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Regional Ausstellung des Kunsthauses Dresden in Kooperation mit der HfBK
Nachrichten Kultur Regional Ausstellung des Kunsthauses Dresden in Kooperation mit der HfBK
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17:41 09.09.2015
Im Erdgeschoss des Kunsthauses zeigt die Klasse von Eberhard Bosslet ihre Arbeiten: Robert Brandes, Alex Lebus, Marcel Walldorf und Frank Zitzmann. Quelle: David Brandt

41 Meister nebeneinander in einer Ausstellung zu präsentieren, das ist sportlich und als Überschau mit Sicherheit auf jeden Fall effizient. Doch für wen sind sie wirklich da, diese fortgesetzten "Leistungsschauen"? Auf wen zielt man mit solchen gemeinschaftlichen Paradiesgärten überhaupt ab, wenn die "Entdeckung" und die konzentrierte Präsentation einzelner Werkqualitäten sich die Kunsthäuser selbst nicht mehr zur Verantwortung machen?

Das Konzept der Meisterabschlussausstellung aller 41 Absolventen dieses Jahrgangs bildet den Rahmen. Schon räumlich ist nicht viel mehr möglich als ein denkbar kleiner Ausschnitt aus den einzelnen Künstlerpositionen. Insgesamt läuft das dann wie bei einem Angebotskatalog, wo in der Konsequenz das Augenmerk auch darauf liegt, was sich je bieten kann für eine mögliche "praktische" Anwendung. Als konzentrierte Ausstellung oder auch nur als Ahnung fürs einzelne künstlerische Programm funktioniert das kaum. Die einzelnen Arbeiten, auf die man sich durch die wechselnden Positionen nur schwer in ihrer je eigenen Blickrichtung einstellen kann, vermögen allenfalls ansatzweise ein Bild oder Interesse zu vermitteln. Auch wenn beispielsweise Michael Klipphahn mit seinem fotorealistischen Mädchenporträt "Frame JC" in Öl auf Papier, aber auch in seiner Mixed Media Arbeit "Servant" durchaus im Einzelstück einen Hingucker erzeugt, entsprechend seiner technischen Präzision. Auch die Installation "Ensemble 2 - übergreifend" von Maja Gratzfeld vermittelt im Bildmedium des gewissermaßen analogen "Displays" seinen besonderen Reiz. Mit schichtenweise voreinander gehängten bedruckten Folien bildet sich die Räumlichkeit einer Landschaft im vermutlich Nahen Osten aus, die in ihren Sequenzen auch Reflexe auf aktuelle Konflikte und Kriegshintergründe frei gibt.

Und schon ist man weiter gegangen im Meisterreigen zur nächsten Position. In der nach den Lehrern geordneten Präsentation ist das Interesse an den formalen Kategorien und Einflüssen so genommen auch zwangsläufig. Bei den malerischen Positionen zeigen sich damit auch Referenzen auf Handschriften jüngerer "Malerväter" aus hiesigem "Stall" wie Martin Mannig und Theo Boettcher. Deutlich wird, dass sich diejenigen Arbeiten und die Künstler besser vermitteln, die man schon im anderen Zusammenhang die Gelegenheit hatte, breiter wahrzunehmen.

Eventcharakter der Hängung

So lag bei mir nahe, die zeichnerische Position Daniel Hoffmanns für eine intensivere Betrachtung aus der Masse herauszufischen, da er mir in seinem Atelier auch bereits einmal schon als sehr genauer "Bildarbeiter" begegnet war, in diesem Jahr mit dem Greifswalder Caspar David Friedrich Preis gewürdigt worden. Was in der Präsentation verwirrte, war allerdings der Eventcharakter der "Hängung" mit noch weiteren Künstlerpositionen in einem gebauten Ausstellungs-"Kiosk", der nach Medienbeschreibung allerdings als Objekt keinem der Künstler zuzuordnen war. Da verunklärt der Anspruch der Ausstellungsarchitektur die konzeptuellen Themensetzungen und Auffassungen der Künstler, was in einem anderen Fall (Swaantje Königs gebaute "Ecke") kaum von anderen praktischen Raum-Einbauten unterscheiden lässt.

Da ich Anna-Theresa Wittmann bereits zu würdigen gelernt hatte, indem ihr die Galerie Ursula Walther im Sommer in einer Doppelausstellung fast um die Ecke einen breiteren Raum zur Präsentation ihrer formsinnigen und sich mit Notationssystemen beschäftigenden multimedialen Installationen geboten hatte, kam ich ihrem Ansatz und Bildinteresse auch in der gezeigten Arbeit "Mono" näher. Schade war, dass sich die Arbeit Frank Zitzmanns im Erdgeschoss mit seiner auch räumlich eingeengten Warndreieck-Installation "Keep your distance" leider nur als fixe Idee vermitteln kann und seinen konzeptuellen Gesamt-Ansatz kaum in der ihn charakterisierenden formbewussten und fidelen Weise, mit unserer verkehrsformgewohnten Perspektive umzugehen, deutlich macht.

Die inhaltlich-thematische Klammer der so unterschiedlich ansetzenden "New Masters" wird deren einzelne Angebote leider oft nur als Spitzfindigkeiten vermitteln können und notwendigen kunstimmanenten Kriterien für eine in der Öffentlichkeit sinnvolle Begründung einer Meister-Nobilitierung kaum aufhelfen. Vielleicht ist es bezeichnend, dass mich in diesem Rahmen besonders die Serie der kleinen Papierarbeiten Dmitri Krenzers aufmerken ließen, im Bewusstsein, dass ich davon gern noch mehr gesehen und gern mehr zur Technik gewusst hätte, um mir Ansatz, Standpunkt und Präsenz ihrer Bildreflexion besser erschließen zu können. So leise und konzentriert auf ihre Bildform, wie sie waren, waren sie mir lieber, als noch weitere von 41 so unterschiedlichen bildnerischen Ansätzen zu sehen. Wenn es noch um die Katalog-Auswahl hinsichtlich gesellschaftspraktischer Anwendungen gehen soll, dachte ich, könnte ich mir z.B. Michael Nowottny für seinen Zeichenduktus im Sinne des Gerichtszeichnens merken, und für eine inhaltliche Verwendung im Wende-Jubiliäumsjahr: Henrike Pilz und Anne Seiler. Die Frage "Gefällt Ihnen die Ausstellung" von Heidi Morgensterns Video-Performance ist also gar nicht so leicht zu beantworten...

Jedenfalls wäre wohl eigentlich besser, den Würfel entscheiden zu lassen zugunsten einer konzentrierteren Präsentation, als diese Masse an Meistern in solcher Kürze auf ein Mal zu zeigen, wenn schon nicht gezielt ausgewählt werden will.

bis 2. November, Kunsthaus Dresden, geöffnet Di-Do 14-19, Fr-So 11-19 Uhr, Fr Eintritt frei

kunsthausdresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.10.2014

Lydia Hempel

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