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Kultur Weltweit “Mc Mafia“ und mehr DVD-Tipps
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20:02 08.06.2018
Quelle: iStockphoto
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Hannover


Professor Marston & The Wonder Women: Kann sein, dass sich die falschen Leute zu diesem Film hinverirren, Leute, die Comic-Verfilmungen lieben und sich bald fragen, wann denn nun Wonder Woman mal endlich aufzündet. Sie werden die ménage à trois des Mannes, der den Lügendetektor erfand und im moralisch verkniffenen Amerika der Vierzigerjahre zwei Frauen liebte, womöglich eher verhalten amüsiert verfolgen.

Menschen aber, die Comics und Kino innigst lieben, werden auch die Geschichte des Harvard-Psychologen William Moulton Marston (Luke Evans), seiner schönen, intellektuellen und in ihrer Karriere gesellschaftlich Frau Elizabeth (Rebecca Hall) und ihrer gemeinsamen Geliebten Olive (Bella Heathcote) goutieren, die zur Entstehung einer der berühmtesten Comicfiguren aller Zeiten führte - der jüngst im Kino zu neuem Weltruhm gekommenen Amazone Diana alias Wonder Woman.

Angela Robinsons Liebes- und Emanzipationsdrama passt die historischen Charaktere den Bedürfnissen eines Filmdramas an. Die unkonventionellen Lebensentwürfe der drei Helden erscheinen als rein, um das männlich dominierte, bornierte und doppelmoralische Amerika jener und gewiss auch unserer Tage stärker kontrastieren zu können, das Frauen versagt, was es Männern gestattet. Ein Film, der #Metoo unterstützt.

Professor Marston & The Wonder Women Quelle: Sony

Mc Mafia: Alex Godman, gespielt von dem als nächstem James Bond gehandelten James Norton, ist ein junger Russe, der in England aufwuchs. Seine Familie ist jüdisch, musste die Heimat verlassen, als er klein war, steckt in dubiosen internationalen Geschäften von Waffen- bis Mädchenhandel. Seine verzweifelten Versuche, Investoren für ein “anständiges“ Business zu finden, werden durch Alex‘ Herkunft erschwert.

“Das Problem ist, dass ich kein Geldwäscher bin“, sagt der Held, der nur illegale Offerten erhält und schon in der ersten der acht Folgen von “McMafia“ erkennen muss, wie der Tod an seiner ehrenwerten Famlie klebt. Bei der Beerdigung seines von einem Gegenspieler namens Vadim ermordeten Onkels Boris stellt er fest, dass die Loyalitäten zu seiner Familie schwinden. Eigentlich ein Mann des geraden Wegs lässt sich Alex über das Sehnen nach Rache ins Verbrechen verstricken wie ja auch Michael Corleone am Ende allen Widerstrebens der neue Pate wurde.

Misha Glennys Sachbuch über das weltweit vernetzte organisierte Verbrechen wurde von Drehbuchautor Hossein Amini (Drehbuch zu “Die Flügel der Taube“) und Regisseur James Watkins (“Die Frau in Schwarz“) in eine Fiktion verwandelt. “Geld zu verschieben ist Ihre Waffe“ – dieser Ratschlag des Ex-Mobsters und israelischen Politikers Semjon Kleinman (David Strathairn) steht am Beginn eines sehr detailliert ausgesponnenen, gut gespielten, allerdings schwer durchschaubaren und in Sachen Tempo meist relativ behäbigen Wirtschaftsthrillers. Der dem Publikum zeigt, wie hinter der Fassade von Luxus und Benimm Grausamkeit und schlimmste Verbrechen herrschen. Geld degeneriert die Welt. Die Schauplätze sind rund um den Globus verteilt – eine Art 007-Testlauf für Norton.

Mc Mafia Quelle: Polyband

Timeless, erste Staffel: Seit Rod Taylor im Film “Die Zeitmaschine“ in die posttechnologische Zukunft der zarten Eloi und groben Morlocks entschwand, hat das hirnverbiegende Konzept der Zeitreise uns allzeit gut unterhalten, am besten immer dann, wenn es nicht allzu wissenschaftlich wurde. Das Fernsehen ist schon in den Sechzigerjahren auf die Faszination eingegangen und hat die Zeitfahrer Doug und Tony im “Time Tunnel“ verloren gehen lassen, wo sie dann von Epoche zu Epoche sprangen, vorsichtig, um die Gespinste des Gestern und Morgen nur nicht zu verändern.

