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Kultur Weltweit “Gladbeck" und mehr DVD-Tipps
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19:57 11.05.2018
Quelle: iStockphoto
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Hannover


Ku’damm 59 - Dreiteiler: Am Ende rannte Monika den Kurfürstendamm runter, der Pferdeschwanz flog nach allen Seiten, aus der grauen Maus war die schönste Prinzessin geworden. Sprang hinein in eine Freiheit, die davor wieder und wieder vom Rock’n’Roll-Taifun Little Richard eingeblasen worden war. “Ku’damm 56“ war ein stimmungsvoller, kulissenschöner Dreiteiler über den Aufbruch der deutschen Jugend in den mittigen Fünfzigerjahren und das Schwamm drüber der Entnazifizierten, die sich ihr Wirtschaftswunder nicht vermiesen lassen wollten.

Die zweite Staffel über Monika, Eva und Helga, die drei Schöllack-Mädels von der Tanzschule Galant, spielt drei Jahre später, die familiären Brüche werden deutlich, das Glück der frühen Jahre weicht dramatischen Zuspitzungen unglaublichen Unrechts, dem Rücksturz der Gesellschaft in patriarchalische Strukturen, und auch der wilde Rock’n’Roll hat schon schwer Energie gelassen, wenn er mit Monika und Freddie als kleine Verrücktheit in die kitschig-schlagerhafte Samstagabend-Fernsehunterhaltung des Jahres 1959 integriert wird.

Sonja Gerhardt, Emilia Schüle, Maria Ehrich, Sabin Tambrea und Claudia Michelsen als kerzengerade Mama Caterina führen ein vorzügliches Ensemble an, und Ulrich Noethen spielt einen schmierigen #MeToo-Regisseur kitschig-einlullender Heimatschmonzetten. Zwar gerät gegen Ende alles smooth wie die Zeiten, trotzdem bleibt Anerkennung für diesen Dreiteiler – eine Sternstunde des deutschen Fernsehens.

Ku’damm 59 Quelle: Universum

Black Sails, vierte Staffel: Nun also – es geht um alles, Krieg zieht über den Bahamas herauf, und wir sind mittendrin und bingen uns halsüberkopf durch zehn neue Episoden voller Segel, Säbel, Totenkopfbanner. Eleanor Guthrie und der englische Piratenjäger Woodes Rogers (das ist der Mann, der das historische Vorbild für Daniel Defoes Robinson Crusoe an Bord nahm) haben Nassau in der Hand. Captain Flints Bündnis mit Long John Silver steht dagegen auf wackeligen Beinen, muss aber halten, wenn unsere geliebten, keineswegs zimperlichen Piraten ihr Leben nicht allesamt unter den Werkzeugen der Scharfrichter Ihrer Majestät beenden sollen.

Dann verschwindet Silver, wird totgesagt und alles gerät auf Atem raubende Weise außer Kontrolle. Action und Erzählkunst gehen in der vierten und letzten Staffel der Historienserie “Black Sails“ Hand in Hand. Alles steuert dramatisch und mit hohem Blutzoll auf den Punkt zu, der der Anfang von Robert Louis Stevensons Roman “Die Schatzinsel“ war. Und das von dem charismatischen Toby Stephens (Flint) geführte Ensemble mit Luke Roberts (Woodes Rogers), Hannah New (Eleanor Guthrie), Clara Paget (Anne Bonny), Tom Hopper (Billy Bones) und Luke Arnold (John Silver) führt uns durch allerhand überraschende Plotwenden und exzessive Gefechte zu Wasser und zu Land.

Neben “Bates Motel“, dem Prequel zu Hitchcocks Robert-Bloch-Verfilmung “Psycho“, ist “Black Sails“ die wohl fesselndste Vorgeschichte, die das Fernsehen je gezeigt hat. Wenn der letzte Pulverdampf verraucht ist, ist dann sogar alles an ein zufriedenstellendes Ende gelangt – was bei Serien mit großem Erzählbogen ja oft genug ausbleibt, weil mangels Quote alles mittendrin aufgegeben wird. Und dennoch wünscht man sich in seiner piratenhaften Gier viel mehr vom selben. Es war zu schön in dieser wilden Welt.

