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Auf der Suche nach dem Garten Eden

Plein-Air-Ausstellung in Batzdorf Auf der Suche nach dem Garten Eden

Schloss Batzdorf bei Meißen ist ein wohltuender Kraftort, wo künstlerisch angestrengte Arbeit und Entspannung gleichermaßen intensiv zu erleben sind. Nicht nur durch die außergewöhnlich schöne Lage auf der linkselbischen Hochebene sondern auch durch seine interessante Geschichte...

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Pit Müller: „Lindenbäume“ Acryl/Kohle

Quelle: Heinz Weißflog

Batzdorf. Schloss Batzdorf bei Meißen ist ein wohltuender Kraftort, wo künstlerisch angestrengte Arbeit und Entspannung gleichermaßen intensiv zu erleben sind. Nicht nur durch die außergewöhnlich schöne Lage auf der linkselbischen Hochebene sondern auch durch seine interessante Geschichte, besonders während der Romantik als Juwel sächsisch-höfischer Baukunst in aller Munde, scheint ein Hauch von Geistigkeit und Spiritualität über dem Ort zu schweben. Musik, Architektur, Schauspiel und Bildende Kunst haben hier ein neues Zuhause gefunden.

Bekannt geworden ist das Schloss vor allem durch seine alljährlichen Pfingstspiele (Schauspiel mit Tom Quaas) und durch die Batzdorfer Festspiele Ende August / Anfang September. Gleichzeitig richtete die Malerin Bettina Zimmermann seit vergangenem Jahr (in Fortsetzung von 1988) zu Pfingsten das nun bereits dritte dreitätige Plein-Air aus, das in und um das Schloss stattfand und dessen Anliegen es ist, Natur, Baukultur und Kunst miteinander zu verbinden. Zweimal im Jahr finden außerdem in der Schlosskapelle, im Foyer und in der Ladengalerie Ausstellungen mit Künstlern aus der Region statt.

Franziska Kunath

Franziska Kunath: „Vorm Tor“ Kohle

Quelle: Heinz Weißflog

In diesem Jahr arbeiteten sechs Künstler unter dem Thema „Auf der Suche nach dem Garten Eden“ ihre Vorstellungen unter dem Eindruck der örtlichen Verhältnisse ab: Landschaft und Natur rund um das Schloss wurden erkundet, Streuobstgarten, Innenhof mit Linde und Schloss inspiziert und nach dem Garten Eden ausgeschaut, der sich hier als realer Ort der Schönheit und Harmonie erwies. Aber auch das Paradies hat seinen Preis: Viel Schweiß und Arbeit steckt in dem ab 1988 sanft restaurierten Schloss aus dem 14. Jahrhundert, das in seiner Renaissance-Überbauung erhalten ist. Der Verein besteht aus acht verschiedenen Familien, die im Haus wohnen und zu seiner Erhaltung beitragen. Natürlich spielt das vorgegebene Thema „Eden“ auch auf Novalis und seine Visionen vom Irdischen Paradies an.

Der Dichter soll hier und in Scharfenberg gewesen sein und beglückt vom nicht weit entfernten „Totenhäusschen“ ins Elbtal geblickt haben. So ist das kleine, im frühen 17. Jahrhundert gebaute Lusthaus, um das sich viele Legenden ranken, auch Gegenstand der Plein-Air-Artisten gewesen, wie Bettina Zimmermanns „Lusthäuschenwiese“ (Öl, Leinwand, Ladengalerie) und Silvia Ibachs „Gefunden II“ (Aquarell) – Darstellungen von barocker Architektur inmitten einer blühenden Natur.

Beide widmen sich in ihrer Malerei der Landschaft, aber meist mit Motiven, die aus der Nähe eingefangen wurden. Während Bettina Zimmermann von Licht und Farbe erfüllt eher einen impressionistischen Weg geht, haucht Silvia Ibach ihren Landschaften Luft und Atmosphäre ein. Pit Müller aus Radebeul ist seit 1988 der älteste Teilnehmer des Plein Air. Seine tiefgrünen Landschaften leben durch ihre Leuchtkraft, wie seine „Lindenbäume“ (Acryl/Kohle) oder seine grünverschlungenen „Pfade im Grunde“ (der Rehbockgrund mit dem dortigen Wanderweg).

Bettina Zimmermann

Bettina Zimmermann: „Lusthäuschenwiese“, Öl/Lw (Ladengalerie)

Quelle: Heinz Weißflog

Auch André Uhlig aus Radebeul, der sich ungezwungen vor die Landschaft stellt und malt, hat das „Totenhäuschen“ zu seinem Thema gemacht. Tiefschwarz die Konturen und erdig dunkel strahlt das Batzdorfer Gut und das Schloss in seinen Kohlezeichnungen und im Foyer der im Schloss aufbewahrte, in einem Schrein liegende „Batzdorfer Totenkopf“ sowie die alte Kirschbaumwiese mit Kohle, Kaffee und Acryl gemalt.

Höhepunkt der Ausstellung waren für mich die mit Farbe pointierten Tusche-und Kohlezeichnungen von Franziska Kunath aus dem nahegelegenen Röhrsdorf, deren Kompositionen, ein Geschling aus dichten Lineaturen, sich eher abstrakt dem Thema Garten Eden nähern und die es schließlich durch ihre Lebendigkeit auf den Punkt bringen. Michele Cyranka aus Tharandt vereint Figur und Landschaft in der anmutigen und ungezwungenen Acryl-Collage der blau-weiß-violetten „Wasserspiele“, die einen Hauch von Archaik und Orient verströmen.

Bis 10. August. Schloss Batzdorf (Klipphausen). Kontakt: Bettina Zimmermann unter der Rufnummer 03521 41 72 503. Es wird gebeten, sich im Vorfeld telefonisch oder im Internet unter www.schloss-batzdorf.de anzumelden.

Von Heinz Weißflog

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