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Kultur Weltweit „Es muss immer eine gute Liebesgeschichte dabei sein“
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17:04 03.05.2017
Mit den Twilight-Bänden von Stephenie Meyer entwickelte sich bei Carlsen das besondere Genre der romantischen Fantasy. Quelle: dpa
Hamburg

Der Carlsen-Verlag hat sich mit der romantischen Fantasy ein Untergenre erobert. Die Programmbereichsleiterin Anne Bender erzählt im Interview, weshalb ein Manuskript manchmal erst nach vielen Versuchen den richtigen Verlag findet.

Welche Rolle spielt der Bereich Fantasy im erzählenden Programm des Carlsen-Verlags?

Der Bereich spielt für uns eine große Rolle, weil unsere absoluten Bestseller oft, aber nicht immer, Fantasy-Titel sind. Es muss aber immer auch gute Liebesgeschichte darin sein! Bei Carlsen hat das mit dem Megaerfolg der Twilight-Bänden von Stephenie Meyer angefangen, dem wir immer noch viele Fans dieses speziellen Genres zu verdanken haben. Daraufhin haben wir unsere Bittersweet-Community gegründet und versuchen in jedem Programm, speziell für diese Leserinnen und Leser Titel zu finden und anzubieten.

Welche Art von Geschichten mögen Sie persönlich besonders gerne, welche lassen Sie eher kalt?

Ich bin grundsätzlich für alles offen, aber die Geschichten und die Figuren müssen mich in irgendeiner Form berühren, mir nahe kommen, ob sie mich nun unterhalten, mich betroffen machen oder mich freuen. Persönlich bin ich nicht so eine Krimi-Leserin, aber da habe ich glücklicherweise zu begeisternde Lektorinnen in meinem Team, die dann diese Manuskripte übernehmen.

„Viele unserer absoluten Bestseller sind Fantasy-Titel“: Programmleiterin Anne Bender. Quelle: anjazwei.de

Wenden Sie sich neben Jugendlichen auch an ein All-Age-Publikum?

Wir wenden uns nicht direkt an ein All-Age-Publikum, aber seit dem Erfolg von Harry Potter und Twilight sind die Grenzen da sehr durchlässig geworden und wir freuen uns natürlich, wenn unsere Bücher auch von erwachsenen Leserinnen und Lesern gelesen werden.

Bei Carlsen erscheinen die Romane von J. K. Rowling auf Deutsch. Die Autorin hat ihr Manuskript bekanntermaßen erfolglos an viele Verlage geschickt. Lesen Sie seitdem Manuskripte von Debütautoren besonders gründlich?

Nein, wir lesen immer schon alle Manuskripte gründlich, diskutieren darüber und entscheiden dann. Es passiert immer wieder, dass Manuskripte mehrfach abgelehnt werden und dann irgendwann einen – oder dann endlich den richtigen – Verlag finden und ein großer Erfolg werden. Ich finde das ganz normal, denn ein bisschen Glück, gutes Gespür, unsere Erfahrung, die richtige Zeit, die richtige Stimmung – all das fließt in unsere Entscheidungen mit ein. Manchmal zahlt sich das aus und manchmal nicht. Letztendlich hat man den Lauf eines Manuskriptes nie in der Hand, man kann nur immer alles dafür tun, dass es für alle Seiten ein Erfolg wird. Natürlich haben wir auch schon große Erfolge abgelehnt, weil wir sie aus verschiedenen Gründen nicht in unserem Programm gesehen haben und dann vielleicht auch nicht so erfolgreich damit gewesen wären. Bei Harry Potter und Twilight war dann das Glück auf unserer Seite.

Zur Person: Anne Bender

Anne Bender wurde 1964 geboren, kommt ursprünglich aus dem Sauerland und studierte in Göttingen Germanistik, Journalistik und Psychologie. Seit 15 Jahren arbeitet sie als Programmleiterin des Erzählenden Bereiches (HC und TB) beim Carlsen-Verlag. Nach einen Volontariat bei einem kleinen Kölner Verlag arbeitete sie von 1992 bis 2001 als Lektorin bei dtv junior und baute dann bis 2013 den Taschenbuchbereich des Carlsen-Verlages auf. 2013 übernahm sie auch die Programmleitung des Hardcover-Bereiches, seitdem ist sie zudem Mitglied der Geschäftsleitung.

Welche aktuellen Trends lassen sich im Bereich der fantastischen Literatur beobachten?

Ich war jüngst auf einer Kinderbuchmesse in Bologna, und da ging der Trend der angebotenen Titel auf jeden Fall in Richtung Science Fiction. Ich finde das sehr interessant, denn vor ein paar Jahren war dieses Genre komplett aus den Programmen der Kinder- und Jugendbuchverlage verschwunden. Ob sich dieser neue Trend auch hierzulande durchsetzen wird, kann man noch nicht sagen. Noch haben wir die Manuskripte nicht gelesen, um das einschätzen zu können.

Anne Benders Lieblingstitel

  • Meg Rosoff: So lebe ich jetzt: Eine junge New Yorkerin verbringt den Sommer in England. Dieser Sommer wird ihr Leben verändern – was nicht zuletzt an ihrem Cousin Edmond liegt.
  • Anna Woltz: Hundert Stunden Nacht: Emilia hat sich mit der Kreditkarte ihres Vaters nach New York abgesetzt. Mit einer zusammengewürfelten Truppe sucht sie vor einem Wirbelsturm Schutz.
  • Susan Kreller: Schneeriese: Adrian soll über zwei Meter groß werden. Seine beste Freundin Stella kümmert das nicht. Doch als seine beste Freundin sich in einen anderen verliebt, bricht für ihn alles zusammen.

Von Nina May

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