Black Sails, Staffel 4 Quelle: 20th Century Fox

Gladbeck: Der Rösner steigt aus dem Wagen, langsam, die Pistole in der Hand. Langsam geht er auf das Auto hinter ihm zu, einer der Polizisten im Auto hebt eine Kamera, schießt ein Foto. Rösner dreht ab, ein “ihr Presseheinis“ auf den Lippen. Und man weiß, er hätte geschossen, hätte er die wahre Identität der Verfolger erkannt. Eine wirklich unheimliche, beklemmende Nachtszene in “Gladbeck“, einem zweiteiligen Thriller über die unglaubliche Geiselnahme im Sommer des Jahres 1988, die mit einem Banküberfall begann und in dessen Verlauf drei Menschen starben.

Grimme-Preisträger Kilian Riedhof (“Sein letztes Rennen“) erzählt eine Geschichte, die die Republik in Atem hielt und veränderte. Er macht die unglaubliche Anspannung deutlich, unter der alle Beteiligten standen, zeigt Situationen, in denen zu langes Zögern zu verpassten Zugriffschancen führten und in der die Medien ihre Nüchternheit vergaßen, auf die Sensation sprangen und das Verbrechen in eine Show mit möglichen Todesfolgen verwandelten. Dass man weiß, wie die Sache ausging, mindert die Spannung keine Sekunde, denn Riedhof verliert nie das Menschliche aus dem Auge, er blickt den Geiseln in die Angst, den Entscheidern in die Erstarrung, führt die späteren Opfer mit Bedacht ein und auf ihr trauriges Schicksal zu.

Quasidokumentarisch wird eine Kopie der damaligen Ereignisse erstellt. Die Schauspieler sind intensiv, voran Sascha Gersak als Rösner, und Ulrich Noethen, dessen Kriminaldirektor Meise anfangs wie ein Gandalf mit kurzem Haarschnitt rüberkommt, bevor sein Zögern ihn diskreditiert. Die Kamera ist so nah dran, als wäre es wieder 1988, nur behindert sie diesmal keine Polizeiarbeit und gefährdet keine Geiseln.

Gladbeck Quelle: WGV Medien

Occupied, zweite Staffel: Vor zehn Jahren wäre das Szenario noch als völlig unglaubwürdig abgetan worden: Russland besetzt Norwegen. Auslöser der Entwicklung in der Politthrillerserie “Occupied“, der teuersten norwegischen TV-Produktion aller Zeiten, war der Regierungsbeschluss, mit neuartigen Reaktoren Energie zu gewinnen und die Ölförderung zu beenden. Inzwischen sind die Russen, die –im Auftrag der EU - ein halbes Jahr lang klar Schiff für die Fortsetzung fossiler Energieträger machen sollten, zwei Jahre im Land, haben sich als Besatzungsmacht etabliert und machen keine Anstalten, Oslo wieder zu verlassen.

Eine kremltreue Regierung ist am Ruder, dem letzten, frei gewählten Ministerpräsident Jesper Berg (Henrik Mestad) gelingt die Flucht nach Frankreich, von wo aus er einen Plan schmiedet, seinem Land zur Unabhängigkeit zurück zu helfen. Wobei er alle Not hat, eine Allianz zu schmieden.

Der Thrillerautor Jo Nesbo, von dem die Idee zu der Serie stammt, wollte mit dem Stoff an die Besetzung Norwegens durch die Nazis erinnern und ein Gefühl dafür schaffen, wie schnell sich demokratische Strukturen ändern können. In einem Europa der Nationalisten, Populisten, Autokraten mit einem territorialen Expansionen nicht abgeneigten Reussenherren Putin als Nachbar erscheint “Occupied“ beängstigend realistisch, wenngleich das Machtergreifungsgefüge hier nicht als ganz so raffiniert eingefädelt erscheint wie in Frederick Forsyths Roman “Das vierte Protokoll“, der Geschichte einer Übernahme Großbritanniens durch die Sowjetunion.

Die Ereignisse der zweiten Staffel bringen das besetzte skandinavische Land (und Europa) an den Rand eines Krieges. Als alles gut zu werden droht, fällt erst ein verhängnisvoller Schuss, dann der Vorhang. Cliffhanger zu einer dritten Staffel, die bislang allerdings noch nicht bestätigt wurde.

