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Regional „Wir verneigen uns in tiefem Respekt“ – Trauerfeier für Theo Adam
Nachrichten Kultur Regional „Wir verneigen uns in tiefem Respekt“ – Trauerfeier für Theo Adam
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16:20 18.01.2019
Der Trauergottestdienst für Theo Adam fand in der Loschwitzer Kirche statt. Quelle: privat
Dresden

Am Freitag nahmen die Familie, Freunde, Weggefährten und Gäste in der Loschwitzer Kirche in Dresden Abschied von dem Kammersänger Theo Adam. Das Gotteshaus war einst eine Ruine, nach der Wende wurde eine Stiftung gegründet, wurden Spenden für den Wiederaufbau gesammelt. Aktiv daran beteiligt waren viele Dresdner Künstler, unter ihnen Theo Adam, dem es ein besonderes Anliegen gewesen ist.

Seit dem 10. Januar, dem Todestag Theo Adams, so Dietmar Selunka (Pfarrer a. D.) in seiner Predigt, seien die Gedanken aller vor allem erfüllt gewesen mit Erinnerungen, mit Dankbarkeit für das, was der Bassbariton den Menschen gegeben habe. Dieser habe selbst Dankbarkeit empfunden für eine Stimme, mit der er anderen Freude bereiten konnte.

Als Eremit im Freischütz nahm Kammersänger Theo Adam 2006 seinen Abschied von der Bühne. Quelle: dpa-Zentralbild

Ein unermüdliches Tätigsein hatte Theo Adam an die Bühnen der Welt gebracht, wo er große Erfolge feiern konnte. Am eindrücklichsten vielleicht die Bayreuther Jahre – noch heute stößt man dort (wie in der Villa Wahnfried) ständig auf Fotos der damaligen Aufführungen. In der Loschwitzer Kirche erklang noch einmal ein Ausschnitt aus der Zeit, Wotans Abschied aus der „Walküre“ (von 1967 mit Karl Böhm).

Dresden ist jedoch immer das Zentrum in Theo Adams Leben geblieben, ein Ort, den er liebte, mit dem er verbunden war. Zu allererst mit dem Kreuzchor, dem er in der Ära Rudolf Mauersbergers angehörte. Ein letzter musikalischer Gruß kam auch am Freitag vom Kreuzchor mit seinem Leiter, Kreuzkantor Roderich Kreile. Neben Johann Sebastian Bachs „Ach Herr, lass dein lieb Engelein“ (BWV 245) und „Jesu bleibet meine Freude“ (BWV147) berührte ganz besonders „Ecce quomodo moritur justus“ („Sehet, wie der Gerechte stirbt“) von Jacob Handl.

Frühere Kollegen wie Kammersänger Peter Schreier, der Dirigent Hartmut Haenchen und der Pianist Peter Rösel nahmen ebenso Abschied von Theo Adam wie eine große Gemeinde von (Musik-)Freunden. Ihnen allen sprach Enkel Florian Hartfiel aus dem Herzen, der bei aller Trauer gerade an die Freude erinnern wollte, die Theo Adam ihm und der Welt spenden konnte. „An die Musik“ und „Der Lindenbaum“ hatte der Bassbariton auch mit dem Großvater gesungen. Die Erinnerung wird bleiben.

Von Wolfram Quellmalz

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