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Kultur Weltweit Pulitzerpreisträger Richard Ford hält Militärputsch gegen Trump für möglich
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15:22 26.09.2018
Bekommt den Siegfried-Lenz-Preis: Richard Ford. Quelle: Peter-Andreas Hassiepen

Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Demütig und hocherfreut nehme ich diesen Preis entgegen. Ich muss gestehen, dass ich mich erst durch die Auszeichnung mit dem Werk meines deutschen Kollegen auseinandergesetzt habe. Meine Frau und ich haben „Deutschstunde” gelesen, wir fanden den Roman beide sehr bewegend, über alle Maßen intelligent und berauschend. Und natürlich ist das Buch technisch einzigartig und von blendender Schreibkraft, wobei Lenz hier die schwerwiegendsten moralischen Fragen angeht, die man sich nur vorstellen kann.

Kurz vor den Wahlen in den USA sagten Sie in einem Interview mit der „Zeit”, dass Sie auf einen Militärputsch hoffen, sollte Trump an die Macht kommen. Wie sehen Sie das heute?

Ich meinte damals nicht, dass ich auf einen Militärputsch hoffe, hielt einen solchen aber für möglich. Ein unblutiges Ereignis, bei dem ein unverantwortlicher, irrationaler und inkompetenter Präsident auf sanfte Weise von anderen Organen der Regierung entfernt wird. Halte ich das weiterhin für möglich? Ja. Würde ich das begrüßen? Nicht wirklich. Eine geordnete Nachfolgerschaft ziehe ich eindeutig vor. Präsident Trump ist nur ein Symptom und nicht so sehr die Ursache von Problemen und Perversionen unserer Zivilgesellschaft. Wie Präsident Trump blicken die Amerikaner allzu oft nicht über ihre persönlichen Interessen hinaus und haben nicht die Bedürfnisse des ganzen Landes im Blick. Darüber hinaus möchte ich mich nicht an Spekulationen beteiligen. Unverantwortliches Getratsche bestimmt bereits das Weltgeschehen, das kann gar zu Regierungskrisen führen – wie man gerade in Deutschland deutlich sieht.

Sie gestalten Ihren mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman „Unabhängigkeitstag” rund um den Amerikanischen Traum. Wie sieht es mit diesem in der gegenwärtigen Realität aus?

Der Amerikanische Traum ist der deutsche Traum, der griechische Traum, der somalische Traum: Sicherheit für einen selbst und die Familie, ein besseres Leben für die eigenen Kinder. Derzeit erleben wir eine sehr entmutigende Phase der amerikanischen Regierung – sowohl in der Exekutive als auch in der Legislative. Aber wir haben noch Wahlen, die meisten Amerikaner glauben noch an das Gute. Ich bin kein Sozialwissenschaftler oder Historiker. Aber ich schreibe noch.

Zuletzt haben Sie mit „Zwischen Ihnen” die Memoiren Ihrer Eltern verfasst, zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Wie haben die Sie jeweils geprägt?

Wie beeinflussen Eltern Ihren einzigen Sohn? Was ist angeboren, was wird anerzogen? Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich dieses Buch geschrieben. In Kürze lässt sich lediglich sagen: Meine Eltern liebten mich, und ich liebte sie. Das haben wir einander oft gesagt. Sie haben sich auch gegenseitig geliebt, vor und nach meiner Ankunft. Solcher Liebe kann man nur nachspüren, wenn man seine Vorstellungskraft nutzt.

Von Nina May/RND

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