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Kultur Weltweit „Venom“ – Die Stunde der Parasiten
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12:30 03.10.2018
Da hilft kein Zahnarzt: Hinter dieser Visage muss sich Tom Hardy verbergen. Quelle: Foto: Sony
Hannover

Üblicherweise funktionieren Marvel-Filme so: Das Ende der Welt ist gefährlich nahe, dann erscheint der strahlende Superheld, nimmt es mit mindestens einem bösen Schurken auf und rettet in zwei Kinostunden die Menschheit. Etwas anders kommt nun das neueste Actionspektakel „Venom“ daher: Die Marvel-Auskoppelung konzentriert sich ganz auf den gleichnamigen Weltall-Superschurken, dessen Agenda auf der Erde zunächst reichlich unklar bleibt.

Venom hatte schon einmal einen Leinwandauftritt – vor elf Jahren

Venom bemächtigt sich des Körpers von Eddie Brocks (Tom Hardy) und hält ihn besetzt. Dabei hat der arbeitslose Brocks ganz andere Pläne. Er will seinen früheren Ruf als Investigativ-Reporter aufpolieren – und sieht gerade seine Chance gekommen: Die Angestellte der dubiosen Life Foundation, Dora Skirth, hat ihm verraten, dass ihr Chef Carlton Drake (Riz Ahmed) Obdachlose als Versuchsobjekte rekrutiert und sie gefährlichen Parasiten aus dem Weltall aussetzt. Es schlägt in „Venom“ also die Stunde der Parasiten.

Mehr als elf Jahre lang musste sich der Alien-Parasit „Venom“ gedulden, um auf die Leinwand zurückzukehren – zuletzt hatte er in „Spider-Man 3“ einen Auftritt. Die Bildsprache beider Filme ähnelt einander, zeichnete doch Produzent Avi Arad damals wie auch dieses Mal verantwortlich. Mit Amy Pascal und Matt Tolmach setzte man ebenfalls auf Produzenten, die bereits Erfahrungen mit „Spider-Man“-Verfilmungen gesammelt haben.

Für Tom Hardy sindSuperschurken wie Venom nichts Neues

Auch für Hauptdarsteller Tom Hardy ist das Engagement als Superschurke nichts Neues. Er begeisterte bereits als Terrorist Bane in Christopher Nolans Batman-Verfilmung „The Dark Knight Rises“. In „Venom“ stemmt Hardy jetzt die Doppelrolle zwischen dem verwirrten, in Selbstgesprächen versinkenden Brock und Venom, der zunächst nur auf Krawall aus ist.

Lange bleibt unklar, wer wirklich über Brocks Körper bestimmt. Als dann aber der Parasit Riot einen neuen, zerstörerischen Plan ausheckt, muss sich Venom entscheiden, welchen Weg er gehen will.

Venom ist sich bewusst, dass er ohne Brock nicht überleben kann. Nicht ohne Grund spricht der Parasit stets von „Wir“ und beschützt seinen Wirt auch auf der Flucht vor den Söldnern der ominösen Life Foundation.

„Venom“ bietet Explosionen und Gewalt im Minutentakt

Dabei servieren die Produzenten den Zuschauern alles, was Actionfans begehren: Alle paar Minuten kommt es zu Explosion, Gewalt und dröhnenden Schießereien.

Regisseur Ruben Fleischer inszeniert „Venom“ mit großer Brutalität: Nebenfiguren werden Köpfe abgerissen, sie werden herumgeschleudert oder aufgespießt. Der für Marvel ungewöhnliche Stil war wohl auch ein Grund für die Diskussion, für welches Alter der Film geeignet ist. Schlussendlich entschied man sich hierzulande für eine FSK-Freigabe ab zwölf Jahren. Immerhin: Nahaufnahmen von Verletzungen oder Körperteilen fehlen.

Wie in vielen Marvel-Verfilmungen, insbesondere den bisherigen „Spider-Man“-Filmen, müssen Frauen sich auch bei „Venom“ mit unbedeutenden Rollen begnügen. Brocks große Liebe Anne Weying (Michelle Williams) wird zu einer Nebenfigur degradiert.

Unterm Strich bleibt vom „Venom“ das, was Marvel-Fans wohl erwarten: Popcornkino mit jeder Menge Action sowie einem gelungenem Cliffhanger.

Von Khang Nguyen

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