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Kultur Weltweit „Mary Shelley“ – ein Film für Frankensteins Mutter
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12:00 23.12.2018
Versteht sich auf Gruselgeschichten: Mary Shelley (Elle Fanning). Quelle: Foto: Prokino
Hannover

Die meisten kennen den Klassiker „Frankenstein“, nur wenige die Autorin Mary Shelley dahinter. Das ändert sich mit diesem Film: Die gerade erst 16-jährige Mary Godwin (Elle Fanning) beweist Mut, als sie sich 1814 Hals über Kopf in den verführerischen Poeten Percy Bysshe Shelley (Douglas Booth) verknallt und von zu Hause wegläuft.

Mary nimmt es in Kauf, dass er verheiratet und Vater ist. Was nach der ersten Leidenschaft folgt, kollidiert allerdings mit ihren Mädchenträumen: Der Freigeist und seine Ideen von offener Beziehung verletzen sie.

Mary Shelley“ ist Kostümepos, Seifenoper und bewegendes Biopic

Bei einem Aufenthalt in der Sommerresidenz des exzentrischen Lord Byron am Genfer See zwei Jahre später kommt es zu einem Wettbewerb der besten Gruselgeschichten. Mary gewinnt, und das ist die Geburtsstunde ihres berühmten „Frankenstein“. Im März 1818 erscheint das Werk zunächst anonym, für eine Frau geziemt sich so eine Science-Fiction-Story nicht. Das melancholische Monster gilt als anrührendes Spiegelbild der seelischen Verwundungen der Autorin, ihrer qualvollen Einsamkeit und bohrenden Enttäuschungen.

Es verwundert kaum, dass sich Haifaa Al-Mansour an dieses Thema wagt: Schon ihre Heldin in „Das Mädchen Wadjda“ musste sich gegen männliche Vorurteile und Druck einer frauenfeindlichen Gesellschaft wehren, allerdings im 21. Jahrhundert. Sowohl Wadjda als auch Mary nähert sich die bisher erste und einzige Regisseurin aus Saudi-Arabien aus feministischer Perspektive. Zwischen Kostümepos, Seifenoper und bewegendem, wenn auch konventionell inszeniertem Biopic findet sie die Balance.

Mary Shelley erhält das längst verdiente filmische Denkmal

Nur gelegentlich geht die Lust an Herzschmerz mit ihr durch. Aber die Unschuld ausstrahlende Fanning und Booth als perfekte Mischung aus zärtlichem Liebhaber und egoistischem Lebemann bügeln das locker aus. Autorin Mary Shelley erhält das verdiente filmische Denkmal.

Von Margret Köhler / RND

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