Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit „Gringo“ – Beatles, Drogen und Kanonen
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit „Gringo“ – Beatles, Drogen und Kanonen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:02 05.04.2018
Was geht wohl als Nächstes schief? Harold Soyinka (David Oyelowo, v. l.), Elaine (Charlize Theron), Richard (Joel Edgerton). Quelle: Foto: Tobis
Anzeige
Hannover

Jeder mag die Beatles, sogar die Rolling Stones mögen sie. Warum soll also nicht auch ein weithin Schrecken verbreitender mexikanischer Drogenboss besessen davon sein, ein qualitatives Ranking aller Beatles-Alben zu erstellen. Grübelgrübel. Wie also verhält sich „Help“ zu „Abbey Road“? Schrulligschaurige Figur ist dieser Kartellchef, hübsch „tarantinesk“, wie man sagen würde.

Harold sitzt permanent in der Tinte

In dessen Machtbereich fliegt gerät der bankrotte, nicht allzu helle Geschäftsmann Harold (David Oyelowo). Eine gefährliche Tour, er soll dort ein Problem lösen, das die Graspillenfabrik – medizinische Drogen - mit den örtlichen Kartellen hat. Das geht schief: „Ich bin irgendwo in Mexiko mit ’ner Knarre am Kopf,“ schreit der schwarze „Gringo“ aus dem Telefon. In fast jedem Moment des Films sitzt Harold in der Tinte - in einer schwarzen Komödie, in der auch noch Joel Edgerton, Amanda Seyfried, Thandie Newton und eine ziemlich bitchige CharlizeTheron umherwirbeln.

Zwar weiß der Regisseur nicht immer, was er mit dieser formidablen Besetzung anfangen soll, wie das Personal der Geschichte dienlich ist - unterhaltsam ist „Gringo“ aber allemal. Einer jener Filme, in denen Autos den Rittberger über die Leitplanke machen, oder Schurken im Moment eines zaghaften Bekenntnisses zu Gott von Autos über Brüstungen geschubst werden. Wüstes Zeug, das die Herkunft des Regisseurs Nash Edgerton (Bruder von Joel) aus dem Stuntfach bezeugt. Tarantino würde wohl schmunzeln. Und die Beatles sängen dazu: „I feel Fine“. Oder „It’s Been a Hard Day’s Night ...“

Von Matthias Halbig / RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Steven Spielberg taucht ab in digitale Welten: In der Romanverfilmung „Ready Player One“ (Kinostart: 5. April) entdeckt er ein fantastisches Universum – und spielt brillant mit popkulturellen Verweisen

05.04.2018

Verblüffende Aktualisierung: Mutig verfilmt Christian Petzold Anna Seghers’ Exilantenroman „Transit“ (Kinostart am 5. April) – und verunsichert den Zuschauer bis zum Schluss.

04.04.2018

Gerade hat das Actionspeaktakel „Black Panther“ es unter die Top Ten der erfolgreichsten Filme aller Zeiten geschafft. Wer die Rangliste anführt, zeigen wir Ihnen hier.

18.04.2018
Anzeige