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Kultur Weltweit Künstlerin auf der Suche nach NS-Raubgut
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18:37 06.06.2017
Die weltweit wichtigste Kunstausstellung: die documenta in Kassel. Quelle: dpa
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Kassel

Es ist eine künstlerische Auseisandersetzung mit einem historischem Stoff: Im Rahmen der bevorstehenden documenta 14 ruft die Künstlerin Maria Eichhorn das Projekt „Rose Valland Institut“ ins Leben. Benannt ist es nach der Kunsthistorikern Rose Valland, die während der deutschen Besatzungszeit in Paris die Plünderungen der Nationalsozialisten heimlich aufzeichnete. Nach dem Krieg dienten diese Listen maßgeblich zur Rückerstattung der NS-Raubkunst.

Aufarbeitung der Besitzverhältnisse längst nicht abgeschlossen

Mit dem Institut will Eichborn in einem künstlerischen Kontext Fragen zu jüdischem Eigentum thematisieren, das in der NS-Zeit in Deutschland und in den besetzten Ländern unrechtmäßig geraubt und noch immer nicht zurückgegeben wurde.

Bis heute befinde sich jüdisches Raubgut in öffentlichen Sammlungen und Museen sowie in Privatbesitz. Beschlagnahmtes Raubgut aus jüdischem Eigentum sei von den Finanzbehörden des NS-Staates öffentlich versteigert und somit über ganz Deutschland verbreitet worden.

Ein Bewusstsein für bestehendes Unrecht schaffen

Seinen Sitz wird das Projekt im Ausstellungsort „Neue Galerie“ haben. Dort sollen unter anderem Leihgaben aus der hauseigenen Sammlung ausgestellt werden, die nach dem Krieg aus ungeklärter Quelle in den Besitz der Bundesrepublik gelangten, wie der Kurator Dieter Roelstrate in einem Interview mit der Zeitschrift „Art“ erklärte.

Damit soll bei den Besuchern ein Bewusstsein für bestehendes Unrecht geschaffen werden. Hierfür findet vom 11. bis 12. September auch ein Workshop statt, der verwaistes Eigentum in den besetzten Gebieten Europas von 1933 bis 1949 zum Thema hat.

Von RND/epd

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