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20 Jahre Förderverein Dresdner Kreuzchor e.V.

20 Jahre Förderverein Dresdner Kreuzchor e.V.

Mal miteinander wegfahren, ohne mit straffen Zeitplan von Konzert zu Konzert zu reisen. Mal gegen den Kreuzkantor und die anderen Lehrenden im Fußball gewinnen.

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Eine Chorfreizeit, wie sie die 146 Sänger des Dresdner Kreuzchores kürzlich ein Wochenende wieder erleben durften, ist willkommene Abwechslung zum durchorganisierten Kruzianer-Alltag. Freilich: Sie kostet Geld. Geld, für das die Landeshauptstadt Dresden als Träger des Chores nicht in der Pflicht ist. Also springt der Förder-verein Dresdner Kreuzchor e.V. in die Bresche. Genauso, wie er dafür sorgt, dass die Jungs, die Heiligabend eben nicht mit ihren Familien unterm Tannenbaum sitzen, sondern die Menschen in zwei Vespern und am ersten Feiertag zu nachtschlafener Zeit im Mettenspiel erfreuen, trotzdem feiern und ein Geschenk auspacken können.

1,1 Millionen Euro Einnahmen aus privaten Spenden

Dieser Tage begeht der Förderverein sein 20-jähriges Jubiläum. Und blickt zurück auf eine erkleckliche geleistete Arbeit. Die begann 1992 - in einer Zeit, in der große Unsicherheit über die Zukunft des Kreuzchores als städtische Institution herrschte - unter Leitung von Horst Rasch mit 35 Mitgliedern. Heute zählt der Verein derer 360. "Etwa die Hälfte sind einstige Chormitglieder", berichtet der aktuelle Vereinsvorsitzende Christoff Andrich, "die andere speist sich aus Eltern ehemaliger oder noch aktiver Sänger oder eben einfach Menschen, denen der Chor am Herzen liegt." Und die finden sich längst nicht nur in Dresden, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, den USA oder Südafrika.

Reichlich 1,1 Millionen Euro Einnahmen aus privaten Spenden - seien es Mitgliedsbeiträge, Erbschaften o.a. - sowie noch einmal eine reichliche halbe Million durch Vereinstätigkeit - etwa Spenden für die eigene Archiv-CD-Reihe - hat der Förderverein seit Gründung sammeln können. Ein Teil der Gelder floss und fließt in die 2004 vom Verein gegründete Förderstiftung Dresdner Kreuzchor (nicht zu verwechseln mit der aus den Woba-Geldern errichteten städtischen Stiftung), die seit 2011 auch das vom ehemaligen Kruzianer Dieter Klaus ins Leben gerufene Rudolf-Mauersberger-Stipendium vergibt.

Über eine Million der Mittel kam dem Chor direkt zugute. Da ist ein Sportgerät im Alumnat zu ersetzen oder ein Instrument, ist ein Fest zu bezuschussen oder eine Chorreise. Für die bevorstehende Tournee nach Finnland etwa zahlt der Verein laut Christoff Andrich die gesamten Flugkosten. "Es gibt halt Touren, bei denen die örtlichen Veranstalter die hohen Reisekosten nicht stemmen können, dann sehen wir zu, wie wir aushelfen können", so der Diplomingenieur, der von 1964 bis 1972 selbst Kruzianer war.

Unterstützung politischer Lobbyarbeit

Ein nicht unerheblicher, ungemein wichtiger Teil der Arbeit des ehrenamtlich arbeitenden Fördervereins ist freilich ideeller Art. Nicht nur werben die Mitglieder z.B. mit Infoständen bei Kirchentagen oder den Dresdner Musikfestspielen für den Chor, ihr weit verzweigtes Netzwerk kann auch enorme Unterstützung leisten, wenn es um politische Lobbyarbeit geht. "So suchten Vereinsmitglieder das Gespräch mit Politikern, als jüngst zur Diskussion stand, das Vermögen der städtischen Kreuzchorstiftung für den Bau des Kulturpalastes umzuwidmen", berichtet Christoff Andrich. Inzwischen ist eine für den Chor positive Lösung gefunden.

Und für den Förderverein der Moment gekommen zu feiern. Anlässlich des Jubiläums singt der Kreuzchor am Sonntag in der Heilig-Geist-Kirche, anschließend gibt es einen Empfang mit Bundesminister Thomas de Maizière als Festredner. Auch Kreuzkantor Roderich Kreile wird die Arbeit zu würdigen wissen. Schon im Vorfeld sagte er: "Für uns ist der Förderverein seit 20 Jahren ein ganz wichtiger und verlässlicher Partner. Mich begeistert immer wieder, mit welchem Engagement unsere Vereinsmitglieder den Kreuzchor begleiten, nicht zuletzt auch durch ihre Spenden und Beiträge, die direkt den Kruzianern zu gute kommen."

Für Christoff Andrich und die Vereinsmitglieder ist die 20 freilich nicht mehr als eine Zwischenstation: "Wir wollen durch ungebrochenes Engagement beim Spendensammeln garantieren, dass es mit dem Förderverein auch in Zukunft eine Institution gibt, die den Chor zusätzlich unterstützt."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.10.2012

Sybille Graf

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