In der NBC-Serie “Timeless“ folgen die Serienhelden - eine Historikerin (Abigail Spencer), ein FBI-Agent (Malcolm Barrett) und der Zeitkugelpilot (Matt Norton) - einer Verschwörertruppe, die aus noch zu ergründenden Absichten heraus die Vergangenheit (und damit die Gegenwart) ändern möchte, und deshalb an Knackpunkten der Geschichte auftaucht: Dem Tag des Hindenburg-Absturzes etwa, oder dem Tag der Ermordung des US-Präsidenten Lincoln. Die Hindenburg soll erst auf dem Rückflug abstürzen, weil dann Franklin D.Roosevelt mit in den Tod gerissen würde. Das Lincoln-Attentat soll noch drei andere Führer der Yankees das Leben kosten, womöglich um die Niederlage des Südens doch noch in einen Sieg zu verkehren.

Schon bei der ersten Rückkehr in die Gegenwart stellt Lucy dann fest, dass kleine Korrekturen der Historie auch persönliche Konsequenzen haben – ihre Schwester Amy scheint nie geboren worden zu sein. Die “Ein Abenteuer pro Folge“-Serie mit großem, trägem Handlungsbogen im Hintergrund folgt der “Was wäre, wenn …?“ Faszination alternativer Geschichtsverläufe (“Vaterland“, “The Man in the High Castle“) mit altmodischer Erzählweise, nicht allzu detailliert ausgestalteten Charakteren, aber viel gutem Humor (der schwarze Pilot Wyatt gibt sich in Bürgerkriegsuniform als Denzel Washington aus).

Wer sich gut unterhalten hat, und das dürften nicht wenige sein: Zwar wurde die Serie schon nach der ersten Staffel abgesetzt, inzwischen aber wurde doch eine zweite nachgeschoben. Wir wünschen weiterhin gute Reisen!

Timeless Quelle: Sony

Tabula Rasa, erste Staffel: Mit ihrem Ehemann Benoit (Stijn van Opstal) und ihrem Töchterchen Romy (Cécile Enthoven) ist sie in ein scher renovierungsbedürftige Haus ihres Großvaters im Wald gezogen, einem spukigen Ort voller seltsamer Geräusche, unpassender Stromausfälle und schrecklicher Gruselpuppen. Ihr Gedächtnis für Dinge vor dem ominösen Unfall ist noch immer perfekt, alle Dinge danach aber werden rasch aus ihrem Kopf geweht wie von einem Sandsturm.

Stress und Panik sorgen für schnelleres Vergessen, und weil Annemie D’Haeze (Veerle Baetens) scheinbar eine Gefahr für sich und andere darstellt, weil sie aber vor allem eine Zeugin (oder gar Verdächtige?) in einem Vermisstenfall ist, wird sie in die geschlossene Abteilung einer Nervenheilanstalt verlegt, wo sie ein Polizist verhört. Die Zeit läuft scheinbar ab für den verschwundenen Schrottplatzbesitzer Thomas de Geest, und weil auf das Gedächtnis der Heldin kein Verlass ist, muss der Zuschauer der belgisch-deutschen Serie auf das vertrauen, was ihre Nächsten oder der ermittelnde Inspektor Wolkers (Gene Bervoets) sagen, behaupten, unterstellen.

Die belgische Thrillerserie “Tabula Rasa“ entführt uns tief in die leeren, weißen, verstörenden Abgründe der Amnesie. In Rückblenden wird so viel enthüllt, dass man sich orientieren kann. Ansonsten wird man bis zum Ende (durch die Tücke möglicher Konfabulation bei Annemie und/oder durch die Täuschungen der anderen?) auf falsche Fährten gelockt und immer wieder von der hier sehr flexiblen Wahrheit überrascht.

Unterstützt wird der virtuos erzählte Thriller durch prägnante visuelle Gänsehautmomente. Durch die Risse von gesprungenen Spiegeln, so sagte der Großvater der Heldin früher, kommen die Geister ins Haus. Und so scheint es tatsächlich zu sein, nur sind es die Risse einer gesprungenen Persönlichkeit und die Geister sind ihre bruchstückhaften Erinnerungen.

