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Bauarbeiten in der Dresdner Schauburg dauern länger als geplant

Verzögerung Bauarbeiten in der Dresdner Schauburg dauern länger als geplant

Die Dresdner Schauburg bekommt zwei zusätzliche Kino-Säle – mit fünf Sälen wird man de facto ein Multiplex-Kino, aber beim Spielplan setzt das Haus auch weiterhin vorrangig auf Arthouse- und Independentfilme. Jetzt erklärten die Bauherren, wie es um den Zeitplan steht.

Kino auf dem Dach: An der Schauburg wird gebaut.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Die Baubranche boomt in Deutschland – und genau das macht der Schauburg ein bisschen zu schaffen. „Die Bestellfristen für einige Materialien sind mittlerweile enorm“, meinte am Donnerstag Schauburg-Chef Stefan Ostertag, der zudem flachste, es sei fast wie zu DDR-Zeiten, als man auf den bestellten Trabant auch „ein bisschen“ warten musste. Aber das ist nicht der Grund, weshalb der anvisierte Eröffnungstermin am 15. Oktober nicht zu halten ist. Es dauert eben, wenn ein Filmtheaterbau, der 90 Jahre auf dem Buckel hat und nur gelegentlich aufgehübscht wurde, nun nicht nur grundlegend saniert, sondern umfassend erweitert wird.

Was ursprünglich 1927 mal mit einem Saal mit einem Fassungsvermögen von knapp 1000 Sitzplätzen begann und dann 1994 in drei Säle aufgesplittet wurde, wird nun – nennen wir das Ding beim Namen – zum „Multiplex“. Die neue Schauburg wird fünf Säle haben! Ein Saal wird wie schon der Lang-Saal unterirdisch sein, wofür der Innenhof umgegraben werden muss, ein weiterer mit rund 160 Plätzen wird ganz oben zu finden sein. Um ihn einzubauen, musste ein Drittel des Dachs abgedeckt werden – das dann der Sommer so mies werden würde, war nicht abzusehen, aber wenigstens gelang es, „das Wasser draußen zu halten“, wie Ostertag erklärte. Einem Teil der Schauburg wurde also regelrecht ein Dachgeschoss aufgesetzt, das sich auch optisch abheben wird – und zwar sowohl farblich als auch vom Material her. Angedacht ist eine zweischalige Metallverkleidung, wie Benjamin Grill und Hendrik Neumann von „G.N.b.h.“-Architekten mitteilten.

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Die Bauherren stellten am Donnerstag den Stand der Bauarbeiten an der Schauburg vor.

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In allen Sälen werden die Abstände zwischen den Sitzreihen größer sein als bisher, entsprechend wird der Sergio Leone“-Saal zwar immer noch der größte Saal bleiben, aber einen Tick weniger Plätze bieten. Neben dem Lang-Saal wird noch und ein weiterer Saal so eingerichtet, dass es möglich ist, 3D-Filme abzuspielen. Da geht man ein bisschen mit der Zeit, auch wenn die Erfahrung lehrt, dass „es viele Eltern in der Neustadt zu schätzen wissen, dass in der Schauburg Filme einfach 2D gespielt werden“, wie Ostertag mitteilte. Überhaupt wird das bisher vom Programmkino dominierte Konzept weitgehend beibehalten, wie er zudem versicherte. Alle Säle bekommen eine gefaltete Wandbespannung, nur beim großen Sergio Leone“-Saal hat man sich für eine glatte Wandbespannung entschieden. Als Stoff wählte man Samt, das ist gut für die Akustik. In jedem Saal ist die Wandbespannung anders, im Fritz-Lang-Saal beispielsweise grün.

Auch bei der Farbgestaltung außen wie innen im Foyer gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Möglichst nah ans Original sollte es gehen – immer in Abstimmung mit den Behörden, etwa dem Landesamt für Denkmalpflege. Seit Mai 2017 wird gebaut. Und mag der Eröffnungstermin nicht zu halten sein, bei den Kosten, die sich „im niedrigen siebenstelligen Bereich“ bewegen, liegt man im Plan. Gleichwohl wird der Geburtstag der Schauburg am 15. Oktober wenigstens ein bisschen gefeiert. Es gibt Führungen um 15, 16 und 17 Uhr, eine kleine Ausstellung im Foyer und auf die Baugerüsthüllen will man Kurzfilme projizieren.

Von Christian Ruf

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