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Kultur Weltweit Emcke erhält Friedenspreis des Buchhandels
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09:42 23.10.2016
Die Publizistin und Philosophin Carolin Emcke wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Quelle: Arne Dedert/dpa
Frankfurt/Main

Die deutsche Publizistin Carolin Emcke nimmt zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntagvormittag in der Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen. Die 49-Jährige wird für ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog geehrt. Die renommierte Auszeichnung, die seit 1950 vergeben wird, ist mit 25.000 Euro dotiert. Zur Verleihung wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Die Feier wird ab 10.45 Uhr live in der ARD übertragen.

Friedenspreis: Preisträger seit dem Jahr 2000

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandelswird seit 1950 vergeben. Die Preisträger seit dem Jahr 2000:

2000: Assia Djebar (algerische Schriftstellerin, gestorben 2015)

2001: Jürgen Habermas (deutscher Philosoph und Soziologe)

2002: Chinua Achebe (nigerianischer Schriftsteller, gestorben 2013)

2003: Susan Sontag (US-amerikanische Schriftstellerin, gestorben 2004)

2004: Péter Esterházy (ungarischer Schriftsteller, gestorben 2016)

2005: Orhan Pamuk (türkischer Schriftsteller)

2006: Wolf Lepenies (deutscher Soziologe)

2007: Saul Friedländer (israelischer Historiker und Autor)

2008: Anselm Kiefer (deutscher Maler und Bildhauer)

2009: Claudio Magris (italienischer Schriftsteller)

2010: David Grossman (israelischer Schriftsteller)

2011: Boualem Sansal (algerischer Schriftsteller)

2012: Liao Yiwu (chinesischer Schriftsteller)

2013: Swetlana Alexijewitsch (weißrussische Schriftstellerin)

2014: Jaron Lanier (US-Digitalpionier und Schriftsteller)

2015: Navid Kermani (deutscher Schriftsteller und Orientalist)

2016: Carolin Emcke (deutsche Publizistin)

Die in Berlin lebende Emcke gehört zu den profiliertesten Journalistinnen der Republik. Einen Namen hat sie sich vor allem mit ihren Berichten aus Kriegs- und Krisengebieten gemacht, denen das Mitleid mit den Geschundenen oft bis an die Schmerzgrenze eingeschrieben ist.

Für eine Kultur der Vielfalt

Darüber hinaus ist die promovierte Philosophin aber auch eine wichtige Intellektuelle, die sich etwa über die wachsende Aggressivität und die Polarisierung in unserer Gesellschaft Gedanken macht. In ihrem neuen Buch „Gegen den Hass“ wendet sich Emcke gegen den nationalistischen und religiösen Fanatismus und setzt dagegen die Kultur der Vielfalt.

Am Freitag hatte Emcke auf der Buchmesse gesagt, dass es bei Rassismus und der Ausgrenzung von Minderheiten Grenzen für Toleranz und Empathie gebe. Die Zivilgesellschaft sei in der Pflicht zu widersprechen. Sie zeigte sich zugleich besorgt darüber, dass es am zivilen Umgang miteinander in Europa immer mehr mangle. Generell müsse jedoch die Gesellschaft mit allen Gruppen und Parteien gesprächsbereit bleiben.

Auf dem Messegelände endet am Sonntag zugleich nach fünf Tagen die 68. Buchmesse. Am letzten Tag hat nochmals das allgemeine Lesepublikum Zutritt.

Von RND/dpa

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