Tabula Rasa Quelle: Pandastorm

Aus dem Nichts: Im Autoradio spielen sie gerade einen traurigen Countrysong, als Katja (Diane Kruger) mit dem Auto am zerstörten Büro ihres Mannes ankommt. Das Letzte, was ihr von ihrer Familie bleibt, ist die Erinnerung an ein Winken ihres kleinen Sohnes an der Seite ihres Mannes. Das “für immer“, das sich in tätowierten Eheringen am Ringfinger ausdrückte, ist an ein jähes Ende gekommen. Und als das tatverdächtige Neonazipärchen aus Mangel an Beweisen freigelassen wird, beschließt ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat, dass ihm nur noch eine Auge-um-Auge-Tat Frieden geben kann.

Fatih Akin zeigt in “Aus dem Nichts“ die Verwandlung einer Verzweifelten in eine Rächerin und erzählt von der Unterfütterung unseres Landes mit undemokratischen, rassistischen und gewaltbereiten Kräften – eine eindringliche Fiktion zum ersten der NSU-Morde. Der Film ist eine Rückkehr Akins zu der Emotionalität von “Gegen die Wand“, er zeigt die gesellschaftliche Ausblendung der (durchaus international vernetzten) rechten Gefahr in dem Land, das am wachsamsten sein sollte gegenüber einem Extremismus, dessen menschenverachtende, Millionen mordende Verblendung dem Wort „Leid“ vor noch nicht allzu ferner Zeit eine neue Dimension gegeben hat.

Er zeigt überdies die Verletzlichkeit der Demokratie, deren Feinde von ihrer Humanität profitieren und sie als Schwäche verlachen. Und dann ist der Film noch ein Beweis dafür, wie sehr man die in Cannes mit der Goldenen Palme gekürte Diane Kruger damals unterschätzt hat, als sie in Wolfgang Petersens “Troja“ nur ein Schmuckstück für die Kamera zu sein schien.

Sie lässt ihre Katja in Trauer, Wut und Kokain untergehen und wie Phönix aus der Asche treten. Regisseur Akin ist über die komplette Distanz von eineindreiviertel Stunden herznah an seiner Protagonistin. Dem Zuschauer steht es dagegen frei, Katjas Handeln gutzuheißen oder strikt abzulehnen, nachvollziehen kann er es allemal.

Aus dem Nichts Quelle: Warner

The Killing Of A Sacred Deer: Ein Horrorfilm. Ein guter, feinsinniger, unangenehmer Horrorfilm wie “Rosemarys Baby“, “Wenn die Gondeln Trauer tragen“ oder “Picknick am Valentinstag“. Der griechische Regisseur und Schauspieler Yorgos Lanthimos (“Lobster“) erzählt in “The Killing of a Sacred Deer“ die Geschichte der Iphigenie-Sage neu, indem er sie in unsere Gegenwart verlegt, wo sie fremd, archaisch und unheimlich wirkt.

Es ist eine Geschichte von Verlust und dem Streben der Götter/des Schicksals nach ausgleichender Gerechtigkeit. Der Herzchirurg (Colin Farrell) hat den Vater des jungen Martin (Barry Keoghan) unter Alkoholeinfluss operiert, wobei dieser zu Tode kam. Seinen Kunstfehler, seine Schuld, versucht er durch Annäherung an Martin, Geschenke und Einladungen zu sich nach Hause auszublenden.

Als der Ehemann und Vater zweier Kinder auf die Avancen Martins, ihn mit seiner Mutter zu verkuppeln, ablehnend reagiert und den übertrieben höflichen Martin fortan notorisch zurückweist, belegt dieser ihn mit einem Fluch. Er muss unter Sohn, Tochter und Frau (Nicole Kidman) ein Menschenopfer auswählen, sonst stirbt seine ganze Familie an Lähmung und inneren Blutungen.

Als Zuschauer empfindet man diesen Einbruch des Paranormalen in die Moderne als extrem beunruhigend. Mit welchen Kräften Martin im Bunde steht, das Unheil heraufbeschwören zu können, wird nie geklärt. Zugleich befremdet den Betrachter die Härte und Strenge der handelnden Personen, die in ihrer Grausamkeit die emotionale Erstarrung und den Rückgang der Empathie in unseren Tagen bezeugen.

