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Kultur Weltweit Harry Potter zaubert wieder auf Deutsch
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14:39 23.09.2016
Renate Herre, Geschäftsführerin des Carlsen Verlags, wirft schon mal einen Blick in „Harry Potter und das verwunschene Kind“, das am Sonnabend auf Deutsch erscheint. Quelle: dpa
Hamburg/Pößneck

Harry Potters magische Kräfte hätten sich die Muggel beim Hamburger Carlsen Verlag in den vergangenen Monaten gewünscht. Die deutsche Übersetzung des Theaterskripts „Harry Potter and the Cursed Child“ knapp acht Wochen nach dem englischen Original auf den Markt zu bringen, sei doch recht sportlich gewesen, sagt Verlagschefin Renate Herre.

Dass nun am Sonnabend die Potter-Fans den Band endlich auch auf Deutsch in den Händen halten können, ist auch ostthüringer Druckern zu verdanken: Der Band wurde bei GGP Media in Pößneck gedruckt. Am 30. Juli hatte die Fortsetzung der Abenteuer rund um Joanne K. Rowlings berühmten Zauberschüler in London Bühnenpremiere, am Tag darauf erschien das englischsprachige Buch zum Stück und stürmte auch in Deutschland die Bestsellerlisten.

Startauflage von 800.000 Exemplaren

Mit einer Startauflage von 800.000 Exemplaren kommt nun die Übersetzung „Harry Potter und das verwunschene Kind“ in den Handel. „Das war schon eine extreme Herausforderung“, berichtet die Carlsen-Chefin, „vor allem für die beiden Übersetzer“. Klaus Fritz, der schon alle sieben Harry-Potter-Romane ins Deutsche übertragen hat und seine Kollegin hätten genau drei Wochen Zeit gehabt, um die 336 Seiten zu übersetzen.

„Da es ja das Buch zu einem Bühnenstück ist, mussten wir auch bis zum Schluss warten“, erzählt Herre. „Natürlich wären wir am liebsten mit der deutschsprachigen Ausgabe zeitgleich zur englischen erschienen, aber das hätte bedeutet, dass wir eine vorläufige Probenfassung des Skripts bekommen – und es wurde tatsächlich bis kurz vor der Premiere an den Texten gearbeitet.“

Darum geht es im neuen Harry-Potter-Buch

Die Handlung von „Harry Potter und das verwunschene Kind“ setzt dort ein, wo der siebte Teil der Harry-Potter-Romane endet. Harrys beste Freunde, Hermine und Ron, sind inzwischen miteinander verheiratet. Die strebsame Hermine hat es bis zur Magie-Ministerin geschafft. Harry ist ein überarbeiteter Beamter im Ministerium für Zauberei, verheiratet mit Rons Schwester Ginny.

Zum gemeinsamen Sohn Albus Severus hat Harry eine schwierige Beziehung. Albus leidet unter dem hohen Erwartungsdruck, den der Ruhm seines Vaters mit sich bringt. Sehr zum Missfallen seines Vaters freundet er sich mit Scorpius Malfoy an, dem Sohn von Harrys früherem Widersacher Draco.

Um sich zu beweisen, will Albus mithilfe einer Zeitreise einen Fehler seines Vaters korrigieren. Dabei richten er und Scorpius aber mehr Schaden an als sie gutmachen. So fängt Harrys geheimnisvolle Narbe nach 19 Jahren wieder an zu schmerzen – es plagen ihn Alpträume, in denen es um den Erzbösewicht Lord Voldemort geht.

Mitternachtsverkauf in vielen Städten

Mit verschiedenen Aktionen feiern rund 60 der Thalia-Buchhandlungen am Sonnabend den Verkaufsstart - manche öffnen rechtzeitig zum Mitternachtsverkauf ab 0.01 Uhr, andere frühmorgens ab 7 Uhr. Die Kette Mayersche Buchhandlung verkündet Potter-Fans im Internet: „Der Mitternachtsverkauf findet in fast jeder unserer Buchhandlungen statt.“ Filialen gibt es unter anderem in Dortmund, Essen, Düsseldorf und Aachen. In Berlin gibt es mitternächtliche Aktionen etwa bei Dussmann.

Lesekritiken sind sehr gemischt

Nie wieder hatte Rowling eine Fortsetzung schreiben wollen – „und ich glaube, noch nie hat jemand so viele Menschen glücklich gemacht, indem er sich nicht an sein Wort gehalten hat“, sagt Herre. Auch wenn das Projekt bei ihr selbst zunächst viele Fragen aufgeworfen habe. „Ein Theaterstück – das fand ich schon mutig. Aber wie gut lässt sich das als Buch lesen, wenn die Beschreibung der Atmosphäre – eine von Rowlings Stärken – fehlt?“ Ihr Urteil fällt nach der Lektüre so positiv aus wie das der Theaterkritiker nach der Premiere. Gemischter sind da schon die Leserkritiken beim Internethändler Amazon – sie reichen von „Große Liebe“ und „meeeehr“ bis „enttäuschend“ und „hätte ich das mal gelassen“.

Von RND/dpa

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