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Axel Anklam mit neuer Ausstellung in Dresden-Hellerau

Axel Anklam mit neuer Ausstellung in Dresden-Hellerau

Unter dem Titel "Phos" (aus dem Griechischen, zu deutsch: heiteres Licht) vereint die Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten Hellerau ein Dutzend Skulpturen und eine Installation des in Berlin und Bad Freienwalde lebenden Künstlers Axel Anklam (geb.

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Axel Anklam, Muleta, 2006, Stahl und Latex.

Quelle: PR/Werkstättengalerie

1971 in Wriezen). Die ganz mit dem Großraumbüro der Werkstätten schwingenden Arbeiten des Kunstschmiedes und Bildhauers leben von Licht und Farbe, die, je nach Intensität der Sonneneinstrahlung, im Raum zu leuchten beginnen. Anklam arbeitet mit modernen industriellen Materialien, vor allem mit Edelstahl und den in den 60er Jahren durch die Chemie entwickelten Epoxydharzen und Glasfasern. Für Statik und Form der Skulptur schmiedet der Künstler ein skelettförmiges Edelstahlgerüst, über das schließlich die farbige Epoxydhaut gezogen wird. Sozusagen eine alte Technologie, denn schon die Eskimos ordneten für ihre Boote Robbenknochen gerüstartig an und überzogen sie mit deren Häuten. Durch die Transluzenz der Epoxydharzflächen wird die Konstruktion aus Edelstahl an vielen Stellen bewusst sichtbar gemacht. Die Oberflächen der Gebilde sind fragil, fein gespannt und leicht verletzbar.

Axel Anklam setzt mit seinen Skulpturen farbige und formale Akzente im Raum, die durch ihre Transparenz wechselnde Lichtwirkungen erzeugen und auch immer im Dialog miteinander stehen. Unter den Arbeiten sind Solitäre und im Raum freischwingende Konstrukte, aber auch solche, die direkt auf dem Boden in der Schräge eine Verbindung mit der Erde herstellen, sich wie Eisschollen oder aufgebrochene Platten über oder in sie zu schieben scheinen ("Territories", 2009). Andere wieder hängen wie Bilder oder plastische Reliefs an den Stellwänden und geben Landschaftseindrücke wieder ("Honey hills", 2008). Anklam nahm sie bei Wanderungen in den Bergen in sich auf und arbeitete sie seit 2010 in seinen Skulpturen in ungewohnt farbig-leuchtenden Oranges, Gelbs und Rots ab. Die Natur ist dabei für ihn eine große Anregerin; viele ihrer Formen hat der Künstler ihr durch Einfühlung abgesehen und in die Skulptur poetisch übertragen. Dabei verändert auch die Verwendung von industriellem Material den Eindruck des Betrachters: Vergangene Formen leben sich in moderne ein. Anklam setzt seine Beobachtungen in der Natur aber nicht eins zu eins um, wandelt sie zu Formen, die teils aus dem Formenkanon der Bildhauerei stammen und darüber hinausgehen. Die Komplexität der Form äußert sich besonders in der titelgebenden Skulptur "Phos" (2012/13) im Außenbereich der Werkstätten. Dabei handelt es sich um eine in die Vertikale gerichtete, fast sechs Meter hohe Stahlskulptur aus unterschiedlich bearbeiteten Stählen, die in den offenen Raum greifen und dessen Formen sich erst beim Herumgehen aus unterschiedlicher Perspektive erschließen. Gitterformen und netzartige Stahlgeflechte bilden dabei die oft blütenförmigen Flächen, während die Konstruktion linear und geometrisch gehalten ist. Bei einigen seiner Skulpturen formt er Kreatürliches (ähnlich Muschelformen und Fledermausflügeln) zu in sich verschränkten und verquickten Formen ("springende Ringe", 2006) um, die zum Teil voller feinem Humor sind. Die mit Edelstahl und Fiberglas verarbeitete, weinrote Großskulptur "Muleta" (2006/12) assoziiert einen teilweise ausgeweideten großen Fisch, in dessen geheimnisvolle Inneres man blickt.

Über allem hängt in drei Meter Höhe ein Stahlgeflecht, das wie Wolken das Licht aufnimmt und in feinen Silbertönen reflektiert. Die gewellten Drahtobjekte fügen sich zu einer auf den Raum antwortenden Installation, die auch etwas von einem Klang haben. Anklam hatte sich vor einigen Jahren besonders mit der Musik beschäftigt und sich deren tonale Berechnungen für die Skulptur nutzbar gemacht. In der jetzigen Ausstellung ergibt die Zusammenschau aller Dinge einen harmonischen, wie eine Landschaft anmutenden Eindruck, als ob der Künstler oben und unten und vor allem das Dazwischen gleichermaßen kalkuliert zu haben scheint.

iBis 13. Dezember. Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten Hellerau (Unternehmensneubau), Moritzburger Weg 68, 01109 Dresden. Kontakt: 0351/21 590 202, geöffnet: Mo-Fr 9-17 Uhr. www.dwh.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.11.2013

Heinz Weißflog

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