Dies wird verstärkt durch die krustentierhaft starre Mimik der Darsteller, und den völlig unbewegt und künstlich aufgesagt wirkenden Text. Selbst die Erotik ist kühl und distanziert, und zur klassischen Filmmusik tritt eine geräuschhafter Soundtrack, der schwirrt und schwärt, als wölbe sie sich aus einem feindseligen Paralleluniversum herüber.

The Killing Of A Sacred Deer Quelle: Alamode

Hard Sun, erste Staffel: Es geht von Anfang an ziemlich raubeinig zu in der Science-fiction-Serie “Hard Sun“ von Hulu, BBC und ZDF. Da werden Gabeln in Nasen gestochen, und da stürzen Menschen von hohen Häusern ins tödliche Geäst kahler Bäume.

Der Londoner Polizist Charlie Hicks und seine neue Kollegin Elaine Renko versuchen sich einen Reim auf den Tod eines Hackers zu machen, werden “von oben“ zurückgepfiffen, machen auf eigene Faust weiter und geraten in den Besitz eines raketenförmigen USB-Sticks, der eine Weltuntergangsbotschaft enthält: In fünf Jahren wird ein “Hard Sun“ genanntes kosmisches Ereignis die Erde zum Wüstenplaneten machen.

Um die irdischen Gesellschaften stabil zu halten und weltweite Anarchie zu verhindern, soll das Wissen geheim bleiben, die MI-5-Agentin Grace Morrigan wird beauftragt, den Stick sicherzustellen und jeden zu töten, der dessen Inhalt kennt. Und: Action, Attacke, Leichen. “Luther“-Erfinder Neil Cross ließ sich von dem David-Bowie-Song “Five Years“ zu dieser Geschichte inspirieren, die dem Zuschauer auf den ersten, zweiten und dritten Blick krude und weit hergeholt erscheint, wovon auch das hier gefühlt in Hektolitern vergossene Blut und die absonderlichen Gewaltmomente nicht ablenken können.

Immerhin ist die ultracoole, androgyne Renko (Agyness Deyn) eine interessante Hauptfigur, während man für ihren korrupten Hallodri von Kollegen (Jim Sturgess) nur schwerlich Sympathien erübrigen kann. Ob Neil Cross seinen “Fünfjahresplan“ für die Serie verwirklichen kann, steht in den Sternen. Staffel 2 ist bislang noch nicht bestätigt, das dramatische Ende der ersten Staffel wirkt wüst augepfropft, um notfalls als Serienende bestehen zu können.

Hard Sun Quelle: Polyband

Das Leuchten der Erinnerung: Zweimal geraten die beiden Reisenden an die euphorisierten Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Trump, an ein Amerika, dass sich selbst vergisst und einen Präsident ins Amt heben will, der mit dem nächsten Satz dem vorherigen widerspricht, so als habe er im Oberstübchen nicht mehr alle beisammen.

Der alte demente Englischlehrer John (Donald Sutherland) und seine Ehefrau Ella (Helen Mirren) sind mit ihrem alten Wohnmobil ausgerissen vor ihren vom vielen Behüten erschöpften Kindern, unterwegs nach Florida zum Haus von Hemingway. Sie hat Krebs, ihm rinnen die Erinnerungen aus dem Schädel, beide gehen auf eine tragikomische Fahrt, um würdevoll Abschied voneinander und vom Leben zu nehmen.

Momente der Zärtlichkeit wechseln mit Momenten der Verzweiflung, der toskanische Regisseur Paolo Virzi inszeniert die unglaubliche Fahrt (weitgehend) glaubwürdig und verfügt über zwei einfühlsame Hauptdarsteller. Die Britin Mirren macht selbst als Southern Belle gute Figur. Zwar wird die Intensität von Alzheimer-Filmen wie “Still Alice“ oder “Iris“ nicht erreicht - zu vorhersehbar ist die Geschichte, und die stümperhaftesten Highwaypiraten, die je ein älteres Ehepaar überfallen wollten, rücken den Film für eine Szene in die Nähe von unehrlichen Unheilbarkeitsklamotten wie Rob Reiners “Das Beste kommt zum Schluss“.

