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Kultur Weltweit „Maria Stuart“: Was die Macht mit Königinnen macht
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18:00 15.01.2019
Allein unter Männern: Elisabeth I. (Margot Robbie). Quelle: Foto: Universal
Hannover

Dass neben Elisabeth I. im 16. Jahrhundert mit Maria Stuart gleich noch eine zweite Frau ihren Anspruch auf den englischen Thron anmeldete, ist ein historisches Faszinosum, das in Literatur und Film gründlich ausgelotet wurde. Von Friedrich Schiller über Stefan Zweig bis zu Elfriede Jelinek reichen die Bearbeitungen von Maria Stuarts Leben.

Zwei Frauen, die ihre Machtpositionen verteidigen

Auf der Leinwand waren bereits Katharine Hepburn, Zarah Leander und Vanessa Redgrave in der Rolle der schottischen Königin zu sehen. Nun wagt sich Regisseurin Josie Rourke an eine gründliche Neubewertung des historischen Stoffes.

In Rourkes Kinodebüt „Maria Stuart, Königin von Schottland“ sind die beiden nicht nur Rivalinnen, sondern auch zwei Frauen, die ihre Machtpositionen in einer männerdominierten Umgebung verteidigen müssen. Gerade einmal 18 Jahre alt ist die frisch verwitwete Maria Stuart (Saoirse Ronan), als sie in Schottland 1561 anlandet.

Die katholische Königin will nicht nur ihre durch die Reformation zerrissene Heimat regieren, sondern sieht sich auch als Erbin der englischen Krone. Den Konflikt mit ihrer nur wenig älteren Cousine Elisabeth (Margot Robbie) versucht Maria zunächst auf diplomatische Weise zu lösen. Schließlich hat die schottische Königin genug zu tun, sich gegen die Intrigen und protestantischen Hetzkampagnen am eigenen Hof zur Wehr zu setzen.

Das Drehbuch stammt vom „House of Cards“-Schöpfer

Rourke zeigt die Frauen in ihren jeweiligen höfischen Welten. Dort sind sie von Einflüsterern umgeben, die sie für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren versuchen und in bewaffnete Auseinandersetzungen treiben.

Das Drehbuch stammt von „House of Cards“-Schöpfer Beau Willimon, und das zerstörerische Machtgerangel am Hof steht Francis Underwoods Intrigen im Weißen Haus in nichts nach. An manchen Stellen kommt der moderne Blick des 21. Jahrhunderts mit seinen Gender-Debatten etwas gewollt daher. Insgesamt aber liefert „Maria Stuart, Königin von Schottland“ ein gelungenes feministisches Update.

Rourke und Willimon gehen frei mit der Faktenlage um bis hin zu einem Zusammentreffen der beiden Herrscherinnen, das wohl nie stattgefunden hat. Aber gerade in diesem kunstvoll zwischen wehenden Tüchern choreografierten Gipfeltreffen kulminiert der Widerstreit zwischen Rivalität und Verschwesterung in brillanter Ambivalenz.

Beide Schauspielerinnen liefern überzeugende Porträts

Die 24-jährige Saoirse Ronan („Lady Bird“) verkörpert glaubwürdig die Zerrissenheit der schottischen Herrscherin zwischen Idealismus, Besonnenheit und jugendlichem Elan. Ihr gegenüber steht ebenso überzeugend Margot Robbie als Elisabeth I., die sich zunehmend dem politischen Pragmatismus ergibt und irgendwann ernüchtert feststellt: „Ich bin jetzt mehr Mann als Frau – das hat der Thron aus mir gemacht.“

Von Martin Schwickert / RND

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