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Kultur Weltweit „Die Höhle der Löwen“: Das sind die spannendsten Gründer der letzten Staffeln
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09:15 25.09.2018
Zuerst war der Foodtruck, dann kamen die Löwen: Die „Lizza“ der Gründer Matthias Kramer (links) und Marc Schlegel ist längst in den Regalen der Supermärkte angekommen. Quelle: Peter Krausgrill
Köln

Er kassiert bei der „Höhle der Löwen“ die bisherige Rekordsumme: Gründer Markus Dworak überzeugt mit seinem Schlaf-Wundermittel „Smartsleep“ gleich zu Beginn der dritten Folge am vergangenen Dienstag alle Investoren und verlässt mit einem 1,5 Millionen Euro-Deal die Höhle. Heute geht das große Produkte-Präsentieren in die nächste Runde (25. Sept., 20.15 Uhr, Vox). Wir nehmen das zum Anlass und stellen fünf Gründer der letzten Staffeln vor, die besonders hervorstechen.

Der Durchstarter: die Low-Carb-Pizza „Lizza“

Wie eine Rakete durch die Decke schießen 2016 bei diesen Gründern nach der Ausstrahlung ihrer Präsentation in der dritten Staffel die Verkaufszahlen in die Höhe. Allein in den ersten Stunden nach ihrem TV-Auftritt gehen bei der Firma von Marc Schlegel und Matthias Kramer nach eigenen Angaben über 200.000 Bestellungen ein. Mehr als 400.000 Euro Umsatz kann das Start-Up durch die Teilnahme an der Vox-Show verbuchen. Mit über 100.000 Suchanfragen steht Lizza sogar kurzfristig auf Platz 2 der Google-Trendcharts. Mit den 150.000 Euro der Investoren Frank Thelen und Carsten Maschmeyer bauen sie eine neue Produktion, stocken die Mitarbeiterzahl auf und führen einen Dreischicht-Betrieb ein. Vor ihrem Löwen-Pitch schicken die beiden Gründer etwa 30 bis 40 Lizza-Pakete täglich raus – danach sind es im Schnitt über 400. Aktuell gibt es die glutenfreie Low-Carb-Pizza aus Lein- und Chiasamen bundesweit in allen Real-Märkten und auch in den Regalen von Edeka und Rewe.

Die Frechen: die App „Too Good To Go“

„Das ist der frechste Auftritt, den wir je in der ’Höhle der Löwen’ gesehen haben“, sagt Investor Frank Thelen 2017 in der vierten Staffel während der Präsentation der fünf Gründer von „Too Good To Go“. Die App gegen Lebensmittelverschwendung – kurz nach Ladenschluss können Nutzer hier via Smartphone unter anderem in Restaurants und Supermärkten Lebensmittelreste zum reduzierten Preis kaufen – soll laut des deutsch-dänischen Start-Ups bis dato etwa eine Million registrierte Nutzer und schon über 700.000 Mahlzeiten gerettet haben. Dennoch zieren sich die Löwen – das Unternehmen sei zu hoch bewertet –, bis einer der Gründer den Vorschlag macht, den Frank Thelen zu obiger Aussage verleitet: Die Löwen sollten doch einfach zusammenlegen – jeder 200.000 Euro. Für neun Prozent Firmenanteile können die Gründer dann tatsächlich den ersten Eine-Million-Euro-Deal in der Geschichte der „Höhle der Löwen“ eintüten. Kurz nach der Aufzeichnung platzt allerdings der Deal. Zu schnelles Wachstum, zu viele Wechsel im Management, zu viele Löwen in einem Deal. „Too Good To Go“ will die Konditionen ändern, die fünf Investoren nicht – man trennt sich. Geschadet hat das nicht. Heute beteiligen sich laut Start-Up-Webseite über 100.000 gastronomische Betriebe und fünf Millionen Nutzer an der App. So sollen seit Gründungsstart Ende 2015 bereits sieben Millionen Mahlzeiten gerettet worden sein.

