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Kultur Weltweit Georg hat die Nase voll: „Grüner wird’s nicht ...“
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20:01 29.08.2018
Unterwegs zum Nordkap: Philomena von Zeyditz (Emma Bading) und Georg „Schorsch“ Kemper (Elmar Wepper). Quelle: Foto: Majestic
Hannover

Alles hinwerfen, neu anfangen, raus aus der alltäglichen Enge. Auch für Oldies ein Traum. So wagte Dieter Hallervorden im Kino sein „letztes Rennen“ und schnupperten fidele englische Rentner im „Best Exotic Marigold Hotel“ den Duft der Freiheit in Indien.

Für den grantigen Gärtner Georg „Schorsch“ Kempter (Elmar Wepper) kommt der Entschluss zum Ausstieg etwas plötzlich. „Das Grün ist der falsche Farbton“ meckert der Golfplatz-Chef und will die Rechnung von 83 000 Euro nicht zahlen.

Der Kuckuck am Flugzeug bringt das Fass zum Überlaufen

Ein Tiefschlag, der das Frustfass zum Überlaufen bringt. Die Ehegefühle liegen schon lange auf Eis, die Tochter hat Kunstakademie-Flausen im Kopf, sein Betrieb steht vor der Pleite und als der Gerichtsvollzieher den Kuckuck an sein geliebtes rotes Propeller-Flugzeug klebt, startet Schorsch im wütend wahrsten Sinne des Wortes durch.

Warum nicht zum Nordkap? Erst einmal legt er mangels Sprit eine Bruchlandung auf einer Wiese hin. Auftakt zu neuen Begegnungen und Erfahrungen. Bei einem schwäbischen Bauern findet er Hilfe, die nächste Station ist das Rheinland, wo er einem reichen Adeligen einen Schlosspark entwirft, um die Reisekasse aufzubessern.

Mit dessen rebellischem Teenie-Töchterlein Philomena (Emma Bading), das sich wie eine Klette an ihn hängt geht`s zum Zwischenstopp bei deren Lesben-Oma auf Sylt. Wegen Maschinenschaden landet das Duo in Brandenburg auf einem still gelegten Flughafen, wo den bodenständigen Bayern mit der resoluten Mechanikerin und Wirtin Hannah (Dagmar Manzel) bald mehr verbindet als die Suche nach dem notwendigen Ersatzteil.

Elmar Wepper ist die Seele von Florian Gallenbergers Komödie

Die Seele von Florian Gallenbergers mit trockenem Humor gespicktem und „luftigem“ Roadmovie ist Elmar Wepper, den Doris Dörrie mit „Kirschblüten Hanami“ 2008 aus der Serienecke herausholte. Sein innerer Wandel vom autoritären Patriarchen zum nachdenklichen Mann, der Selbstzweifel zulässt und sich den Problemen stellt, couragiert im eigenen Leben aufräumt, wärmt das Herz wie ein guter alter Brandy.

Und für das späte Glück muss es ja auch nicht unbedingt das Nordkap sein.

Von Margret Köhler

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