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18 Ensembles wurden mit einem „Förderpreis Dresdner Laienchöre“ geehrt

„Dresdner Chortag“ 18 Ensembles wurden mit einem „Förderpreis Dresdner Laienchöre“ geehrt

33 Chöre aus Dresden hatten sich mit insgesamt 48 Einzelanträgen in unterschiedlichen Kategorien um den erstmals von der Landeshauptstadt Dresden ausgelobten „Förderpreis Dresdner Laienchöre“ beworben. 18 Preisträger wurden von einer Jury ausgewählt.

„Dresdner Chortag“ im Kulturpalast

Quelle: Jörg Simanowski

Dresden. Irgendwann an diesem langen Abend (die Überlänge – mehr als drei Stunden – war auch schon das einzige Manko in diesem Konzert) wurde es auf den Punkt gebracht: „Ohne Musik kein Leben“. So lautet das Motto der ältesten Teilnehmer, des Chores „Jubilate – Sang und Klang im Alter“. Und dieses Leitmotiv schien für alle insgesamt achtzehn zum Preisträger in sieben Kategorien gekürten Ensembles zu gelten und wird es auch sicher weiter tun.

33 Chöre aus Dresden hatten sich mit insgesamt 48 Einzelanträgen in unterschiedlichen Kategorien um den erstmals von der Landeshauptstadt Dresden ausgelobten „Förderpreis Dresdner Laienchöre“ beworben. In diesen Laienensembles singen 1685 Menschen. 2017 absolvierten sie 372 Veranstaltungen. Aus den Bewerbern wählte eine Jury unter Vorsitz des Direktors der Philharmonischen Chöre, Gunter Berger, 18 Preisträger aus, die nun im Kulturpalast ein gemeinsames Adventskonzert „Dresdner Chortag“ gestalteten und jeweils Geldpreise zwischen 500 und 1000 Euro erhielten. Alle übrigen Teilnehmer bekommen Notengutscheine als Anerkennung ihrer Bewerbung.

Man staunte nicht schlecht, wie vielfältig die Landschaft der Laienchöre allein in Dresden ist und auch darüber, aus welchem Grund und unter welchen Voraussetzungen sich Menschen dem Singen in der Gemeinschaft mit großer Leidenschaft verschreiben. Es sind etwa sechs Millionen sangesfreudige Menschen, die dieses Hobby haben – mehr als jährlich in die Stadien der Fußballbundesliga strömen (so die Ausführungen im Programmheft). Das ist ein mehr oder weniger im Verborgenen liegender Schatz, den es zu hegen und zu pflegen gilt. Die Stadt Dresden hat dies erkannt und nun erstmalig Förderpreise verliehen, die das Chorsingen aus verschiedenen Perspektiven würdigen. Das reichte von der Interpretation fremd- bzw. deutschsprachiger Werke (warum dann aber ausgerechnet in der letzteren Kategorie kein deutsches Lied gesungen wurde, war ein Widerspruch in sich) über das stimmigste Jahresgesamtprogramm bis hin zum sozialen Engagement. In diesem Zusammenhang standen nicht nur der Seniorenchor „Jubilate“ und der Freie Chor Dresden auf der Bühne, sondern auch bunt und temperamentvoll „Singasylum“ mit einem Lied aus Äthiopien. Natürlich gaben alle Chöre etwas von ihrer Begeisterung fürs Singen wieder, dieser aber, der vor allem Migranten und für diese engagierte Bürger in seinen Reihen hat, besonders.

Ein wichtiges Anliegen ist ebenso, Kinder und Jugendliche für die Musik und das Singen zu gewinnen. Da hatte die Förderung von Schulchören (Laborschule OMSE e.V., Bertolt-Brecht-Gymnasium und Dreikönigsgymnasium) sowie des Chornachwuchses (Kinderchor der Singakademie) eine nicht hoch genug zu würdigende Bedeutung. Die Singakademie Dresden erhielt auch den ersten Preis für das beste Gesamtprogramm (weitere Preisträger Junges Ensemble Dresden und der Universitätschor). Und wenn man die Entwicklung der Singakademie über so viele Jahre aufmerksam verfolgt, sind etliche der sehr speziellen, nicht alltäglichen Programme im Gedächtnis geblieben. Gerade in dieser Kategorie boten alle drei Preisträger mit ihren Konzertbeiträgen wunderbar klangschönen Gesang. Von musikalisch hochstehender Qualität war – erwartungsgemäß – auch das, was der Kammerchor cantamus dresden und die Camerata Cantorum am Konzertende boten.

Wie vielseitig Chorgesang sein kann, was für unzählige Facetten er bietet, davon zeugten die durchweg rhythmisch mitreißend gestalteten Ausflüge zu Jazz, Spirituals und Gospels, wie sie dimuthea, die Spiritual- & Gospel Singers Dresden oder die Conference of S(w)ing boten. Hier hielt es das Publikum und auch die anderen Mitwirkenden kaum auf ihren Sitzen. Internationale Literatur brachten der Chor „Silberklang“, „femmes vocales“ sowie das Ensemble Chortissimo (Sonderpreis für ihr gemeinnütziges Engagement) ein.

Unter Leitung des philharmonischen Chordirektors Gunter Berger vereinten alle Chöre immer wieder ihre Stimmen zu Weihnachtsliedern – was für ein machtvoller und einnehmender Gesamtklang. Am Ende stimmte auch das Publikum mit in „O du Fröhliche“ ein.

Der Feststellung von Moderator André Hardt, wonach eigentlich alle teilnehmenden Chöre Gewinner seien, konnte man sich ohne Einschränkungen anschließen. Hoffentlich tun das auch die Dresdner Stadträte im nächsten Jahr, indem sie den vergleichsweise kleinen finanziellen Betrag für die Förderung der Laienchöre zur Verfügung stellen.

Von Mareile Hanns

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