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Kultur Weltweit Tumult auf der Leipziger Buchmesse
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09:10 19.03.2018
Laut Polizei verfolgten rund 150 Besucher den Auftritt. Aus dieser Gruppe habe es Proteste mit Zwischenrufen und Transparenten gegeben. Quelle: dpa
Leipzig

Nach Auseinandersetzungen und Rangeleien bei der Leipziger Buchmesse sind am Sonnabend drei Personen aus den Ausstellungshallen verwiesen worden. Das bestätigte die Polizei am Sonntag auf Anfrage von LVZ.de. „Die Vorfälle haben sich zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr ereignet“, sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. In Halle 3 hatten sich auf der Lesebühne unter anderem der Autor Akif Pirincci mit dem Chefredakteur des Compact-Magazin, Jürgen Elsässer, angesagt. Laut Polizei verfolgten rund 150 Besucher den Auftritt. Aus dieser Gruppe habe es Proteste mit Zwischenrufen und Transparenten gegeben.

Stand wurde durch Rangeleien leicht beschädigt

Wie der MDR berichtet, haben mehrere Dutzend linke Demonstranten auch eine Lesung mit dem Antaios-Verlagschef Götz Kubitschek gestört. Den Angaben zufolge sollen Sprechchöre wie „Nie wieder Deutschland“ und „Refugees are welcome“ zu hören gewesen sein. Zwischen den Parteien soll es zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Beide Seiten hätten sich direkt gegenüber gestanden. Die Polizei kontrollierte die Lage. Der Stand wurde durch eine Rangelei leicht beschädigt. Über Verletzte ist bisher nichts bekannt.

Zuvor hatte es am benachbarten Stand des „Compact“-Verlages bereits eine Spontan-Demonstration gegeben. Die Demonstranten riefen Parolen mit einem Megafon, verteilten Flugblätter und blockierten zeitweise auch den Zugang zu einer Leseinsel.

„Der Hausrechteinhaber hat uns dann um Unterstützung gebeten“, so Braunsdorf. Daraufhin seien die drei Besucher aus der Halle verwiesen und zuvor deren Identität geklärt worden. Über Anzeigen sei derzeit nichts bekannt.

Meinungsfreiheit auf der Buchmesse

Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner bezeichnete die Buchmesse als „politisch wie nie zuvor“. Gleichzeitig betonte er, dass es zum demokratischen Werteverständnis gehöre, Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt zu gewährleisten - auch wenn Auseinandersetzungen in diesem Kontext manchmal als schmerzhaft empfunden würden. „Eine Demokratie kann und muss das aushalten“, sagte er in einer offiziellen Stellungnahme. Die Buchmesse solle einen Ort für „Freiheit, Vielfalt und Toleranz“ bieten. Die Protestaktionen seien erwartet worden und bis auf kleinere Rangeleien friedlich verlaufen. Buhl-Wagner lobte die „konsequente Umsetzung“ des Sicherheitskonzepts. So seien die „Inhalte im Fokus“ geblieben.

Von Matthias Roth/LVZ/RND

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