Occupied, Staffel 2 Quelle: Absolut Medien

Geostorm: Nahe Zukunft. Ein Satellitennetz, geknüpft in einer weltweiten, gemeinschaftlichen Anstrengung. Das globale Klima wird von “Dutchboy“ überwacht, kontrolliert, wohltätig verändert. Bis sich dieses Netz eines Tages gegen die Erde wendet, die Menschen eines afghanischen Dorfes schockgefrostet werden, die Straßen Hongkongs aufreißen und Lava spucken. Wer hat das System sabotiert – das ist die große Frage. Die Verdächtigungen gehen bis hin zum von Andy Garcia gespielten US-Präsidenten.

Das Problem: Die vielen örtlichen Klimakatastrophen, darunter Monsterwellen, zentnerschwere Hagelbrocken und achtbeinige Hurrikane, scheinen sich zu einem Geostorm zu kumulieren, der Weltuntergang steht direkt bevor. Wer das verhindern kann? Die Brüder Jake und Max Lawson (Gerard Butler, Jim Sturgess), der eine der querdenkerische Wissenschafts-Rock’n’Roller, der “Dutchboy“ erfunden hat, der andere ein linientreuer Karrierist mit der Fähigkeit, im rechten Augenblick neu nachzudenken. Ein Töchterchen hat Jake noch, das übliche, neunmalkluge, überemotionale Hollywoodgör, das den Helden solcher Filme motiviert, für das Glück der nächsten Generation über sich selbst hinauszuwachsen und die böse gewordene gute Technik unter Lebensgefahr zu reparieren.

Eine effektreiche Öko-Fiction mit dürftiger Story, die zum Ende hin pathetisch anschwillt. Einer jener kostspieligen, unerfreulichen Filme, die das ganz große Brimborium zeigen, ohne dabei auch nur ein einziges Mal spannend zu werden, in denen die Glaubwürdigkeit als Erste stirbt und unplausible Charaktere in Momenten höchster Not noch die Zeit finden, einander grammatikalische Ausrutscher vorzuhalten. Zwar wurden die Figuren gut besetzt, Ed Harris und Alexandra Maria Lara sind etwa in Nebenrollen zu sehen. Aber alle hier spielen wie auf Autopilot. Da lieber nochmal “San Andreas“ mit Dwayne Johnson. Der war wenigstens witzig.

Geostorm Quelle: Warner

Fack ju Göhte 3: Die Schillerschule ist ein echtes Gymnasium, das Lehrinstitut mit Goethe im Namen “nur“ eine IGS. Der Goehte (mit dem Goethe-Standbild mit Ché-Guevara-Kopf) droht entsprechend die Schließung, die Schulleiterin Gudrun (Katja Riemann) muss mit Versetzung nach Brandenburg rechnen.

Beides gilt es zu verhindern, aber egal wie die Sache ausgeht, vorher muss der Lehrerimitator und Unterrichtsabenteurer Zeki Müller (Elyas M’Barek) die Aktion Sorgenklasse beenden und die neue Schülerzeitungschefreporterin Chantal (Jella Haase), den treudoofen Danger (Max von der Groeben) und ihre Klassenkameraden fit fürs Abi machen.

Auch der dritte Film der “Fack ju Göhte“-Reihe steht in der Tradition wirklichkeitsferner deutscher Pennekomödien mit Gesangs- und Tanzeinlagen, wie sie früher mit Peter Kraus, Peter Alexander oder Ilja Richter gedreht wurden – nur dass “FJG“ viel derber im Ausdruck und auch tatsächlich einigermaßen komisch ist.

Der letzte Film der Trilogie ist wieder charmanter als der Vorgänger und besitzt mit seiner Anti-Mobbing-Botschaft sogar ein Minimum an pädagogischen Wert. Und Sandra Hüller ist ein ehrbarer Lehrkörperersatz für die absente, von Karoline Herfurth gespielte Frau Schnabelstedt. Merke: Elite entsteht nicht durch Gewalt.

Fack ju Göhte 3 Quelle: Constantin

Leanders letzte Reise: Nacht, ein Haus, ein Paar vorm Fernseher. Hilde ist nicht eingeschlafen, sie ist tot. Endlich, er hat sie nie geliebt, stattdessen eine andere, damals, als er mit der Wehrmacht in der Ukraine war. “Der Leichenschmaus fällt aus“, grätzt der 91jährige Eduard Leander (Jürgen Prochnow) die Familie an, und fährt mit der in Sachen Amor ebenfalls falsch versorgten Enkelin (Petra Schmidt-Schaller) in die Vergangenheit.

