Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit Galerist hängt Erdogan-Bild nach Kritik ab
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Galerist hängt Erdogan-Bild nach Kritik ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:49 23.02.2018
Das Bild „Türkischer Diktatur“ von Thomas Baumgärtel wird auf der Kunstmesse art Karlsruhe nicht mehr ausgestellt. Quelle: dpa
Karlsruhe

Seit Donnerstag ist das Werk von Thomas Baumgärtel auf der „Art Karlsruhe“ nicht mehr zu sehen. Nachdem Erdogan-Befürworter am Stand des Künstlers lautstarke Kritik äußerten und gegen die Darstellung des türkischen Präsidenten protestierten, entschied sich Baumgärtels Galerist dazu, das Bild von seinem Stand zu entfernen.

Das Bild zeigt den gebückten türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit nacktem Gesäß, in dem eine Banane steckt. Es ist Teil der „Despotenserie - Trump, Kim und Erdogan“.

Der Künstler reagierte mit Empörung und sieht sich in seiner Kunst- und Meinungsfreiheit beschränkt. Er sei sauer auf die Erdogan-Anhänger und verstehe auch die Messe Karlsruhe nicht, die sich nicht hinter ihn stelle.

Baumgärtel ist unter dem Pseudonym „Bananensprayer“ bekannt. Für seine politischen Bilder hat in der Vergangenheit immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Im Januar 2017 untersagte Twitter dem Künstler eine Werbekampagne, die eines seiner Bilder verbreitete. Darauf war US-Präsident Donald Trump als Affe mit einer Banane im Mund dargestellt. Der Kurznachrichtendienst hat sich bisher nicht geäußert.

Galerist äußert Sicherheitsbedenken

Im Falle der Karlsruher Messe, begründete Galerist Michael Oess seine Entscheidung mit Sorge um die Sicherheit. „Ich habe auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Besuchern“, sagte er. Demnach habe es am Donnerstag einen regelrechten Auflauf an seinem Stand gegeben. Ein türkischer Journalist habe sich beschwert und über das auf Leinwand gesprühte Erdogan-Konterfei live berichtet.

Zudem hätten zwei Frauen von „Schändung“ der türkischen Fahne gesprochen, die im Hintergrund des umstrittenen Werkes angedeutet ist. „Das war richtig inszeniert“, ist Oess überzeugt. Auch die Polizei war vor Ort, sagte ein Sprecher.

Bild inzwischen für knapp 6000 Euro verkauft

Eine Messe-Sprecherin betonte: „Wir können keinem Galeristen vorschreiben, was er hängt. Es herrscht Freiheit der Kunst.“ Ein Besuch des türkischen Generalkonsuls am Freitag auf der Kunstmesse habe damit nichts zu tun gehabt. „Es war ein normaler Antrittsbesuch.“ Das Konsulat äußerte sich dazu auf Anfrage nicht. Nach Oess’ Worten ist das Bild inzwischen für 5900 Euro verkauft. Mit der Aufregung um das Werk habe der Verkauf nichts zu tun gehabt.

Die türkische Zeitung „Daily Sabah“ hatte am Donnerstag über das Bild berichtet, das „für viele Türken eher als rassistisch-vulgärer Angriff auf den türkischen Präsidenten erscheint“.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Korruption ist gegenwärtig Rumäniens größtes Problem. Die Schriftsteller verlieren in ihren Geschichten kaum ein Wort dazu, im persönlichen Gespräch aber schon. Ein Besuch im Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse.

26.02.2018
Kultur Weltweit Michel Houellebecq wird 60 Jahre alt - Provokation, Sex und Prophetie

Er ist ein Prophet und Provokateur, an diesem Montag wird der Franzose Michel Houellebecq 60 Jahre alt. Seine Romane kreuzen das Elitäre mit dem Vulgären, es gibt reichlich Sex und immer wieder politische Inkorrektheiten – gerade gegen die 68er und den Islam wendet er sich. Nicht selten widerruft er hinter die Nadelstiche und schreibt sie allein den Kunstfiguren zu.

23.02.2018

Ulrich Pleitgen ist tot. Der vielseitige deutsche Schauspieler starb am Mittwoch in Hamburg an Herzversagen. Pleitgen wurde 71 Jahre alt.

23.02.2018