Aber unterm Strich ist dieses Road-Movie berührend. Traurig ist ein Moment, in dem ein freundlicher Familienvater Ernest Hemingway für einen Bürgerkriegsgeneral hält. Das Wissen das nie erworben wurde erscheint da beinahe ebenbürtig dem Wissen, das ins Nichts verschwindet.

Das Leuchten der Erinnerung Quelle: Concorde

Die Macht des Bösen: Dass es dem Widerstand 1942 gelang, Reinhard Heydrich zu töten, zeigte der Weltkriegswelt, dass die nationalsozialistische Diktatur doch nicht unangreifbar war. Um dieses Attentat, seine Vorbereitung, Ausführung und Folgen, dreht sich Cédric Jimenez‘ Historiendrama “Die Macht des Bösen“ in seiner zweiten Hälfte, während die erste Hälfte in Schüben den Aufstieg Heydrichs zu einem der bedeutendsten Erfüllungsgehilfen Hitlers, des Reichsprotektors von Böhmen und Mähren, des SS-Geheimdienstchefs und Endlösungsbeauftragten zeigt.

Jason Clarke ist ein unergründlich gemeiner Scherge des Systems, Rosamund Pike seine hartgesottene Geliebte und spätere Gattin, die Heydrich mit Hitlers Weltanschauung vertraut macht, aber bald erkennen muss, dass die Nazis auch ambitionierte Frauen auf die Plätze verweisen. Woher die einzigartige Kälte des Protagonisten rührt, wird nirgends kenntlich gemacht, Heydrich bleibt in diesem Film ein unergründliches Raubtier in Uniform. Und auch die anderen Figuren, etwa die aus England eingeflogenen Attentäter aus den Reihen der tschechischen Exilarmee werden dem Zuschauer nicht wirklich nahegebracht.

Zwar ist der Ausgang des Attentats bekannt und – siehe “Operation Anthropoid“ - nicht zum ersten Mal Gegenstand eines Films. Dennoch bremst es die Spannung enorm, es zu Filmbeginn, zur Filmmitte und noch ein drittes Mal serviert zu bekommen. Das wäre, als würde man King Kong dreimal vom Empire State Building stürzen, das erste Mal gleich nach dem Vorspann.

Die Macht des Bösen Quelle: New KSM

Britannia, erste Staffel: Ein knappes Jahrhundert nach Cäsars halbherzigem Versuch fallen die Römer erneut in Britannien ein. Einem Land, zu dem es allerhand üble Legenden gibt - ein Land voller lebender Wälder und Dämonen, umgeben von Wassern voller Seeungeheuer.

Der ausgestoßene Druide Divis (Nikolaj Lie Kaas) rettet ein Mädchen (Eleanor Worthington-Cox), dessen Initiationsritus von den gerade einmarschierenden Römern des Legats Aulus Plautius (David Morrissey – der Governor aus “The Walking Dead“) in ein Blutbad verwandelt wird. Im Jahr 43 nach Christus wollen sich Roms Truppen nicht wieder vom keltischen Magiebrimborium ins Bockshorn jagen lassen und machen ernst.

Mörderische Rivalitäten zwischen den Clans geben zusätzlichen Konfliktstoff ab, aber so richtig in die Sandalen kommen die pseudohistorischen Abenteuer dieser Serie nicht. Das liegt nicht nur an optischen Mankos, an psychedelischen Bildern, die nach Video-Vorläufern aus den Sechzigerjahren aussehen und an Froschauge-Porträts, die den Gesichtern der Figuren stets etwas unfreiwillig Komisches verleihen.

Sondern auch an der seltsamen Behandlung von Charakteren, die interessant eingeführt und dann dumm vergeudet werden. Eine zuweilen allzu heutige Sprache reißt einen gelegentlich aus der Illusion und Donovan Leitchs zitternder „Hurdy Gurdy Man“ erscheint zudem als falsch gewählte Titelmusik. Insgesamt eher anstrengend. Wir empfehlen stattdessen die Serien “Rom“, “Vikings“ und “The Last Kingdom“.

Britannia Quelle: Vertigo/Sky

Von Matthias Halbig

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