Wer sucht, der findet: Ein Land, das erneut in Unruhe ist, seinen persönlichen Frieden, die Liebe – vielleicht. Auf eine etwas ungelenke Art werden aus der jungen Adele und dem alten Leander Reisegefährten. Die zunächst desinteressierte Frau, die den Opa vor der Dummheit seines Vorhabens bewahren und ihn aus dem Zug holen soll, offenbar aber nicht weiß, dass Eisenbahnen nicht ewig in Bahnhöfen herumstehen, entwickelt schon bald ein Faible für Geschichte. Erst heißt es “In Kiew ist Sense!“, dann “Wie war das damals mit den Kosaken?“

Ein junger Ukrainer namens Lew (der estnische Schauspieler Tambet Tuisk) ist auch gleich im Abteil – fröhlich, durstig und immer für eine kleine wilde Stehnummer im Liegewagen zu haben. Dann sitzt da noch die Enkelin einer in Babi Yar umgebrachten Jüdin gegenüber. Eine Mahnfigur in einer recht künstlichen Versuchsanordnung “korrekte Abteilgesellschaft“. Schema F(ilm). Es ist Maidanzeit in Kiew, der Platz des Protests ist mit Bergen von Autoreifen abgesichert, in den nächsten Tagen wird Putin die Krim besetzen.

Das Land wird in diesem Film näher herangeholt als in den Doku- und Nachrichtenschnipseln damals. Regisseur Nick Baker-Monteys führt den Zuschauer in die Wohnzimmer, will ihn die ukrainische Gastfreundschaft erleben lassen. Hell die Gläser klingen, bis die Fäuste auf den Tisch knallen – der politische Riss geht durch Lews Familie. Sein Vater steht auf Seiten Russlands, sein Bruder kämpft im Osten für die Separatisten, Lew selbst ist für die freie Ukraine, in deren Führung aber auch ultrarechte Kräfte mitmischen. “Faschist!“ ist das schlimmste Wort hier, und Leander war einer, das gibt er zu. Auch diese Situation hat etwas Künstliches, Aufgesetztes.

Spannend wird es erst, als man das Trio in den alten Kosakenlanden für Spione hält. Die Reise wird zum Abenteuer, das bis nach Russland führt. Es ist “Leanders LETZTE Reise“, und man weiß schon vom Blick auf das DVD-Cover, dass es danach nicht etwa für immer ins Heim gehen wird, wie es der völlig überflüssigen Figur seiner Tochter Ulrike (Susanne von Borsody) vorschwebt.

Jürgen Prochnow (71) ist dabei der rüstigste 91-Jährige, der je auf der Leinwand zu sehen war (er wirkt eher wie ein etwas rückensteifer, von der Make-up-Sektion zerknitterter Endsechziger). Grimmig das Recht einfordernd, auch als Greis noch seinen Koffer die Treppe hochschleppen zu dürfen, legt Prochnow, der einstige Kaleu auf Wolfgang Petersens “Boot“, einen wirklich bemerkenswerten späten Auftritt hin – ein verschlossener Mensch, der den Schlüssel zu sich am Ende doch noch dreht.

Der Zeigefinger ist oben in Baker-Monteys Drama über einen späten Versuch, das wahre Leben vom Falschen zu befreien. Auf den Straßen nach Gestern wartet immer auch das Heute, sagt uns der Regisseur und Autor, aus den Konflikten von Gestern werden die der Gegenwart. Machen sich die klüger gewordenen Alten ans Bedauern und Aussöhnen, stürzen sich die Jungen heißen Blutes in die selben Fehler. Und am Ende ist – wie es die Beatles in dem Lied “The End“ sangen – die Liebe die man genommen, gleich der Liebe die man gegeben hat. Glücklicher Leander.

Leanders letzte Reise Quelle: Universum

Gone, erste Staffel: Stündlich, so verrät es eine Schrifttafel,würden in den USA 75 Menschen als vermisst gemeldet. Also muss das FBI-Vermisstenteam um Frank Booth (Chris North - der Mr.Big aus “The Good Wife“) nie darum bangen, dass ihm die Arbeit ausgeht. Die Fälle sind vielseitig, mal geht es um um Kidnapping als Familienplanung, mal um Tiger-Entführungen nach dem Muster der Irish Republican Army (einer umständlichen, wiewohl erfolgreichen Art von Bankraub).

