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Regional Ausstellung über Muslime im eröffnet im Dresdner Bertolt-Brecht-Gymnasium
Nachrichten Kultur Regional Ausstellung über Muslime im eröffnet im Dresdner Bertolt-Brecht-Gymnasium
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23:50 09.09.2015
Die Schülerin Lisa Martha Kunkel führt Mitschüler und Gleichaltrige durch die Ausstellung über Muslime. Quelle: C. Fritzsche
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Heute eröffnet im Bertolt-Brecht-Gymnasium (BeBe) eine Ausstellung, die sich ebenfalls mit dem Thema Glaube beschäftigt. "Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland" nennt sich diese interaktive Galerie. Die Ausstellung zeigt Facetten des Alltags von Muslimas und Muslimen in Deutschland. Deren Religiosität ist dabei nur einer von vielen Aspekten, die im Leben junger Menschen wichtig sind. Das Besondere: Schüler führen ihre Mitschüler durch die Ausstellung.

Die 18-jährige Lisa Martha Kunkel ist eine dieser sogenannten "Peer Guides" und berichtet von Erlebnissen des Fremdseins. Sie ist Schülerin der elften Klasse am Bertolt-Brecht-Gymnasium. Im letzten Jahr zog sie von Thüringen in die Landeshauptstadt, um das internationale Abitur zu absolvieren. Sie hat sich freiwillig für die Aufgabe in der Ausstellung gemeldet. Im Vorfeld machte die Schülerin eine viertägige Ausbildung. Dort lernte sie alles über den Islam, junge Muslime und deren Alltag. "Ich finde die Idee spannend, dass Jugendliche ihre Gleichaltrigen etwas lehren", sagt die 18-Jährige.

Das Thema interessiere sie nicht nur wegen der aktuell diskutierten Problematik in der Landeshauptstadt, sondern auch aus eigenen Erfahrungen, die sie gern weitergeben möchte. "Ich war nach der 10. Klasse ein Jahr in Indien", erzählt sie. "Ich wurde dort mit offenen Armen empfangen, aber ich habe auch gelernt, was es bedeutet, fremd in einem Land zu sein." So wurde ihr die Thematik der Ausländer in Indien bewusst. Das Thema Flüchtlinge beschäftigt die junge Frau seit vergangenem Jahr. In ihrem Heimatdorf Crawinkel gibt es ein Flüchtlingshaus, in dem sie im vergangenen Sommer war. "Das sind Menschen wie du und ich", berichtet Lisa Martha Kunkel. Besonders die aktuelle Diskussion um Flüchtlinge bewegt die Schülerin. "Viele Menschen in Dresden sind gegenüber Ausländern negativ eingestellt, das macht mich traurig", sagt sie. "Man sollte nie jemanden verurteilen, ohne vorher mit ihm gesprochen zu haben."

Die Ausstellung "Was glaubst du denn?!" beschäftigt sich mit vielen Fragen: Was bewegt muslimische Jugendliche? Wie denken sie über ihre Zukunft? Was bedeutet ihnen ihre Herkunft? Wie blicken sie auf Deutschland? Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Wanderausstellung auf Tour geschickt, um solche Fragen zu beantworten und mit Vorurteilen aufzuräumen.

"Natürlich behandelt die Ausstellung auch das Thema Kopftuch", erzählt die Schülerin. "Viele Frauen tragen es, weil sie daran glauben und nicht weil sie gezwungen werden." In einer Präsentation mit Videoporträts, Comics, Animationsfilmen und interaktiven Stationen können die Besucher Fragen stellen, Kommentare hinterlassen und sogar selbst Filme produzieren. Für Lisa Martha Kunkel ist diese neuartige Präsentation ein großer Vorteil für die Schüler.

Insgesamt 90 Minuten dauert eine Führung, durch die insgesamt 31 Schüler in zwei Gruppen führen. "Ich bin nicht aufgeregt, sondern sehr neugierig auf die Fragen der Besucher", sagt die 18-Jährige. Bis zum 29. April ist die Ausstellung in der Aula des Bertolt-Brecht-Gymnasiums in der Lortzingstraße 1 für Schulklassen oder Schülergruppen aller Schulen in und um Dresden geöffnet. Jeweils um 7.30, 9.30 und 13.30 Uhr finden Führungen durch die Ausstellung statt, für die man sich im Internet anmelden muss.

Weitere Informationen unter www.wasglaubstdudenn.de unter dem Stichwort "Tourenkalender"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.03.2015

Juliane Just

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