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Kultur Weltweit Die Reise (IV): Die Oma
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09:02 04.08.2018
Nicht nur ein beliebtes Reiseziel für Zugvögel: Dänemark. Quelle: privat
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Hannover

Sie meinen es ja gut, die fünf, dass sie mich mitnehmen. Aber ich wollte ja nicht. Jetzt, wo der Heinrich nicht mehr ist. Dänemark! Das ist doch viel zu weit. Da gibt’s doch gar kein richtiges Brot. Und gesalzene Butter, das muss doch nicht sein.

Und wo kann ich den Lottoschein abgeben? Und wer gießt jetzt beim Heinrich auf dem Friedhof? Jonas hat dann gesagt: “Ach Oma, du immer ...!“ Und da wollte ich ihnen nicht zur Last fallen. Aber Dänemark? Muss das denn?

Ich war 1967 mal in der Lüneburger Heide. Das war auch schön. Da war der Heinrich noch. Jetzt ist er ja nicht mehr. Ich hatte in der Milchhalle in Wilsede einen Apfelkuchen, gleich neben diesem kleinen Museumsladen, wo die so kleine Heidschnucken aus Plaste hatten. Mit Sahne. Also: der Kuchen. Nicht die Heidschnucken.

Wir wollen ja nichts verschwenden

Im Urlaub nehme ich Sahne, sonst nicht. Wir wollen ja nichts verschwenden. Danach hatte ich mir ein Fläschchen Heidschnucken-Eierlikör gekauft. Der steht heute noch in der Durchreiche. Ich frage mich, ob der noch gut ist. Vielleicht nehme ich den mit, dann freuen sich die Kinder. Sie haben ja so viel zu tun.

Man braucht doch dies und das, wenn man kleine Kinder hat. Marlena rennt seit einer Woche durchs Haus, ich glaube, sie schläft gar nicht mehr. Sie macht viel Krach. Dabei muss mein Sohn doch in Ruhe seine Angel suchen. Ich hoffe, sie stört ihn nicht zu sehr.

Ich habe nicht viel in meinen Tornister getan: den hellbraunen Badeanzug mit den Rüschen, mit dem ich damals in den Hasenburger Mühlenbach bin, bisschen Strümpfe, bisschen Nachtwäsche und die gute Kittelschürze, nicht die normale.

Graupensuppe mit Frankfurtern

Ich wollte noch einen Topf Graupensuppe mit Frankfurtern kochen zum Mitnehmen, aber Marlena hat gesagt: “Renate, die haben da auch Essen in Dänemark.“ Und dann hat sie so geguckt, wie sie manchmal guckt. Wenn ich zum Beispiel noch mal schnell durchwische in ihrer Küche. Oder wenn ich dem Jonas Mettwurst in Stanniolpapier in die Schule bringe, da hat er 1994 mal gesagt, dass er die so gerne isst.

So, sie wollen los. Es ist jetzt auch schon dreiviertel elf. Ich setz mich nach hinten neben die kleine Lena und Jonas. Vielleicht können die mich unterwegs rauslassen, in der Lüneburger Heide. Das war schön da. Hat der Heinrich auch immer gesagt. Der ist ja jetzt nicht mehr. Na gut – muss er auch nicht mit, hat auch Vorteile.

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