Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit Marie Bäumer vergießt Tränen für Romy
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Marie Bäumer vergießt Tränen für Romy
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:55 27.04.2018
Als beste Schauspielerin wurde Marie Bäumer (48) für ihre Darstellung der Romy Schneider ausgezeichnet. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Im vorigen Jahr war alles ganz einfach: Der Favorit „Toni Erdmann“ war uneinholbar. Dieses Jahr gab es eine ganze Reihe heiß gehandelter Beiträge beim 68. Deutschen Filmpreis. Die Bandbreite des deutschen Kinos kann sich aktuell sehen lassen. Das hatte schon die Berlinale im Februar mit gleich vier ausgesprochen unterschiedlichen deutschen Wettbewerbsbeiträgen bewiesen.

Und dann schälte sich am Abend vor 1900 Gästen im Berliner Palais am Funkturm doch ein großer Sieger heraus: das Romy-Schneider-Drama „3 Tage in Quiberon“, das sieben Lolas einheimste, darunter die wichtigste in Gold für den besten Film und die für die beste Regie. Der witzigste Moment: Robert Gwisdek, für die beste männliche Nebenrolle ausgezeichnet, ließ sich über Skype vor dem Kreißsaal zuschalten, in dem seine Frau gerade eine Kind bekam. Woraufhin der werdende Großvater Michael Gwisdek ihm aus Berlin zurief: „Geh wieder rein, wir machen das hier schon.“

Marie Bäumer standen Tränen in den Augen

So viele Preise waren vielleicht einen Tick zu viel, zeigten aber die Sehnsucht des deutschen Kinos nach Weltstars. Hauptdarstellerin Marie Bäumer standen Tränen in den Augen, als sie ihre Trophäe in Händen hielt: „Ich bin so glücklich“, schluchzte sie. „Romy hätte sich so gesehnt, einen solchen Preis aus ihrem Land zu bekommen.“

Zur Galerie
Verneigung vor Romy Schneider: Das Drama „3 Tage in Quiberon“ über das Leben der Filmdiva räumt beim Deutschen Filmpreis ab.

Bei der Berlinale war Emily Atefs Film noch leer ausgegangen, und so nahm sich die Preisgala beinahe wie eine Wiedergutmachung aus: Regisseurin Emily Atef erzählt in dem Film vom letzten Interview, das Romy Schneider 1981 gegeben hatte. Die verzweifelte Schauspielerin litt darunter, dass die Deutschen sie quasi verstoßen hatten, weil sie aus ihrem goldenen „Sissi“-Käfig nach Paris geflohen war. Atef zeichnet das Bild einer zerrissenen, liebeshungrigen Frau, die bei allen Beschützerinstinkte weckt und von niemandem gerettet wird.

Auch Fatih Akins Film ging nicht leer aus

Für alle anderen war da nicht mehr viel zu holen bei dem mit insgesamt knapp drei Millionen Euro höchstdotierten deutschen Kulturpreis. Für Fatih Akins immerhin schon mit dem Golden Globe gepriesenes NSU-Drama „Aus dem Nichts“ blieben die Lola in Silber und die fürs beste Drehbuch – und daran war auch der 78-jährige Tausendsassa Hark Bohm beteiligt, der gestern für sein Lebenswerk als sozial engagierter Kinomensch geehrt wurde. Die bronzene Lola nahm Valeska Grisebach für ihren in Bulgarien spielenden „Western“ entgegen.

Geradezu erwartungsgemäß holte sich Shootingstar Franz Rogowski die Lola für die Ostdeutschen-Geschichte „In den Gängen“ (Kinostart: 24. Mai) ab. Andres Veiel gewann den Dokumentarfilmpreis für „Beuys“. Und gleich drei Lolas (Maske, Kostüm, Szenenbild) gab es für die in Deutschland entstandene Filminstallation „Manifesto“,in der Cate Blanchett in 13 verschiedenen Rollen Manifeste aus dem 20. Jahrhundert - von den Dadaisten bis zur dänischen Dogma-Gruppe - vorträgt.

Ein vierter Teil der Göhte-Reihe ist nicht ausgeschlossen

Ein wichtiger Preisträger stand schon vorab fest: „Fack ju Göhte 3“-Regisseur Bora Dagtekin erhielt die Lola für den mit mehr als sechs Millionen Zuschauern bestbesuchten Film. „Welche Familie hat noch nicht von Zeki, Chantal oder Frau Schnabelstedt gehört?“, sagte Akademie-Präsidentin Iris Berben. Und was alle Freunde des Pennäler-Ulks freuen dürfte: Constantin-Produzent Martin Moszkowicz hat verlauten lassen, dass ein vierter Film keinesfalls ausgeschlossen ist.

Von Martin Schwickert und Stefan Stosch/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit ihrer Hymne „Am Ende des Tages“ will die Band Lupid den WM-Song des Jahres landen. Was ein Lied dafür bieten muss und was der Gießener Band den Erfolg erschwert.

27.04.2018

ABBA sind wieder da – jedenfalls ein bisschen. Es gibt neue Lieder. Das beflügelt die Phantasien von einem Comeback des erfolgreichsten schwedischen Popquartetts aller Zeiten.

27.04.2018

Die Hollywood-Produktionsfirma Plan B von Schauspieler Brad Pitt plant, den Skandal um Harvey Weinstein auf die Leinwand zu bringen. Dabei soll jedoch nicht der beschuldigte Produzent im Mittelpunkt stehen.

26.04.2018
Anzeige