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Alles begann im Volkskunstpodium Das Pantomimefestival Dresden startet im November in seinen 30. Jahrgang

Alles begann im Volkskunstpodium Das Pantomimefestival Dresden startet im November in seinen 30. Jahrgang

Rainer Petrovsky kann sich noch sehr gut an den Tag im Jahr 1984 erinnern, als Ralf Herzog bei ihm im Büro des Volkskunstpodiums auf der einstigen "Straße der Befreiung" anklopfte und die Frage stellte: "Kann man hier Pantomime machen?" "Sicher kann man das!", antwortete Petrovsky.

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Die Dresdner Pantomime-Urgesteine Ralf Herzog (r.) und Rainer König gehören - natürlich - zu den Mitwirkenden beim 30. Dresdner Pantomimefestival.

Quelle: Norbert Millauer/dapd

In jenen Tagen wurden wohl die eigentlichen Wurzeln für das bis heute lebendige Dresdner Pantomimefestival gelegt. Die ersten Versuche von Dresdner Mimen aber hatte es schon zwei Jahre zuvor gegeben, als sich Vertreter der stummen Kunst aus Dresden, Leipzig, Magdeburg, Freiberg, Jena und der CSSR zu einer ersten Pantomime-Werkstatt in Dresden zusammenfanden.

Der Erfolg dieses ersten Versuchs machte Hoffnung, Ralf Herzogs Suche nach einem guten Veranstaltungsort war daher nur folgerichtig. Herzog als der eigentliche Nestor der Dresdner Pantomimen überzeugte Rainer Petrovsky schon durch seine Hartnäckigkeit. So kam es, dass das Volkskunstpodium de facto zum ersten professionellen Spielort der Pantomimen avancierte. Nach und nach tauchten dann all jene dort auf, deren Namen heute in Dresden für Pantomime schlechthin stehen: Neben Ralf Herzog selbst waren das Alf Mahlo, Rainer König, Jens Finke und viele andere mehr. Eine neue und vielversprechende Szene entstand, die ihre eigentliche Basis in den ersten Pantomime-Werkstatttagen der Jahre 1982 und 1983 hatte.

Mit der neuen Spielstätte konnte man natürlich wesentlich professioneller arbeiten. 1984 gab es dann auch schon die nun bereits republikoffene Pantomime-Werkstatt mit insgesamt 15 Gruppen aus der gesamten DDR und einer aus Leningrad. Die Pantomimetage bzw. Pantomime-Werkstätten wuchsen sich zur Tradition aus, und mit diesem Vorschuss startete man auch in die politische Wende 1989/90. Zwei Jahre später - 1992 - konnte Dresden mit Marcel Marceau einen der international bekanntesten Mimen begrüßen. Olaf Böhme - der damalige Leiter des kleinen Theater 50 - war dieses Husarenstück gelungen. Marceaus Auftritt in Dresden gab der Mimenszene einen ungeheuren Auftrieb.

1993 wurde dann das Mimenfestival gewissermaßen auch in der Gunst der städtischen Förderer salonfähig. Die Festivals erhielten Zuschüsse und wurden zu einer stabilen Größe in der Dresdner Kulturlandschaft. Die Internationalität des Programms ergab sich aus den nun vorhandenen Gastspielmöglichkeiten, für die keine Grenzen mehr existierten. Natürlich gab es auch Ausfälle; 1998 bzw. 2008 fanden aus verschiedenen Gründen - in erste Linie unsichere Förderung - keine Festivals statt.

Auch die einstigen Gründer der Dresdner Mimenszene gingen im Laufe der Jahre unterschiedliche Wege. Versuchten sich im Showgeschäft oder auf der Theaterbühne. Beim Festival in diesem Jahr aber wollen sie alle wieder ein wenig in Gemeinschaft arbeiten. Das Publikum ist erwartungsvoll. Schon jetzt ist die Vorstellung mit dem Russen Alexey Mironov restlos ausverkauft. Auch die Nachfrage für die anderen Veranstaltungen des 30. Internationalen Pantomimefestivals Dresden stimmt optimistisch.

8.11., 20 Uhr, Wechselbad: Eröffnung

9.11., 20 Uhr, Mimenbühne: "Dall' Angolino" mit Shinya Murayama

10.11., 20 Uhr, Mimenbühne: Bon Voyage" mit Alexey Mironow

11.11., 10 Uhr, Theaterhaus Rudi: Kinderprogramm; 20 Uhr, Kabarett Breschke & Schuch: PantoMix mit Csaba Mehes

12.11., 20 Uhr, Mimenbühne: Zauberflöte

14.11., 20 Uhr, Schauburg: Matinee aus Israel (mit Kinematographie)

15.11., 20 Uhr, Mimenbühne: Aus der Schule von Marcel Marceau

16.11., 20 Uhr, Labortheater der HfBK: The Dustfall aus Russland

17.11., 20 Uhr, Mimenbühne: "Anders" (drei deutsche Pantomime)

18.11., 18 Uhr, Mimenbühne: 9. Improvisationsabend

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.10.2012

W. Zimmermann

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