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Arbeiten von Andreas Hildebrandt sind in der Galerie Sybille Nütt zu sehen

Geflechte mit eigener Dynamik Arbeiten von Andreas Hildebrandt sind in der Galerie Sybille Nütt zu sehen

Der spontane Blick in das lichte Innere der Galerie Sybille Nütt im Dresdner Barockviertel setzt aktuell diverse Assoziationen frei: Chaos. Farbexplosion. Reizüberflutung. Moiré-Effekt. Noch bis zum 15. Januar präsentiert der Dresdner Künstler Andreas Hildebrandt hier unter dem markigen Titel „Antidot“ 13 neue Werke bzw. Werkgruppen.

Andreas Hildebrandt. Antidot. Tempera, Tusche, Lack auf Leinwand, 2016

Quelle: galerie

Dresden. Der spontane Blick in das lichte Innere der Galerie Sybille Nütt im Dresdner Barockviertel setzt aktuell diverse Assoziationen frei: Chaos. Farbexplosion. Reizüberflutung. Moiré-Effekt.

Noch bis zum 15. Januar präsentiert der Dresdner Künstler Andreas Hildebrandt hier unter dem markigen Titel „Antidot“ 13 neue Werke bzw. Werkgruppen. Die abgegliederten Raumabschnitte der Galerie korrespondieren dabei mit den drei Werkgruppen – Gemälde, dann kleinformatige Linolschnitte nebst Künstlerbuch und schließlich großformatige Schwarz-Weiß-Streifenlinolschnitte.

Die stärkste Sogwirkung entfalten zweifellos die rund anderthalb mal zweieinhalb Meter großen Gemälde „Antidot“ und „Harmonia“, auf denen sich unzählige gewundene, ineinander verschlungene Linien vor einem transparent-vielfarbigen Fond abheben. Die Kunsthistorikerin Sabine Peinelt-Schmidt hat Hildebrandts Gemälde in ihrer Laudatio zur Ausstellungseröffnung mit dem Begriff des Geflechts umschrieben. „Wie jedem Geflecht ist es ihnen zu eigen, Anknüpfungspunkte anzubieten. Sie sind nicht hermetisch oder verschlossen. Im Gegenteil, von ihnen geht eine große Offenheit aus.“ Und tatsächlich entfalten diese Knoten und Geflechte eine ganz eigene Dynamik, in der man sich verlieren und jeder wohl seine ganz eigene Assoziationskette finden kann: vom ganz weltlichen Kabelgewirr in einer Schaltanlage oder dem unentwirrbaren Wollknäuel im Nähkorb bis zu kosmischen Unendlichkeitsfantasien.

Zudem rufen die Gemälde Gegensatzpaare wie weich und hart, deckend und transparent, malerisch und grafisch, Primär- und Komplementärkontrast auf. Seit 2014 haben diese Geflechtstrukturen im malerischen Werk Hildebrandts die Oberhand gewonnen und markieren eine deutliche Profilschärfung in seinem bisherigen malerischen Oeuvre.

Das ansprechend auf einem spezialangefertigten Sockel präsentierte Künstlerbuch, von dem es insgesamt nur drei Exempare gibt, führt, wie auch die Unikate oder Kleinstauflagen an den Wänden das vervielfältigungstaugliche Hochdruckverfahren Linolschnitt ad absurdum. Verschiedene Druckplatten werden mitunter immer wieder neu kombiniert, aber keine seriellen Auflagen geschaffen. „Hier geht es um den Unikatcharakter. Die Wiederholung interessiert Andreas Hildebrandt nicht,“ erklärt die Galeristin Sybille Nütt. Sie vertritt den mehrfachen Kunstpreisträger (Marion-Ermer-Preis 2007, Kunst Förderpreis des Landes Brandenburg 2015) erst seit etwa einem halben Jahr und ist mit der bisherigen Resonanz sehr zufrieden. Zuvor wurde Hildebrandt, der an der HfBK Dresden studiert und bis 2004 sein Meisterschülerstudium bei Ralf Kerbach absolviert hat, unter anderem von der 2015 aufgelösten Galerie Baer vertreten.

Auf die gelungene Ausstellungskonzeption angesprochen, erklärt Sybille Nütt, dass diese eine Gemeinschaftsarbeit von Künstler und Galerie sei. Was des Künstlers Intention zum Werk- und zugleich Ausstellungstitel „Antidot“ gewesen ist, bleibt jedoch ungewiss. „Antidot“ bedeutet in der medizinischen Sprache jedenfalls so viel wie Gegengift. Wofür beziehungsweise wogegen, dazu findet in diesen bewegten Zeiten wohl jeder seine eigene Antwort.

Andreas Hildebrandt, „ANTIDOT“, bis 15. Januar in der Galerie Sybille Nütt, Obergraben 10, Tel. 0351/2529593, Mobil 0177 2529593

www.galerie-sybille-nuett.de

Von Susanne Magister

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