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Kultur Weltweit Elfriede Jelinek wird für ihr Lebenswerk geehrt
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16:46 15.09.2017
Elfriede Jelinek. Quelle: dpa
Leipzig

Die Österreicherin sei eine „unüberhörbare Stimme im öffentlichen Geschehen“ und habe schon jetzt „unauslöschliche Spuren in Literatur, Theater und Film hinterlassen“, begründete der Deutsche Bühnenverein in Köln am Freitag die Auszeichnung. „Seit Beginn ihres Schaffens gilt sie als Provokateurin; sie ist die Gegenwartsautorin, der es durch exakte und kontinuierliche Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene und deren sezierender Analyse gelingt, den Finger in kollektive Wunden zu legen“, hieß es weiter.

Der Deutsche Theaterpreis mit dem Titel „Der Faust“ wird neben dem Preis für das Lebenswerk in acht weiteren Kategorien vergeben – unter anderem Regie, Darsteller, Choreographie sowie Bühne/Kostüm. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr am 3. November im Schauspiel Leipzig statt. Gastgeber ist der Freistaat Sachsen. Gefördert wird die Auszeichnung unter anderem von der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Jelineks anspruchsvolle Prosa leiste einen gleichermaßen sozial wie politisch engagierten Beitrag, begründete die Jury die diesjährige Ehrung weiter. Als eine der prominentesten Mitgestalterinnen der Umbrüche im deutschsprachigen Theater nach 1968 habe sie mit ihrer Absage an traditionelle dramatische Strukturen und mit ihren wortgewaltigen, sprachlich verdichteten Textflächen eine neue Richtung vorgegeben.

„Gerade in den letzten Jahren gelingt es ihr mit formal offenen und inhaltlich engagierten Texten immer wieder, Publikum und Kritiker zu faszinieren“, hieß es. Uneitel und mit kunstvollem Sprachfuror schaffe sie existenzielle Theatervorlagen, die ganz aktuell sind und dabei tief in die europäische Geschichte zurückgreifen. In ihrem Schreiben und Wirken weise Elfriede Jelinek weit über sich hinaus: „hin zur Gesellschaft und zum Menschsein an sich, und sie setzt damit stetig neue Akzente“, betonte die Jury.

Von epd/RND