnabend im Lichthof des Dresdner Albertinums. Sein Schöpfer hat die Bildhauerei eines ganzen Jahrhunderts in einer Weise geprägt, die mit der Wirkung Michelangelos für die Kunst der Hochrenaissance vergleichbar ist. Rodins Meisterwerk – 1904 auf der Kunstausstellung Dresden erworben (Geschenk von Fritz Emil Günther, Dresden) – stellt Astrid Nielsen vor. Ihre Kunstbetrachtung wird gerahmt von Literatur und Musik, darunter die Novellen „Das Modell“ und „Einsamkeit“ von Guy de Maupassant sowie Musik für Klarinettenquartett von Jean Françaix, Sergej Prokofjew, Camille Saint-Saëns u.a. Zu erleben sind Ahmad Mesgarha vom Staatsschauspiel Dresden und ein junges Leipziger Ensemble mit Henriette Störel, Debora Dusdal, Eva Jurisch (Klarinetten) und Keven Weimann (Bassklarinette).

Auguste Rodin, Der Denker, 1881-83 (Vergrößerung 1903), Gips, Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden Quelle: Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Foto: Werner Lieberknecht

Der Verein Freunde der Dresdner Galerie Neue Meister e.V. mit seiner Vorsitzenden Gudrun Meurer lässt auch in diesem Jahr an fünf Abenden Bildende Kunst, Musik und Literatur zusammentreffen und schafft somit den besonderen Rahmen, um Wechselbeziehungen zwischen den Kunstgattungen erlebbar zu machen. Birgit Dalbajewa, Heike Biedermann, Astrid Nielsen, Kathleen Reinhardt und Holger Birkholz – Kunstwissenschaftler der Galerie Neue Meister – haben die Kunstwerke ausgewählt und bringen sie dem Publikum näher. Annette Unger, Geigenprofessorin an der Hochschule für Musik Dresden, sowie Steffen Gaitzsch (Violine) und Harald Hufnagel (Viola) von der Dresdner Philharmonie sorgen für den musikalischen Rahmen mit einem Programm, das – jeweils korrespondierend mit Kunstwerk und Epoche – durch Lesungen von Schauspielern vollendet wird (Literaturauswahl Isolde Jähnigen). Als Interpreten sind in bewährter Weise Studierende und Professoren der Hochschule für Musik und Mitglieder der Dresdner Philharmonie zu erleben.

Fortgesetzt wird der 51. Jahrgang der traditionsreichen Veranstaltungsreihe am 10. März mit Maria Nordmans „Cite I – IV, 1989“ (4 Holzkästen mit je 4 Zeichnungen), Improvisationen von Steffen Gaitzsch (Violine) und Günter „Baby“ Sommer (Schlagzeug) sowie Texten von William Saroyan und Yasmina Reza. Die 1943 in Görlitz geborene Künstlerin Maria Nordman ist in Frankreich aufgewachsen und lebt und arbeitet in Los Angeles, in Europa und in den Städten, in denen ihre ortsspezifischen Installationen entstehen. In Dresden war bereits 2014 ihre Arbeit „Intergenerational Presencing“ im Lichthof zu sehen.

Ein üppiges, auf einem Tisch aufgestelltes Arrangement verschiedener Blumen in voller Blüte zeigt das 1918 entstandene Stillleben „Blumenkorb mit Amaryllis und Kalla“ von Lovis Corinth (1858–1925), das am 21. April auf der Staffelei bei der „Begegnung der Künste“ steht. Es gelangte als erstes Bild des Künstlers noch im Entstehungsjahr in die Dresdner Galerie. Dazu werden Musik von Franz Schubert und Prosa des englischen Schriftstellers und Dramatikers John Galsworthy zu Gehör gebracht.

Nach der Sommerpause erklingen am 6. Oktober Streichquartette von Johannes Brahms und Mikalojus Konstantinas Ciurlionis sowie Lyrik und Prosa von Josef Eichendorff und Novalis, wenn es um ein Gemälde von Carl Gustav Carus (1789–1869) geht. Der Arzt von Caspar David Friedrich hat von ihm wesentliche Impulse für seine eigene künstlerische Arbeit erfahren. Mit der Kindersterblichkeit (sechs seiner elf Kinder starben) setzte sich Carus nicht nur in seinen medizinischen Schriften auseinander. Die „Winterlandschaft mit verfallenem Tor“ (1816/18) widmete er seinem Sohn Ernst Albert, der 1816 im Alter von drei Jahren einen Scharlachfieberanfall nicht überlebte.

Zum Abschluss der Saison wird noch einmal am 17. November zur „Begegnung der Künste“ eingeladen. Dann treffen das Selbstbildnis „Sehnsucht“ von Otto Dix (1891–1969), Lieder und Balladen über Sehnsucht und Tod – dargeboten von Studierenden der Liedklasse der HfM Dresden unter Leitung von Olaf Bär und Ulrike Siedel – und Geschichten des Österreichers Alexander Roda Roda aufeinander. Otto Dix war nach vier Jahren Kriegsdienst an vorderster Front Anfang 1919 nach Dresden zurückgekehrt. „Sehnsucht“ gehört noch der Periode an, in der Dix mit künstlerischen Mitteln des Futurismus und Kubismus um eine Bewältigung des Kriegserlebnisses rang. Ob er das Selbstbildnis tatsächlich unter dem Arm auf dem Trittbrett eines überfüllten Eisenbahnwaggons aus seiner Heimatstadt Gera mitgebracht oder erst nach seiner Wiederaufnahme des Studiums in Dresden vollendet hat, ist nicht endgültig geklärt (1970 Stiftung Marianne Britze, Bautzen).

Begegnung der Künste 2018

27. Januar: Auguste Rodin/Der Denker (1903)

10. März: Maria Nordman/Cite I-IV (1989)

21. April: Lovis Corinth/Blumenkorb (1918)

6. Oktober: Carl Gustav Carus/ Winterlandschaft (1816/18)

17. November: Otto Dix/Sehnsucht (1918/19)

Lichthof im Albertinum (Eingang Georg-Treu-Platz 2) Beginn jeweils 19.30 Uhr, Einlass 18.45 Uhr, Karten 15 Euro (erm. 7, Vereinsmitglieder 5) an der Abendkasse

www.freunde-galerie-neue-meister.de

Von Silke Fraikin

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