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Kultur Weltweit „Waldheims Walzer“: Leugnen damals wie heute
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17:00 03.10.2018
Bloß nichts zugeben: Kurt Waldheim. Quelle: Salzgeber
Hannover

Obwohl die Ereignisse Jahrzehnte zurückliegen, kommt einem vieles bekannt vor. Der Umgang von Politikern mit schweren Anschuldigungen hat sich kaum verändert. Zudem bietet Ruth Beckermanns Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“ historische Erklärungen für die derzeitige politische Situation in Österreich und auch anderswo an. Allerdings ist für Zuschauer, die mit der österreichischen Politik nicht so vertraut sind, manches nicht auf Anhieb verständlich.

Waldheim löste mit seinem Leugnen einen internationalen Skandal aus

Die Regisseurin zeichnet auch mit von ihr selbst gedrehtem Material die Karriere von Kurt Waldheim detailliert nach. Nach Jahren als Außenminister war der Politiker von 1972 bis 1981 Generalsekretär der Vereinten Nationen und strebte das Amt des Bundespräsidenten an.

Im Wahlkampf 1986 veröffentlichte der Jüdische Weltkongress Dokumente, die belegten, dass Waldheim im Krieg in einer Einheit gedient hatte, die an Kriegsverbrechen beteiligt war. Früh war er der SA beigetreten. Waldheim leugnete die Vorwürfe schlichtweg und löste einen internationalen Skandal aus. Gleichwohl wurde er zum Präsidenten gewählt, wurde aber von keinem westlichen Staat empfangen.

Beckermann selbst hat diese Vorgänge damals aktiv begleitet. Ihre Schilderung ist kenntnisreich, besonders wenn es um die – auch antisemitischen – Mittel geht, mit denen Waldheims Unterstützer agierten. Und da auch heute wieder geistige Brandstifter höchst aktiv sind, wirkt ihr von Österreich für den Oscar eingereichter Film geradezu brisant.

Von Ernst Corinth / RND

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