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Kultur Weltweit Oscar-Gewinner boykottiert Preisverleihung
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07:17 27.02.2017
Der iranische Regisseur Asghar Farhadi. Quelle: EPA
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Los Angeles

Der iranische Regisseur Ashgar Farhadi hat seinen Oscar für den besten fremdsprachigen Film aus Protest gegen Donald Trump nicht persönlich entgegengenommen. „Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor den Einwohnern meines Landes und den sechs anderen Ländern, denen durch den unmenschlichen Einreisestopp in die USA Verachtung entgegen gebracht wird“, ließ Farhadi durch eine Vertreterin verlesen. Trumps Einreisestopp für sieben vorwiegend muslimische Länder war von einem US-Gericht vorerst gestoppt, der US-Präsident will aber daran festhalten.

„Wer die Welt in Kategorien von ’Wir’ und ’unsere Feinde’ einteilt, schafft Angst“, sagte die Vertreterin weiter. Filmemacher kreierten Empathie zwischen uns und anderen, eine Empathie, die wir heute mehr denn je bräuchten.

Statement von Asghar Farhadi in Auszügen

„Es tut mir leid, dass ich heute Nacht nicht bei Ihnen bin. Meine Abwesenheit geschieht aus Respekt vor den Einwohnern meines Landes und den sechs anderen Ländern, denen durch den unmenschlichen Einreisestopp in die USA Verachtung entgegengebracht wird. Wer die Welt in Kategorien von „Wir“ und „unsere Feinde“ einteilt, schafft Angst. (...)

Filmemacher können mit ihren Kameras gemeinsame menschliche Qualitäten einfangen und Stereotype über verschiedene Nationalitäten und Religionen aufbrechen. Sie erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Eine Empathie, die wir heute mehr brauchen denn je. (...)“

Zuvor hatten bereits alle fünf nominierten Regisseure, darunter auch die glücklose deutsche Maren Ade, in einem gemeinsamen Brief das „faschistische und nationalistische Klima, das wir derzeit in den USA erleben“, verurteilt.

Es ist bereits der zweite Oscar für den Iraner Farhadi: 2012 gewann er mit seinem Drama „Nader und Simin – Eine Trennung“ ebenfalls die Auszeichnung für den besten nicht-englischsprachigen Film. Der jetzt ausgezeichnete Film „The Salesman“ handelt von einem Ehepaar, das Frieden und Gerechtigkeit in Teheran finden will, nachdem die Frau angegriffen wurde. In der Kategorie war auch Maren Ades Tragikomödie „Toni Erdmann“ nominiert gewesen.

Panne bei den Oscars und alle Gewinner – mehr dazu lesen Sie hier.

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Von dpa/AP/RND

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