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Kultur Weltweit Der Terror trifft die Kinder
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13:37 23.05.2017
Die Karriere von Ariana Grande begann beim Kinderfernsehen. Ihre Songs sind keine Kindermusik – trotzdem besuchen viele Kinder und Jugendliche ihre Konzerte. Quelle: dpa/Archiv/ap
Manchester/Hannover

Das letzte Lied, bei dem die Bombe detonierte, 22 Menschen aus dem Leben riss, 59 weitere zum Teil schlimm verletzte, hieß „Dangerous Woman“. Ariana Grande, 23-jähriger Popstar aus Florida, singt in dem Song darüber, „die Grenzen auszutesten“.

Es geht um das Gefühl, sich als Frau „gefährlich“ zu fühlen, um den Sog der Libido; in den Lyrics trifft sich „Haut mit Haut“. Und „Don’t you stop, boy!“ ruft Grande dann - ganz unmissverständlich eine Aufforderung zu Sex.

Schwarze Hasenohren als Merkmal

Grande, deren Karriere 2010 als Star der Serie „Victorious“ beim Kinderfernsehen Nickelodeon begann, ist mit ihrem dritten Album erwachsen geworden. Es erschien im Mai 2016. Die Songs sind keine Kindermusik mehr. Trotzdem sind es noch immer vornehmlich Kinder und Teenager, die ihre Konzerte mit ihren Eltern besuchen. Die überall auf der Welt mit schwarzen Hasenohren, dem aktuellen Album-Outfit Grandes an den Kartenkontrollen stehen, die bewundernd und weltvergessen zur Bühne schauen, tanzen, die Texte mitsingen. Fans, die schon seit Monaten auf „ihr“ Konzert hinfiebern.

Bei einer Explosion am Rande eines Popkonzerts in Manchester gab es mindestens 22 Tote. In der für Zehntausende ausgelegten Halle war Ende Mai die US-Sängerin Ariana Grande aufgetreten.

Unter den Toten der Manchester Arena, so berichtet der britische „Daily Telegraph“, seien auch Kinder. Die von dem Anschlag schockierte Sängerin twitterte noch in der Nacht: „Gebrochen. Aus tiefstem Herzen tut es mir leid. Ich habe keine Worte.“

Grande wer? Ariana Grande ist in Amerika und vielen Ländern Europas längst im Superstar-Status. Entdeckt wurde sie im Alter von acht Jahren von der Latinpop-Legende Gloria Estefan, sie hat eine Stimme von vier Oktaven Umfang und gibt als ihre größten Vorbilder Mariah Carey und Whitney Houston an.

Ihre Musik ist Chartspop, der zwischen gefühlvollen Balladen und tanzbaren Songs wechselt, kommerziell, dabei aber abwechslungsreich, elektronische Sounds und Hip-Hop-Beats treffen in ihren Songs aufeinander.

Eine Stimme ihrer Generation

Ihre Duettpartner dürften ernsthaft an Popmusik interessierte Hörer aufhorchen lassen. Grande sang schon mit Stevie Wonder („Faith“), John Legend („Beauty and the Beast“) und Nicki Minaj („Side to Side“). Und sie gilt als großes komisches Unterhaltungstalent. Über ihre Jennifer-Lawrence-Parodie bei „Saturday Night Live“ lachte 2016 ganz Amerika.

45 Millionen Follower bei Twitter, 30 Millionen Likes auf ihrer Facebook-Seite, eine 100-Millionen-Gefolgschaft bei Instagram. Eine Stimme ihrer Generation, die erst vor vier Tagen mit einem Tweet die Wiederaufnahme der Serie „Victorious“ eingefordert hatte, um dieser endlich ein richtiges Ende zu verpassen.

Explosion in Manchester

Am Rande eines Popkonzerts der US-Sängerin Ariana Grande ist es im britischen Manchester am Montagabend zu einer Explosion gekommen. Wir berichten:

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Ob es eine Gottlose und ihre Bewunderer treffen sollte? Die katholisch erzogene Grande hat dem Katholizismus unter Papst Benedikt XVI abgeschworen wegen der rigiden Sexualmoral der Kirche bezüglich Homosexueller.

Sie setzt sich für Homosexuellenrechte ein, gibt immer wieder Geld für Aids-Initiativen und redet einem jungen, frischen Feminismus das Wort. Mag das Angreifern, welcher ideologischen Ausrichtung auch immer, Grund genug sein für eine Attacke? die Frauen allenfalls als dienstbare Geister akzeptieren, die gebildete und sexuell freigeistige Frauen dagegen fürchten und verachten,

Der Anschlag erinnert an die Mordserie im Pariser Batanclan

Im jüngsten Video Grandes, „Everyday“, geht es auf der Motorhaube eines Autos, auf einem Kopierer heftig zur Sache, im Waschsalon fallen zwei lesbische Frauen übereinander her. „Jederzeit, überall“, singt Grande. Selbstbewusstsein pur.

Noch gibt es kein Bekennerschreiben, keine Inanspruchnahme des Attentats, aber die englische Polizei betrachtet den Fall als „terroristischen Angriff“.

Er erinnert an den Angriff von Terroristen des sogenannten Islamischen Staats (IS) im November 2015 im Pariser Konzerthaus Batanclan. Damals nahmen die Mörder unter anderen das Publikum der US-Band Eagles of Death Metal unter Beschuss.

Am Tag darauf spielte ein Pianist vor dem Club John Lennons trauriges „Imagine there’s no heaven and no religion too“ und die Leute von Paris und in aller Welt versicherten einander, sich den Schneid nicht abkaufen lassen zu wollen von Terroristen. Die Lichter des Westens sollten nicht von Verblendeten ausgeschaltet werden.

Wollte der Angreifer mit dem Anschlag auf das von Ariana Grande bewusst die Kleinsten, die Unschuldigen treffen, um so die Gesellschaft nachhaltiger denn je zu erschüttern?

Augenzeugen sprachen von einer Nagelbombe. Die umherfliegenden Metallstücke treffen bei Erwachsenen oft die unteren Extremitäten, für Kinder sind sie tödlich.

Von Matthias Halbig/RND

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