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Kultur Weltweit Räuber Hotzenplotz kommt zurück
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13:31 07.05.2018
Fünf Jahre nach dem Tod des Schriftstellers Preußler ist eine neue „Hotzenplotz“-Geschichte aufgetaucht. Quelle: Thienmann-Verlag
Hannover

Kasperl und Seppel, die Großmutter und Wachtmeister Dimpfelmoser: All diese liebgewonnenen Figuren aus Kindertagen kehren in einer neuen Geschichte zurück. Mit dabei ist natürlich auch der Räuber Hotzenplotz mit seiner Pfefferpistole und seinen sieben Messern.

Fünf Jahre nach dem Tod seines Schöpfers Otfried Preußler (1923-2013) ist überraschend ein neues Abenteuer des Schurken aufgetaucht. Wie der Thienemann-Verlag am Montag mitteilte, erscheint mit „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ am 17. Juli eine bisher unveröffentlichte Geschichte – rund 45 Jahre nach dem bisher letzten Band.

SENSATION! 45 Jahre sind vergangen, seit die letzte Hotzenplotzgeschichte erschienen ist. Wer denkt, das war schon...

Gepostet von Thienemann-Esslinger Verlag am Sonntag, 6. Mai 2018

Preußlers Tochter, Susanne Preußler-Bitsch, stieß im vergangenen Jahr im Nachlass ihres vor fünf Jahren verstorbenen Vaters auf die bislang unbekannte Arbeit. „Die Fahrt zum Mond“ lautet der Titel eines Theaterstücks Preußlers, aus dem Preußler-Bitsch nach eigener Aussage ein „erzähltes Kasperletheater zwischen zwei Buchdeckeln“ geschrieben hat. Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat sich die Uraufführungsrechte für den 11. November gesichert.

Preußler, der am 20. Oktober 1923 in Reichenberg in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren wurde, schöpfte in seinen Werken aus dem Geschichtenschatz seiner böhmischen Heimat. Die heimelige Atmosphäre aus tiefen Wäldern, abgenutzten Kaffeemühlen und Herdfeuern durchzieht sein Werk. Auch den Namen eines der prominentesten Räubers der Kinderliteratur hat Preußler von einer Stadt in Mähren stibitzt, deren merkwürdiger Klang ihn als Jugendlicher faszinierte: Hotzenplotz.

Otfried Preußler ist der Schöpfer von Hotzenplotz. Quelle: Francis Koenig

Menschlichkeit an Orten, an denen man sie nicht erwartet – das ist Preußlers großes Thema. In seinen 32 Büchern, die in 55 Sprachen übersetzt wurden und bis heute eine Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren erzielten, variiert er es immer neu. „Das kleine Gespenst“ (1966) erschreckt die Menschen unfreiwillig. Die aus dem Clan verstoßene „Kleine Hexe“ (1957) will eine gute Hexe sein und weiß nicht, dass ihre Artgenossinnen nur böse Taten als gut erachten. Und auch der Räuber Hotzenplotz will am Ende seiner Gaunerkarriere ein rechtschaffener Mann als Waldgastwirt werden und steht somit für die Entwicklungsfähigkeit des Menschen.

Ob es mit der Selbstneuerfindung klappt, erfährt der Leser jedoch in der neuen Geschichte nicht. Sie spielt noch in den Räuberzeiten: Hotzenplotz ist einmal mehr aus dem Gefängnis ausgebrochen. Seppel und Kasperl wollen ihn wieder einzufangen – und ein für alle Mal auf den Mond schießen.

Von Nina May/RND

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