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Regional Am Freitag beginnt die dritte Künstlermesse Dresden
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20:35 09.09.2015
Auch der Künstler Steffen Schiemann stellt seine Werke auf der Künstlermesse aus, zu der der Künstlerbund Dresden am kommenden Wochenende in die Halle 4 des Messegeländes im Ostragehege lädt. Quelle: Ralf U. Heinrich

Was die Besucher erwartet, darüber sprachen die DNN mit Antje Friedrich. Die Stellvertretende Geschäftsführerin des Künstlerbundes Dresden e.V. zeichnet als Projektleiterin für die Organisation der Künstlermesse verantwortlich.

Frage: Wie viele Künstler nutzen die Messe am Wochenende, um ihre Werke zu präsentieren? Welche Kunstgattungen sind vertreten?

Antje Friedrich: Es beteiligen sich diesmal knapp 100 Künstlerinnen und Künstler mit Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei, Installation, Fotografie, Video bis hin zu Mixed Media. Zudem stellen sich der Verein Freunde Professioneller Kunst, die galerie module, die Kreativraumagentur, der Neue Sächsische Kunstverein und der Verein Förderer Dresdner Kunst vor.

Wie haben sich die Teilnahmezahlen verändert?

Im vergangenen Jahr stellten 83 Künstler aus, bei der Messepremiere vor zwei Jahren waren es 76. Die Resonanz unter den hiesigen Künstlern nimmt also zu, so dass die achtköpfige Jury, in der unter anderen Kunstwissenschaftler und nicht an der Messe teilnehmende Künstler vertreten sind, aus einer jährlich zunehmenden Bewerberzahl auswählen kann. Zunehmend bekommen wir aber auch Bewerbungen aus ganz Deutschland. Allerdings sind wir darauf gar nicht so erpicht.

Warum nicht?

Es geht uns nicht darum, besonders hochpreisige Kunst auszustellen und Künstler zu gewinnen, die sich auf dem internationalen Kunstmarkt behaupten können oder wollen. Unser Ziel ist, hiesigen Künstlern ein Podium zu bieten und die gesamte Bandbreite zeitgenössischer Kunst abzubilden. Es wird unterschätzt, was wir hier für hervorragende Künstler haben. Deshalb ist eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Messe, dass es durch Studium, Wohnort oder auch durch die Arbeiten einen Bezug zu Dresden gibt.

Die Künstlermesse füllt diesmal die Halle 4 komplett aus. Heißt das, die Kapazitätsgrenze ist erreicht?

Nein, wenn man von dem uns zur Verfügung stehenden Platz ausgeht. Die Künstlermesse in Halle 4 ist - vergleicht man das mit der room + style - sehr großzügig gestaltet. Allerdings ist uns auch wichtig, dass man in Ruhe Kunst betrachten und vor einer Arbeit auch einmal zurücktreten kann. Eine nochmalige Erweiterung der Künstlermesse ist vor allem ein finanzielles Problem. Die Messe kann nur stattfinden, weil uns die Dresdner Volksbank Raiffeisenbank großzügig sponsert und wir auf die Unterstützung einiger weiterer Unternehmen bauen können. Den größten Brocken jedoch steuert die Stadt bei. 10 000 Euro bekommen wir dieses Jahr über das Amt für Kultur, weitere 3000 Euro über die Wirtschaftsförderung. Dafür sind wir wirklich sehr sehr dankbar. Nur so können wir die Standgebühren für die Künstler gering halten. Wer Mitglied im Künstlerbund ist, zahlt 100 Euro für drei Tage. Das ist absolut konkurrenzlos. Üblich sind deutschlandweit zwischen 400 und 3000 Euro.

Gibt es Erhebungen, wie viele Künstler bei der Messe im vergangenen Jahr Kunstwerke verkaufen konnten und wie viel jeder Künstler im Schnitt eingenommen hat?

2012 konnte sich etwa die Hälfte der Künstler über Verkäufe freuen, im Schnitt wurden pro Aussteller 400 Euro umgesetzt. Von 2013 haben wir diesbezüglich keinen umfänglichen Überblick. Fakt ist jedoch, dass die meisten Umsätze erst nach der Messe gemacht werden. Für das teuerste Werk, das im Rahmen der Kunstmesse im vergangenen Jahr verkauft wurde, zahlte der Kunstliebhaber 15 000 Euro. Allerdings sei an dieser Stelle betont, dass dieser Preis wirklich die Obergrenze darstellt. Man kann auf der Messe sicher auch schon für 50 Euro fündig werden, wenn man eine kleine Grafikauflage erwirbt.

Was bietet die Kunstmesse 2014 Neues?

Erstmals ist die Hochschule für Bildende Künste Dresden mit Meisterschülerinnen und Meisterschülern der Klasse Macketanz vertreten. Für die beiden Stände für Gäste aus einer Dresdner Partnerstadt konnten wir Marielle Biutendijk und Niels Post aus Rotterdam gewinnen.

Bitte geben Sie noch einen kurzen Einblick in das Rahmenprogramm der Künstlermesse.

Ich möchte besonders auf die Podiumsdiskussion am Freitag, 20 Uhr, hinweisen, bei der es um Funktion und Funktionalisierung von Kunst geht. An der Diskussion nehmen neben zwei Bildenden Künstlern eine Kunstvermittlerin, ein ehemaliger Zeitsoldat und Student sowie Pablo Hermann vom Organ Kritische Kunst teil. Zudem gibt es eine Präsentation von Videoarbeiten, Malangebote für Kinder, bildnerische Inszenierungen zu Gemälden von Grit Biermann, Wortexperimente zu Tiefgedrucktem und eine Performance von Matthias Lehmann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.01.2014

Catrin Steinbach

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