Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Kultur Weltweit Immer schön sachlich bleiben!
Nachrichten Kultur Kultur Weltweit Immer schön sachlich bleiben!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:43 03.01.2018
Fußball ist ein zentrales Thema der Sachbuchsaison 2018. Quelle: dpa
Berlin

Kaum ein Jahr vergeht, das nicht geprägt ist von offiziellen und inoffiziellen, von öffentlich begangenen und im kleinen Rahmen gefeierten Jubiläen, Gedenktagen und runden Geburtstagen. Begleitet wird das allgemeine Erinnern oft von kluger Literatur. Und auch 2018 reagiert der Sachbuchmarkt mit zahlreichen Neuerscheinungen auf alles, was sich jährt in diesem Jahr.

Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Krieg im Mai 1618 mit dem Prager Fenstersturz. Nachdem bereits in diesem Jahr Herfried Münkler seine opulente Geschichte dieser folgenreichen kriegerischen Auseinandersetzung bei Rowohlt veröffentlicht hat, erscheint 2018 zu dem Thema Georg Schmidts Buch „Die Reiter der Apokalypse“ bei C.H. Beck (800 Seiten, 34 Euro). Jenseits dieser Großerzählungen lassen sich konkrete Gewalterfahrungen und Erinnerungen von Zeitgenossen aus allen Gesellschaftsschichten in Hans Medicks Buch „Der Dreißigjährige Krieg. Zeugnisse vom Leben mit Gewalt“ nachlesen.

Seit einigen Jahren ist es in Mode, historische Ereignisse oder gar Zeiträume in den Kontext von Erbeben, Eiszeiten oder Epidemien zu stellen. So erscheint, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, Laura Spinneys Buch „1918. Die Welt im Fieber“ (Hanser), in dem sie den Einfluss der Spanischen Grippe als weltumspannendes gesellschaftliches Phänomen beschreibt.

Das Jahr 1968 beeinflusst die Erinnerungslandschaft. Quelle: dpa

Auch das Jahr 1968 wird in den kommenden zwölf Monaten die Erinnerungslandschaft beeinflussen. 50 Jahre ist es her, dass zuvörderst Studenten in Europa und den USA die Gesellschaft umzukrempeln versuchten. Was als gewollte Revolution begann und als Revolte weiterging, endete erfolgreich als Marsch durch die Institutionen, und es beschäftigt zahlreiche Autoren in ihren Neuerscheinungen. Der Soziologe Heinz Bude zieht in „Adorno für Ruinenkinder“ (Hanser) Bilanz, Christina von Hodenberg (C. H. Beck) zeigt ein Achtundsechzig jenseits der altbekannten Legenden, und bei Wagenbach erscheint eine ganze Reihe von Texten aus der damaligen Zeit von Rudi Dutschke, Erich Fried, Peter Brückner und anderen.

Alle Folgen zum Kulturjahr 2018

Hier lesen Sie alles über das kommende Filmjahr.

Und hier über die besten Ausstellungen

Und hier über die Höhepunkte der Klassik

Und hier über den Literaturfrühling

Hier geht es zum Pop-Jahr

Mit den Büchern „Das wunde Leder. Wie Kommerz und Korruption den Fußball kaputt machen“ von Stefan Gmünder und Klaus Zeyringer sowie Timm Beichelts Buch „Ersatzspielfelder. Zum Verhältnis von Fußball und Macht“ (beide Suhrkamp) können sich Leser und Fußballfans mit kritischer Lektüre auf das Fußballjahr inklusive Fußball-WM in Russland vorbereiten.

Antikefreunde können sich 2018 auf ein neues Buch von Alexander Demandt freuen. Er hat eine Biografie über den römischen Kaiser Marc Aurel verfasst. James Romm wiederum nimmt Seneca und die Kunst des Mordens an Neros Hof unter der Lupe (beide C. H. Beck).

Einer der wichtigsten zeitgenössischen Philosophen der Gegenwart, Bruno Latour, analysiert in seinem Buch „Das terrestrische Manifest“ (Suhrkamp), dass der „Globus für unsere Globalisierungspläne zu klein“ ist und beschreibt, welche Konsequenzen dies für unser Denken haben sollte, unter Einbeziehung der ökologischen Bedingungen unserer Existenz.

Bei Suhrkamp (wo sonst, könnte man sagen) erscheint eine opulente Biografie über Bertolt Brecht. Der Engländer Stephen Parker hat auf rund 1000 Seiten alles verarbeitet, was es über den großen Dramatiker zu berichten gibt. Und Stephen Greenblatt hat sich an den mächtigsten Mythos der Menschheit gewagt und die „Geschichte von Adam und Eva“ (Siedler) geschrieben. Eine faszinierende Erzählung – ganz ohne Jubiläum.

Von Kristian Teetz/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Feier des Lebens: Das Musical „The Greatest Showman“ (Kinostart: 4. Januar erzählt die Geschichte des Zirkuspioniers P. T. Barnum

02.01.2018
Kultur Weltweit Ausblick auf das Kulturjahr 2018 - So wird das Popjahr 2018

Die besten Filme, die spannendsten Ausstellungen und die lohnendsten Konzerte: Wir blicken auf die Höhepunkte des Kulturjahres 2018. In dieser Folge geht es um U2, die Foo Fighters und das Hurricane Festival – irgendwo zwischen Superrock und Statementpop. Danach geht es weiter mit den Sachbuch-Highlights.

01.01.2018
Kultur Weltweit Jubel für die Elbphilharmonie - Der Sound des Jahres

Mit der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie im Januar hat ein neues Zeitalter der Klassik begonnen. So startete das Kulturjahr 2017 gleich mit einem Höhepunkt. Die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

31.12.2017