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11:02 04.09.2018
Street-Art-Kunstwerk in Berlin. Quelle: Cazl/Street Art Berlin/Diana Marossek
Berlin

Bei Banksy kann man nie sicher sein. Der wohl berühmteste Street-Art-Künstler der Welt gibt sich gerne mysteriös, seine Identität ist bis heute nicht bekannt. Als daher vor einigen Jahren plötzlich ein Instagram-Account mit dem Namen @banksy auftauchte, fragten sich viele: Ist er das wirklich? Oder doch nur einer der vielen Banksy-Fans? Aber das Konto scheint echt zu sein, auf seiner Website steht nur der Verweis: „Banksy is NOT on Facebook or Twitter“ – Instagram fehlt in der Liste.

Der britische Künstler hat Instagram und Co. viel zu verdanken. „Der ganze Hype, den es um Banksy und die Kunstform gibt, hat mit den sozialen Medien zu tun“, sagt Diana Marossek. Sie ist eine der Gründerinnen von Street Art Berlin. Die Firma vermittelt Künstler, dokumentiert Street Art in der Hauptstadt, organisiert Veranstaltungen, ist ein Netzwerk. Ohne Instagram und Facebook wäre das nicht möglich gewesen.

Street Art eignet sich gut für Instagram

Angefangen hat alles mit ein paar Fotos auf Facebook, erzählt Marossek. Das Interesse war riesig, die Seite wuchs rasch. Street Art Berlin wurde ein Blog, dann eine Agentur. „Instagram ist noch viel besser für die Kunst als Facebook“, sagt Marossek. Weil es viel schnelllebiger, viel einfacher zu bedienen ist.

Umgekehrt eignet sich Street Art wiederum extrem gut für Instagram. Sie ist eine Art von Kunst, die für viele zugänglich und verständlich ist. Street Art ist umgeben von einem Hauch Illegalität, bewegt sich teilweise in einer Grauzone – was das Ganze nur noch reizvoller macht. Aber vor allem ist Street Art einfach schön. Perfekt für eine Social-Media-Plattform, die sich ganz der Ästhetik verschrieben hat.

Ein Instagram-Account ist wie eine Galerie

Bei ihrer Arbeit spielt Instagram eine ganz wichtige Rolle, erzählt Marossek. Jeden Tag postet _street_art_ _berlin ein Bild. Marossek sieht sich als Dokumentatorin. Der Account soll widerspiegeln, was in Sachen Street Art gerade in Berlin passiert, was neu ist. Das sehen dann wiederum andere Künstler oder auch Journalisten und künftige Auftraggeber.

Gleichzeitig ist Marossek aber auch Kuratorin. Denn ein Instagram-Account ist wie eine Galerie. Marossek muss auswählen, was einen Platz bekommt und was draußen bleiben muss. Abwechslungsreich soll es sein, „aber es muss mir auch persönlich gefallen“. Ein Kunstwerk müsse etwas in ihr auslösen, sagt Marossek, künstlerisch oder inhaltlich anspruchsvoll oder auch einfach ganz neu sein. Viel ausschließen tut sie aber nicht.

Gute Fotos sind für Instagram wichtig

Viele Werke fotografiert Marossek selbst. Dabei profitiert sie davon, dass sie gut in der Szene vernetzt ist. „Die meisten Künstler sagen uns Bescheid, wenn sie nach Berlin kommen, oder wir laden sie auch ein.“ Ansonsten läuft sie, wie sie sagt, „mit offenen Augen“ durch die Straßen. Ab und zu bekommt sie auch Bilder zugeschickt. Für Instagram ist ihr dann wichtig, dass die Fotos scharf, die Lichtverhältnisse gut sind, nichts abgeschnitten ist und dass man ein Stück der Umgebung, also den urbanen Kontext, sieht.

Wie kaum eine andere Kunst ist Street Art eigentlich an den Ort gebunden, an dem sie entstanden ist. Man kann sie eben nicht einfach abhängen und in einem anderen Museum, einer anderen Galerie wieder aufhängen. Doch durch Instagram kann ein Kunstwerk um die Welt reisen. Nicht alle Künstler finden das gut. Die meisten, sagt Marossek, haben aber nichts dagegen, dass sie durch Instagram und Social Media bekannter werden.

Von Anna Schughart/RND

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