Die Mutige: der Brotaufstrich „Malzit“

Das sei das Mutigste, was sie je in ihrem Leben gemacht habe, sagt Steffi Tomljanovic in einem Interview mit dem Tech-Portal „Basicthinking“ und meint ihren Auftritt bei der „Höhle der Löwen“ 2016 in der dritten Staffel. Großen Mut beweist die Gründerin aber schon vorher. Als die Firma ihres Mannes wackelt. Als Mitarbeiter entlassen werden müssen, Tomljanovic ihren Job aufgibt, um ihren Mann zu unterstützen. Als die Firma dann Pleite geht – und sie nicht zum Arbeitsamt, sondern in die Küche geht und mit Gelees zu experimentieren beginnt. Ihre Geschichte rührt nicht nur die Investoren. Auch von den Zuschauern kriegt sie großen Zuspruch. Und: Ihre Brotaufstriche kommen an. Ralf Dümmel investiert 40.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile. Der Verkauf steigt laut Chip.de von 20.000 Malzit-Gläsern im Jahr auf 200.000 Gläser in knapp vier Tagen an. Der Umsatz steigt auf über 650.000 Euro. Was 2004 in einer kleinen Manufaktur-Küche im Harz beginnt, ist heute auf den internationalen Erfindermessen in Nürnberg und Genf mit Silber und Bronze ausgezeichnet und bei Slow Food Deutschland zugelassen. Tomljanovics Brotaufstriche werden aktuell über mehr als 30 Händler vertrieben, stehen in den (Online-) Regalen von Karstadt, Rewe sowie Edeka und werden mittlerweile auch in einer großen Partnermanufaktur in Berlin produziert.

Der Verlierer: der Gründer von „Popcornloop

Bei Murat Akbulut poppt es nicht mehr. Dabei fing mit der Unterstützung von Löwin Judith Williams 2015 alles so gut an. Die Unternehmerin kaufte sich mit 80.000 Euro in der zweiten Staffel der „Höhle der Löwen“ bei der Popcornloop GmbH ein, Akbulut tritt in der HSE24-Verkaufsshow von Williams regelmäßig auf und verkauft in den ersten zwölf Monaten nach seinem Löwen-Auftritt rund 100.000 Popcornloops. Jetzt, drei Jahre später, ist das Unternehmen zahlungsunfähig und muss im Juli in Nürnberg Insolvenz anmelden. Der wichtigste Vertriebskanal über HSE24 sei weggebrochen, die Verkaufszahlen stimmen nicht mehr, so der Gründer. Williams wünscht laut der Bild-Zeitung alles Gute, ist aber raus. Dem Management sei es nicht gelungen, die Erfolgsgeschichte von Popcornloop weiterzuschreiben. Die Insolvenzverwalterin Elske Fehl-Weider der Anwaltskanzlei Schulze&Braun will das Unternehmen retten und sucht laut Pressemitteilung bereits nach Investoren. Der Geschäftsbetrieb läuft indes weiter. Der Kochtopf mit der Stoffhaube ist weiterhin online bestellbar.

Die Innovativen: „Meine Spielzeugkiste“

Haba, Fisher Price, Lego und Co. sind teuer. Vor allem, weil Eltern Spielzeug immer wieder neu kaufen müssen. Warum also nicht einfach ausleihen, denken sich die Berliner Florian Metz und Florian Spathelf und wecken 2014 in der ersten Staffel der Vox-Show mit „Meine Spielzeugkiste“ den Spieltrieb der Löwen. Bei dem Miet-Abo-Modell können Eltern Spielzeug für ihre Kinder einfach ausleihen und wieder zurückschicken, sobald es dem Nachwuchs nicht mehr gefällt. Eine der innovativsten Ideen, finden die Investoren Jochen Schweizer und Frank Thelen und geben insgesamt 300.000 Euro für 15 Prozent. Die Webseite wird neu entwickelt, das Sortiment massentauglich gemacht. Die Nachfrage steigt. Die Bestellungen vervierfachen sich. 2015 verdreifacht sich der Umsatz laut eigenen Angaben. Eine TV-Kampagne auf den Sendern Pro 7 Sat.1 soll diesen weiter ankurbeln. Dann platzt laut Manager Magazin ein anderer Deal über Millionen, Stellen werden abgebaut. Mit frischen Investorengeldern der Löwen rappelt sich das Start-Up aber wieder auf, so das Magazin, und kann sich mit einer durchschnittlichen Abolaufzeit von 18 Monaten mit Größen wie Amazon messen.

Von Amina Linke / RND

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