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Abschlusskonzert an der Hochschule für Musik Dresden

6. Ensemblewettbewerbs Abschlusskonzert an der Hochschule für Musik Dresden

Bereits zum sechsten Mal fand an der Hochschule für Musik ein Ensemblewettbewerb statt, nicht nur auf die Klassik beschränkt, sondern auch den Bereich Jazz/Rock/Pop einbeziehend. Die drei besten Ensembles von insgesamt 13 bestritten am Sonntag das Abschlusskonzert.

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Das Trio Suave, Preisträger des Musikförderpreises „eco“ der BASF Schwarzheide GmbH, dotiert mit 3000 Euro.

Quelle: Marcus Lieder

Dresden. Bereits zum sechsten Mal fand an der Hochschule für Musik ein Ensemblewettbewerb statt, nicht nur auf die Klassik beschränkt, sondern auch den Bereich Jazz/Rock/Pop einbeziehend. Die drei besten Ensembles von insgesamt 13 bestritten am Sonntag das Abschlusskonzert. Aus welchen Gründen auch immer handelte es sich dabei um drei Trios. Im klassischen Bereich einte sie auch die Tatsache, dass alle Musiker eigentlich aus dem fernen Südkorea kamen, was für die interpretatorische Auffassung der gewählten Literatur nicht ganz unwichtig war.

Das Memoria-Trio, bestehend aus dem Klarinettisten Hyungil Kim, der Cellistin Yoosin Park und dem Pianisten Jaehan Lim und mit dem Stifterpreis Klassik ausgezeichnet, eröffnete den Reigen mit einem berühmten und hinsichtlich der Wiedergabe sehr vorbildbehafteten Werk, nämlich Beethovens Trio B-Dur op. 11. Wegen der herzhaft zupackenden neun Variationen im Finalsatz über ein Opernthema des Beethoven-Zeitgenossen Joseph Weigl trägt es den Beinamen „Gassenhauer-Trio“. Das Memoria-Trio traf den reizvoll unbekümmerten Tonfall des Werkes recht gut, seine duftige Unbekümmertheit. Virtuosität und – wie erwartet – absolute Präzision waren der Auseinandersetzung eigen, wunderbar das Adagio, in dem Klarinettist und Cellistin eindrucksvoll auf die Schönheit ihrer Tongebung aufmerksam machten.

In klug herausgestellten Kontrasten kam herzerfrischend der Variationensatz daher. Freilich kommt man bei diesem Ensemble ebenso wie bei dem nachfolgenden Trio Suave nicht umhin festzustellen, dass sie die Werke sozusagen „abschnittsweise“ spielten, der gestalterische Fluss immer wieder dem Streben nach Perfektion geopfert wurde.

Gegenstand des Ensemblewettbewerbs war unter anderem das Thema „Frankreich“. Am besten schnitt das Trio Suave – Juhee Suh (V), Jin Kyung Kim (Vc) und Kijun Lee (p) – ab, wovon sich das Publikum etwa bei der Auseinandersetzung mit dem Schlusssatz „ Animé“ des 1881 entstandenen Klaviertrios g-Moll op. 3 von Ernest Chausson überzeugen konnte. Mit Charme, Eleganz und einer gehörigen Portion musikalischer Leichtigkeit gingen sie die Aufgabe an.

Die Klangbalance zwischen den drei Instrumenten hätte noch der Optimierung bedurft. Aber daran lässt sich ja arbeiten. Zu seiner Zeit war der Tschaikowski-Freund und Rachmaninoff-Lehrer Anton Arenski hoch geachtet, heute erklingt er kaum noch. Mit seinem dunkel-melancholischen 1. Klaviertrio d-Moll op. 32 folgte er einer damaligen Mode, nämlich Werke „in memoriam“ zu schreiben. Das Trio Suave spielte daraus den von pathetischen Streicherklängen eingeleiteten, überaus melancholischen Kopfsatz und vertiefte sich engagiert in die emotionsdichte, üppig ausufernde Klangrede.

Die Musiker nahmen sich dabei eine der Grundregeln allen kammermusikalischen Musizierens – lebendiges, waches Kommunizieren miteinander – hörbar zu Herzen. Die jungen Koreaner wurden mit dem Förderpreis „eco“ der BASF Schwarzheide GmbH geehrt, die damit ihrem seit Jahren währenden Engagement für junge Musiker weiterhin Kontinuität verlieh. Darüber kann man sich nur freuen.

Letzteres gilt auch für dir rührige Gesellschaft der Freunde, Förderer und Alumni der Hochschule, die so manches möglich macht, was ohne sie nicht gehen würde. Hier stiftete sie einen Preis, der einer Jazz-Formation zugutekam. Die Band, die eigentlich ein Quartett ist, trat in der Formation Mathis Nicolaus (p), Jonas Gerigk (b) und Claas Lausen (dr) auf und riss mit ihrem impulsiven, zündenden Spiel alle im Saal mit. Selbst ältere Herrschaften konnten es sich nicht verkneifen, mit zu wippen und sich dem Rhythmus hinzugeben. Die Kompositionen von Mathis Nicolaus erwiesen sich bei aller Eingängigkeit als sehr individualistisch, dabei phantasie- und farbenreich, atmosphärisch dicht gewebt. Ein echter Höhepunkt.

Von Mareile Hanns

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