“Gone“ ist eine “Fall der Woche“-Show, die den verwaisten Platz der (besseren) Serie “Without a Trace“ einnimmt. Hauptfigur ist allerdings nicht der väterliche Chef Booth sondern die zornige Kick Lannigan (Leven Rambin), ein ehemaliges Entführungsopfer, eine Martial-Arts-Lehrerin und FBI-Seiteneinsteigerin, die auf den Spuren von Emma Peel einige Zeit braucht, um passable Figur zu machen.

Wenn Kick zum ersten Mal einen Verdächtigen jagt, umklammert sie die Pistole noch wie einen Pümpel. Der Rest des Ensembles bietet solides Krimi-Teamwork, wie sie die Anhänger von “N.C.I.S.“ und seiner Ablegerserien lieben.

Gone, Staffel 1 Quelle: Universum

Happy Death Day: Tree will nicht sterben, sie versucht den Killer abzuwehren, aber sie hat keine Chance. Frisch gestorben wacht die Studentin anderntags wieder auf, als wär alles bloß ein Alptraum gewesen. Nur ist wieder derselbe Tag, ihr Geburtstag, ein eher durchwachsener Geburtstag voller Hochs und Tiefs und ihrer Ermordung am Ende. Wieder und wieder. Und täglich blutet das Murmeltier.

Jessica Rothe ist überraschend ausdrucksstark als das Mädchen im Horror-Loop, das alles tut, um den Tag anders auslaufen zu lassen und feststellen muss, dass der Mörder trotzdem zum Zuge kommt. Ihre Tree ist ein echter Charakter, keine Skizze, ihr Abweichen von den Genreklischees macht aus dem klassischen Opfer mählich eine selbstbewusste,glaubwürdige Kämpferin.

Klar ist auch Christopher Landons “Happy Death Day“ nur ein kleines Slasherfilmchen, aber es ist sorgfältig aufgebaut statt wie üblich ein stumpf abgefilmtes “Hauptsache Gewalt!“. Jeden Tag, den Gott werden respektive wiederholen lässt, drückt man Tree die Daumen, dass es diesmal ein “Happy Survival Day“ wird.

Happy Death Day Quelle: Universal

Hangman: Vom großen Al Pacino läuft beileibe nicht mehr jeder neue Film im Kino an. Dass es Coppolas Michael Corleone indes noch bringt, zeigte er jüngst in der Komödie “Mr. Collins zweiter Frühling“, wo er einen alten Rockstar spielte, dessen Leben von einem Brief verändert wird, den ihm einst John Lennon schrieb.

In “Hangman“ ist er der ausgebuffte, verrentete Cop Ray Archer, der seinen Lebensrest nicht mit Angeln vergeuden will, was seine Ex-Kollegen von ihm erwarten. Er sitzt stattdessen nach 36 Jahren im Morddezernat im Auto wie in den guten Zeiten, löst Kreuzworträtsel und begutachtet die sich verändernde Welt der fiktiven Stadt Monroe, bis Detective Will Ruiney (Karl Urban) endlich bei ihm einsteigt und ihn um Schützenhilfe bittet. Ein Serienmörder, der sich “Hangman“ nennt, stellt seine Opfer grotesk zur Schau und gibt seinen Verfolgern ein groteskes Buchstabenrätsel auf.

Die Geschichte läuft allerdings nicht ab wie ein Stück Grauen vom “Sieben“-Kaliber sondern eher wie eine unsinnigere Episode von “C.S.I.“ oder “Criminal Minds“.Der gesprochene Text scheint wie von Sinnspruchkarten abgekupfert, das Schauspiel ist eher dürftig. Urban und Brittany Snow (als Pulitzer-nominierte Reporterin der New York Times) kommen kaum dazu, ihre Charaktere zu illuminieren.

Pacino ist immerhin Pacino, mit der wilden Pacinofrisur, dem Pacinobart, Patina-belegter Knarzstimme und dem Wissen um die Abgründe der Welt in den Augen. Halt so, wie man ihn aus seinen anderen, besseren Filmen kennt.

Hangman Quelle: Concorde

Von Matthias Halbig

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