Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional 50 000 Besucher und große Pläne
Nachrichten Kultur Regional 50 000 Besucher und große Pläne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:04 29.08.2017
Jörg Polenz und das Bild des Canaletto-Preisträgers Shota Tetradze.  Quelle: PR
Anzeige
Dresden

 Die Wiese hat ein wenig gelitten, wie in jedem Jahr. Wohl aber der einzige Kollateralschaden des Dresdner Palaissommers. Seit 2009 hat sich dieses sommerliche Festival mehr und mehr etabliert, seinen festen Platz im Veranstaltungskalender gefunden – auch dank eines der schönsten Orte, an dem so etwas über die Bühne gehen kann: dem Park hinter dem Japanischen Palais.

Das Fazit des eben beendeten Jahrgangs 2017 ist erneut das einer Steigerung. Konnten 2016 noch knapp 40 000 Besucher inklusive der „Yoga im Park“-Teilnehmer begrüßt werden, waren es in diesem Jahr fast 50 000. Zum Vergleich: 2015 kamen noch rund 21 000 Gäste.

„Wir waren überrascht, schon an den ersten Tagen überrannt zu werden“, sagte Jörg Polenz, einer der maßgeblichen Organisatoren des Palaissommers. Außerdem sei er „glücklich über die Resonanz“, die das eintrittsfreie Festival mit seinen 24 Veranstaltungstagen auf allen Kanälen bekommen habe. „Unsere Grundidee trifft, die Menschen möchten das“, resümierte Polenz. Das Publikum komme dabei aus allen Schichten.

Inhaltlich stachen in diesem August einige Programmpunkte heraus. Allein die „Yoga im Park“-Reihe habe mehr als 8000 Besucher gehabt. Die Premiere der Palais.Gespräche mit Richard David Precht und Christian Felber zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen „hat mit 4000 Besuchern den Rekord eingestellt“, erzählte Polenz. Er sieht in dem offenbaren Interesse an solchen Themen auch „das Bedürfnis, die Gesellschaft weiter zu verändern“.

Veränderung ist auch das Stichwort mit Blick auf die Zukunft. Der zentrale Gedanke dabei: „Wir möchten ein ganzheitliches Konzept für den Park und das Haus mit initiieren“, wie es Polenz formulierte. Das Haus ist natürlich das Japanische Palais, das trotz Ausstellungen wie zum Damaskuszimmer oder der Prolog-Reihe immer noch ein Mauerblümchendasein fristet. Polenz will zum Beispiel nach Wegen suchen, bei schlechtem Wetter Veranstaltungen im Palais abhalten zu können (wobei die Gedanken schon mal ferner in die Zukunft schweifen, wenn von einer gläsernen Überdachung des Palais-Innenhofes die Rede ist). Aber auch eine generelle Öffnung der Ausstellungen während des Palaissommers oder eher profane Fragen wie ein Toilettenzugang im Haus stehen im Raum. „Wir möchten eine klassische Kooperation in Gang setzen“, umriss Polenz das größere Ziel.

Für 2018 kündigte er schon mal einen deutlich längeren Festivalzeitraum an. „Wir wollen es im Mai zart beginnen lassen und dann bis Ende August steigern“, sagte Polenz. Mit der Frauenkirche sei man im Gespräch über ein Jugendfestival, mit der TU Dresden über eine bessere Bühnenlösung. Der Palais.Poesie-Abend soll um ein oder zwei Veranstaltungen erweitert werden, außerdem steht Poetry Slam in den Startlöchern. Im Klassik-Bereich kann sich Polenz außerdem eine Zusammenarbeit mit den Musikfestspielen vorstellen.

Bleibt bei so viel Programm die Frage nach dem Geld. Rund 200 000 Euro wurden in diesem Jahr benötigt, „inklusive Sachleistungen und Ehrenamt“. Für das längere und dichtere Konzept nannte Polenz eine Größenordnung von 500 000 bis 800 000 Euro. Sie sollen durch die Spenden von Bürgern, Sponsoren und eventuell auch Mäzenen eingenommen werden. Zudem gibt es Expansionspläne. „Es gab in diesem Sommer schon den ersten Ableger in Chemnitz“, sagte Polenz. Entsprechende Gespräche über Ähnliches in Magdeburg und Leipzig würden geführt. „Wir wollen das bedeutendste eintrittsfreie Festival in Deutschland werden.“

Außerdem ist zum Abschluss des diesjährigen Palaissommers auch wieder der Canaletto-Preis vergeben worden – dieses Mal gab es gleich drei Gewinner. Der erste Preis ging an den 22-jährigen Shota Tetradze von der Kunsthochschule Tbilisi, Zweite wurde Zurab Zurabashvili (24), ebenfalls von der Kunsthochschule Tbilisi. Hanna Griebentrog, Studentin der Dresdner HfBK (26), errang den dritten Platz. Ihre Werke waren sämtlich im Freiluftatelier des Palais Sommers entstanden, gemeinsam mit 200 anderen Bildern, die allesamt auch zum Verkauf standen. Der künstlerische Leiter Aleko Adamia ließ anklingen, das Plein Air vor allem für Künstler aus Osteuropa zu öffnen. „Das ist meine Priorität.“

Von Torsten Klaus

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Regional Kaisermania am Elbufer Dresden - Termine für Roland Kaiser 2018 stehen fest

Nach erneut vier erfolgreichen Konzerten und trotz Regen nahezu 50 000 begeisterten Fans hat Roland Kaiser jetzt die Termine für seine Kaisermania 2018 veröffentlichen lassen. Der in Dresden so beliebte Schlagerstar wird am 3., 4. und am 10., 11. August 2018 wie gewohnt jeweils an zwei Freitagen und Sonnabenden bei den Filmnächten am Elbufer auftreten.

15.03.2018

Die beiden Hegenbarth-Künstlerstipendiaten des Jahres 2014 sind vorgestellt, deren vielversprechende Portfolios sich aus über 40 Bewerbungen hervorgetan hatten.

25.06.2018

Am morgigen Sonntag wird sie 85 Jahre, trotzdem strahlt Ursula Rzodeczko mit jugendlich wirkendem Gesicht, als sie über ihr Künstlerleben spricht. Es gibt noch Reibungen, die sie jung erhalten.

19.06.2018
Anzeige